2364131

Carlsberg: KI kann Biersorten unterscheiden

19.07.2018 | 14:12 Uhr |

Die Carlsberg Brauerei will Künstliche Intelligenz dafür nutzen, um den Geschmack von neu kreierten Biersorten vorherzusagen. Zwischen einigen Biersorten sollen die Algorithmen bereits unterscheiden können.

Die Carlsberg Brauerei will KI dafür nutzen, um den Geschmack von neu kreierten Biersorten voraussagen zu lassen. Die dänische Brauerei betreibt seit 1876 ein Forschungslabor für die Bier-Herstellung. Doch Künstliche Intelligenz im Zusammenspiel mit Sensoren ist ein völlig neuer Weg für die Brauer, um den Geschmack neuer Biersorten zu überprüfen; seit sechs Monaten beschreiten die Brauer diesen neuen Pfad.

Bei diesem Beer Fingerprinting Project geht es darum bekannte Zutaten wie zum Beispiel Hefe neu miteinander zu kombinieren oder auch komplett neue Zutaten einzuführen und dann den Geschmack des so neu geschaffenen Bieres vorherzusagen.

Das Problem ist nämlich, dass die Brauerei ständig neue Mischungen ausprobiert und davon zunächst einmal nur kleine Mengen herstellt. Diese wenige Mikroliter umfassenden Neukreationen alle auf klassischem Weg auf ihren Geschmack zu testen ist aufwändig und schwierig, in der Regel müssten die Brauer von Anfang an bereits etwas größere Mengen herstellen, um die Neuschöpfungen vernünftig testen zu können. Deshalb stecken die Carlsberg-Brauer nun Sensoren in das Gebräu und lassen die erfassten Werte von Algorithmen auf Cloudservern berechnen. Das klappt bereits bei sehr kleinen Mengen, so dass die Brauerei von Mischungen, die nicht gut schmecken, gar nicht erst größere Mengen herstellen muss. Nur von solchen Mischungen, deren KI-basierte Analyse ergibt, dass sie vielversprechend sind, kann Carlsberg dann größere Mengen produzieren.

Für die Herstellung der Sensoren arbeitet Carlsberg mit der Aarhus Universität zusammen. Mit der Technischen Universität von Dänemark wiederum erprobten die Brauer, wie sie die Sensoren in den Fermentierungsprozess integrieren können. Und Microsoft steuert über seine Cloud-Plattform Azure die KI und die Machine-Learning-Algorithmen bei, mit denen die Sensordaten auf Aroma und Geschmack ausgewertet werden. Als Ausgangsbasis dient die DNA der einzelnen Hefe, die bereits vorliegen. Damit hat die Brauerei die Datenbank auf den Azure-Servern gefüttert.

Das Forschungsprojekt ist auf drei Jahre angelegt. Noch wagen es die Brauer nicht eine endgültige Aussage über die Zuverlässigkeit der neuen Methode zu machen. Aber zumindest scheint jetzt schon festzustehen, dass die Sensoren zusammen mit der KI zwischen einigen Pils-Sorten unterscheiden können, nämlich zwischen Carlsberg beers, Carlsberg Pilsner, Tuborg Pilsner, Wiibroe und Nordic. Das Fernziel besteht darin zu jeder Kombination einen geschmacklichen Fingerabdruck zu erstellen, mit dem sich der Geschmack neuer Kombinationen schneller voraussagen lässt.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2364131