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Bundespräsident klagt über Funklöcher und lahmes Netz

24.01.2019 | 11:05 Uhr |

In einer Rede hat nun auch Bundespräsident Steinmeier die Mobilfunklöcher in Deutschland kritisiert. Und es ging um 5G.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Rede "Zukunftsforum Ländliche Entwicklung" auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin auch den Zustand des deutschen Mobilfunknetzes kritisiert. Der Staat müsse, so der Bundespräsident, eine gute Infrastruktur und auch digitale Infrastruktur gewährleisten. Auch in ländlichen Gebieten, denn das sei der Staat den Menschen schuldig.

"Aus eigener Erfahrung weiß ich aber: Zu viele Orte liegen im Funkloch. Das macht einen sprachlos – sogar wortwörtlich", sagte der Bundespräsident. Und weiter: "Wenn ich im Grenzgebiet zu Frankreich, Tschechien oder Polen unterwegs war, dann hatte ich oft kein deutsches Handynetz, geschweige denn mobiles Internet. Zum Glück war das ausländische Netz so stark, sodass ich darüber telefonieren konnte. Und das nach Wegfall der Roaminggebühren – danke Europäische Union! – sogar kostenlos. Dennoch dachte ich mir, als das Handy wieder einmal null Empfang anzeigte, obwohl ich meinen Arm in den Himmel streckte: Das müsste in Deutschland doch wirklich besser klappen! Höchste Zeit, dass sich da etwas tut!"

Dies sei eine grundsätzliche Herausforderung, betonte der Bundespräsident. Und verwies auf die anstehende Vergabe der 5G-Lizenzen in Deutschland. Bundespräsident Steinmeier erklärte: "5G allein wird den ländlichen Raum nicht zukunftsfest machen, aber der ländliche Raum darf keinesfalls komplett von technischen Entwicklungen abgehängt werden. Oder wie ein junger Vater mir sagte: 'Wie kann ich meine Kinder auf die Zukunft vorbereiten, wenn die Zukunft erst 40 Kilometer weiter anfängt?'"

Egal ob die Menschen in der Stadt oder auf dem Land leben, die Politik müsse für "gleichwertige Lebensverhältnisse" sorgen, fordert das Staatsoberhaupt. Und zu gleichwertigen Lebensverhältnisse gehöre heutzutage auch: "Wo immer Menschen leben und arbeiten, brauchen sie schnelles Internet. Niemand käme bei zu wenigen Menschen in einem Dorf auf die Idee, die Elektrizität oder die Wasserversorgung abzustellen. Und genauso wie Strom und Wasser gehört schnelles Internet heute zur Grundversorgung! Nur dann können wir mit Zuversicht sagen: Ja, das Land hat Zukunft!"

Die Bundes-Forschungsministerin Anja Karliczek sieht das aber offensichtlich anders: "5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“ .
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