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Bundesnetzagentur stoppt Teile von StreamOn der Telekom

15.12.2017 | 14:55 Uhr |

Um die Netzneutralität zu gewährleisten, hat die Bundesnetzagentur Teilaspekte der Telekom-Zubuchoption StreamOn untersagt.

Die Bundesnetzagentur hat heute Teile der Telekom-Zubuchoption StreamOn untersagt , um die Einhaltung der europäischen Vorschriften für Roaming und Netzneutralität zu gewährleisten. „StreamOn muss dem Roam-Like-At-Home-Prinzip entsprechen und Kunden muss Videostreaming in einer ungedrosselten Bandbreite zur Verfügung stehen. Im Interesse der Kunden sorgen wir dafür, dass StreamOn den Vorgaben zu Roaming und zur Netzneutralität Rechnung trägt,“ erklärt Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann in einer offiziellen Mitteilung. „Das Verbot der Drosselung von Videostreaming sichert nicht nur die Vielfalt des Internets, sondern stärkt auch die Anbieter von Videostreaming-Diensten, die auf höherauflösende Inhalte setzen,“ so Homann weiter.

StreamOn ist eine zubuchbare Option für die Telekom-Mobilfunktarife MagentaMobil. Nutzen Kunden mit dieser Option die Audio- und Videodienste sogenannter Content-Partner wie Spotify, wird das dafür verbrauchte Datenvolumen nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet. In einigen Tarifen wird hier jedoch die Datenübertragungsrate für Videostreaming gedrosselt. Videos können nur noch in SD-Qualität angeschaut werden, ohne dass dafür ein technischer Grund vorliegt. Diese Drossel in den Tarifen MagentaMobil L, L Plus, L Premium und L Plus Premium hat die Bundesnetzagentur nun untersagt. In der Erklärung heißt es, dass diese Drosselung gegen die Gleichbehandlung des gesamten Datenverkehrs verstoße.

Anpassungen muss die Deutsche Telekom auch beim Roaming vornehmen. StreamOn soll demnach so umgestaltet werden, dass Kunden innerhalb der EU vom Roam-Like-At-Home-Prinzip profitieren können. Das Prinzip muss für alle Tarife gelten, die Roaming im EU-Ausland ermöglichen und das durch StreamOn genutzte Datenvolumen darf im EU-Ausland nicht mehr vom Inklusivvolumen des MagentaMobil-Tarifs abgezogen werden.

Die Telekom hat außerdem eine aktualisierte Version ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Content-Partner vorgelegt, die ab 1. März 2018 in Kraft tritt. Streaming-Anbieter mit Downloadfunktion und Privatpersonen können nun ebenfalls StreamOn-Partner werden. Die vorgelegten Änderungen erfüllen laut Bundesnetzagentur alle Anforderungen für eine offene und diskriminierungsfreie Teilnahme an StreamOn.

Anfang Oktober hatte die Bundesnetzagentur bei StreamOn Verstöße gegen Roaming- und Netzneutralitätsvorgaben festgestellt. Der Konzern hat nun bis Ende März 2018 Zeit, entsprechende Nachbesserungen vorzunehmen. Kommt die Telekom dieser Verpflichtung nicht nach, muss sie ein Zwangsgeld zahlen.

  

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