2352150

Bundesnetzagentur stoppt Ping-Anrufe aus Weißrussland

28.05.2018 | 16:29 Uhr |

Die Bundesnetzagentur greift gegen Ping-Abrufe aus Weißrussland durch. Verbraucher müssen diese nicht mehr bezahlen.

Die Bundesnetzagentur hat am Montag eine Rechnungslegung und Inkassierung von Verbindungen zu mehreren weißrussischen Rufnummern untersagt. Damit müssen Verbraucher, die Ping-Anrufe von diesen Rufnummern aus Weißrussland erhalten und darauf reagiert haben, nicht mehr für die damit verbundenen Kosten aufkommen. Knapp 300 Verbraucher hatten sich laut Angaben der Bundesnetzagentur beschwert.

Immer wieder gibt es Wellen von "Ping-Anrufen" oder ähnlichen Lockanrufen. Das Prinzip: Betrüger versuchen, über solche Ping-Anrufe Rückrufe der Verbraucher zu provozieren, die oft mit hohen Kosten verbunden sind. Mehrere Euro pro Minute können dabei berechnet werden.

Laut der Anweisung der Bundesnetzagentur dürfen die Netzbetreiber nicht mehr Kosten bei den Verbrauchern einfordern, die durch die Anwahl der betreffenden weißrussischen Rufnummern entstanden sind. Verbraucher, die bereits eine Rechnung erhalten haben und diese noch nicht bezahlt haben, müssen dies auch nicht mehr tun. Die Netzbetreiber dürfen diese alten, bestehenden Forderungen nämlich auch nicht mehr eintreiben. Wer bereits eine Rechnung bezahlt hat, soll sich mit den Verbraucherzentralen in Verbindung setzen und das Geld von seinem Netzbetreiber zurückfordern, so die Empfehlung der Bundesnetzagentur. "Durch das Verbot der Abrechnung dieser Verbindungen wird das rechtswidrige Geschäftsmodell der Täter wirtschaftlich unattraktiv", stellt die Bundesnetzagentur nüchtern fest. Man gehe aber auch weiterhin konsequent gegen die Ping-Anrufe vor. Dabei ist die Bundesnetzagentur auf Meldungen und Beschwerden der Verbraucher angewiesen.

Die weißrussische Vorwahl 0375 ähnelt der Vorwahl 0375, über die die sächsischen Städte Lichtentanne, Sachs, Oelsnitz/Erzgebirge, Steinpleis, Stenn, Wilkau-Haßlau und Zwickau erreichbar sind. Das machten sich die Abzocker zunutze, um die Verbraucher hierzulande zu täuschen.

Insgesamt sieht die Bundesnetzagentur einen Rückgang bei den Ping-Anrufen. Zwischen Oktober und Dezember 2017 seien noch 61.000 Beschwerden eingegangen. Zwischen Januar bis Ende April 2018 gab es nur noch 8.000 Beschwerden. Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die Bundesnetzagentur Ende 2017 angeordnet hatte, dass in Mobilfunknetzen eine kostenlose Preisansage für bestimmte internationale Vorwahlen geschaltet werden muss. Der Anrufer erfährt so zu Beginn des Telefonats, dass er eine hochpreisige ausländische Rufnummer anwählen wird. Generell empfiehlt die Bundesnetzagentur keine ausländische Rufnummer zurückzurufen, wenn aus diesem Land kein Anruf erwartet wird.

Für welche neuen und alten Rufnummern eine Inkassierung und Rechnungslegung verboten ist, können Sie dieser Website der Bundesnetzagentur entnehmen. Dort sind auch Rufnummern gelistet, deren Abschaltung angeordnet wurde.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2352150