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BSI plant Früherkennungssystem für Hackerangriffe

09.01.2019 | 12:13 Uhr | René Resch

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat auf einer Pressekonferenz des BSI ein Hacker-Früherkennungssystem in Aussicht gestellt.

Nach dem Fall des 20-jährigen Schülers aus Mittelhessen, der zugegeben hatte, aus Frust über Politiker und Personen des öffentlichen Lebens deren persönliche Daten ausgespäht und veröffentlicht zu haben, soll nun ein Frühwarnsystem eingeführt werden, so der Wunsch von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU).

Dabei soll es sich um ein Maßnahmenpaket handeln, das künftig schon vor einer etwaigen Veröffentlichung sensibler Daten warnen soll. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die Arbeit an einem derartigen System bereits eingeleitet. „Wir müssen sehen, dass wir ein Frühwarnsystem etablieren“, sagte Horst Seehofer auf der Pressekonferenz des BSI. „Wir prüfen, eine Früherkennung vor Datenabfluss zu schaffen.“

Daneben sollen auch Zusammenhänge im Auge behalten werden können. Seehofer will mit dem System erreichen, dass zum Beispiel Sperrungen von Social-Media-Accounts, die illegale Daten verbreiten, schneller erreicht werden können. Das System soll auch einzelne Vorfälle auf Zusammenhänge prüfen. Im aktuellen Fall hätte die Frühwarnung dann vielleicht anschlagen können.

Bedenken kommen vom BSI selbst

Der BSI-Chef Arne Schönbohm deutete dagegen an, dass die Idee des Bundesinnenministers wenig fruchtbar sei. Der aktuelle Fall habe gezeigt, dass man zuvor keine Anhaltspunkte im Internet gefunden habe.

Das BSI hatte bei dem Leak rund 8,3 Gigabyte an Daten bei dem geständigen Schüler sicherstellen können. Um die weitere Verbreitung der Daten zu stoppen, wurden laut der Behörde über 50 internationale Hoster kontaktiert, um die Löschung der Daten zu erbitten. Verpflichtet seien die Hoster dabei jedoch nicht.

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