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Broadcom bietet 146 Milliarden US-Dollar für Qualcomm

06.02.2018 | 11:53 Uhr |

Der Chip-Konzern Broadcom erhöht sein Gebot für den Konkurrenten Qualcomm auf 146 Milliarden US-Dollar. Die bisherigen Angebote schlug Qualcomm zuvor aus. Die Fusion wäre die teuerste Tech-Übernahme aller Zeiten. Zusammen wären die Unternehmen die Nummer 3 unter den Chip-Herstellern nach Samsung und Intel.

Broadcom erhöhe das Gebot je Aktie um 12 US-Dollar auf nun 82 US-Dollar, teilte Broadcom am Montag mit. Somit würde Qualcomm mit ca. 121 Milliarden US-Dollar bewertet. Die weiteren 25 Milliarden US-Dollar wären Schulden, falls Qualcomm noch wie geplant den Konkurrenten NXP übernehme.

Bisher hatte Broadcom lediglich 70 US-Dollar pro Aktie für das Konkurrenz-Unternehmen geboten, davon 60 US-Dollar in bar und 10 US-Dollar in Broadcom-Aktien. Nun wurde Qualcomm auch eine großzügige Zahlung versprochen, falls der Deal doch scheitern sollte. Dem Qualcomm-Verwaltungschef Paul Jacobs und einem weiteren Vertreter biete Broadcom Plätze im Führungsgremium des dann fusionierten Unternehmens an. Bei Qualcomm ist für den März eine Aktionärsversammlung angesetzt, hier könnten theoretisch die ersten Weichen für den Deal gestellt werden.

Qualcomm möchte Offerte prüfen

Qualcomm werde das nachgebesserte Gebot prüfen. Die Firma habe jedoch gegenüber dem Deal Bedenken und sieht mögliche Probleme mit Regulierungsbehörden auf sich zukommen. Broadcom betonte, der Konzern wäre bereit, selbst weitreichende Auflagen zu akzeptieren. Auch sei es die letzte Erhöhung des Gebots, betonte Broadcom.

Der Chip-Konzern aus Kalifornien steht unter Druck

Das in Kalifornien ansässige Qualcomm steht durch den mit Apple andauernden Patentstreit massiv unter Druck. Und auch die EU-Kommission belegte Qualcomm vor kurzem mit einer Strafe von 1,2 Milliarden US-Dollar, weil sie einen Exklusivdeal mit Apple als verletztes Wettbewerbsrecht einstufte. Das macht sich bei Qualcomm natürlich in der Bilanz wie im Aktienkurs bemerkbar. Das möchte Konkurrent Broadcom nun mit allen Mitteln ausnutzen.


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