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Bridge-Modus beim Speedport-Router aktivieren

06.10.2017 | 09:31 Uhr |

Um einen leistungsstarken WLAN-Router im Bridge-Modus mit Provider-Router zu betreiben, müssen Sie diesen in den Modembetrieb umstellen.

Sie sind mit dem Router unzufrieden, den Sie zu Ihrem Internettarif kostenlos vom Provider bekommen haben. Denn er bietet nur wenige Einstellmöglichkeiten und auch das WLAN-Tempo fällt schwach aus. Deshalb haben Sie sich einen leistungsfähigeren WLAN-Router gekauft, den Sie per LAN-Kabel am Provider-Router angeschlossen haben. Allerdings treten mit dieser Konfiguration jetzt Probleme auf: Sie können zum Beispiel bestimmte Geräte im Heimnetz nicht mehr erreichen, das Video- und Audiostreaming im Heimnetz funktioniert nicht mehr, und auch der Zugriff von außen auf bestimmte Heimnetzrechner klappt nicht.

Eine mögliche Ursache der Probleme kann sein, dass die Heimnetzgeräte IP-Adressen aus zwei unterschiedlichen Adressbereichen erhalten. Das passiert, wenn sowohl der Router des Providers wie auch der neue WLAN-Router als DHCP-Server arbeiten und an die an sie angeschlossenen Geräte IP-Adressen vergeben: Ein NAS, das zum Beispiel per LAN-Kabel mit dem Providerrouter verbunden ist, befindet sich dann in einem anderen Netzwerkbereich als ein Tablet, das im Funknetz des WLAN-Routers eingebucht ist. Es gibt aber verschiedene Dienste, etwa für Audio- und Videostreaming, die nur dann Multimedia-Daten übertragen, wenn sich die beteiligten Geräte im selben Adressbereich befinden.

Aber auch, wenn Sie nur am WLAN-Router Heimnetzgeräte angeschlossen haben, kann es knifflig werden, weil dann im Netzwerk eine doppelte Übersetzung der IP-Adressen geschieht (Double- NAT): Der Providerrouter übersetzt die öffentliche IP-Adresse, unter der er von außen erreichbar ist, in private Adressen, die nur im Heimnetz gelten. Der dahinter geschaltete WLAN-Router interpretiert die private IP-Adresse, die er vom Providerrouter bekommen hat, seinerseits als öffentliche Adresse und übersetzt sie erneut in eine private IP-Adresse für seine Clientgeräte.

Dann scheitern häufig Anwendungen, die eine Portweiterleitung in der Router-Firewall benötigen, um zu funktionieren, zum Beispiel Online-Spiele, VPN-Verbindungen oder der Internetzugriff auf Heimnetzgeräte.

Das Problem lässt sich leicht lösen, wenn sich der Providerrouter in ein reines Modem verwandeln lässt: In diesem sogenannten Bridge-Modus werden alle Routerfunktionen abgeschaltet, und NAT übernimmt nun ausschließlich der neue WLAN-Router. Zum Beispiel lassen sich die beiden Telekom-Router Speedport Entry 2 und Speedport Smart in einen reinen Modem-Modus umschalten. Im Routermenü erledigen Sie das über „Einstellungen -> DSL-Modem -> Speedport als DSL-Modem nutzen“. Der WLAN-Router dahinter muss über den LAN-Port 4 des Telekom-Routers verbunden sein.

Beim Hitron-Router für einen Kabelanschluss von Vodafone beziehungsweise Kabel Deutschland müssen Sie das Umstellen auf den Bridge-Modus über das Kundencenter beauftragen. Melden Sie sich dafür mit Ihren Zugangsdaten unter https://kabel.vodafone.de/meinkabel an. Anschließend gehen Sie zu „Einstellungen -> Interneteinstellungen“. Dort können Sie den Bridge-Modus deaktivieren. Zuvor müssen Sie aber den Homespot-Service des Routers abschalten, da im Bridge-Modus das dafür notwendige WLAN des Hitron nicht mehr funktioniert. Allerdings kann es bis zu sieben Tage dauern, bis dies erledigt wird.

Bei vielen Providerroutern funktioniert dieses Vorgehen allerdings nicht: Häufig ist der entsprechende Eintrag im Routermenü nicht vorhanden. Ein 1&1 WLAN-Modem, eine Fritzbox 7412, lässt sich beispielsweise ebenso wenig in einen Bridge-Modus versetzen wie die Easybox 804 für DSL-Tarife von Vodafone.

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