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BMW: i3 ohne Touchscreen, ConnectedDrive+, Remote 3D View, kein Android Auto

15.09.2017 | 14:22 Uhr |

Fast alle Fahrzeuge von BMW bekommen einen Touchscreen. Nur bei einem Modell bleibt der Bildschirm berührungslos – ausgerechnet bei einem besonders zukunftsorientierten E-Auto. Wir nennen den Grund. Plus: BMW zeigt auf der IAA die faszinierende Funktion Remote 3D View.

Im neuen BMW 7er haben die Bayerischen Motorenwerke erstmals einen Touchscreen vorgestellt . Im Test funktionierte das neue ConnectedDrive mit Touchscreen sehr gut und bei der Nutzbarkeit von Carplay setzte sich BMW ConnectedDrive damit sogar an die Spitze. Nach und nach führt BMW den Touchscreen deshalb in allen seinen Modellen ein, bis in jedem BMW ein Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts verbaut ist.

BMW i3/i3s ohne Touchscreen

Mit einer Ausnahme. Das gerade erst runderneuerte Elektro-Auto BMW i3 bekommt auch künftig keinen Touchscreen, sondern behält seinen klassischen LCD. Der Grund dafür, dass ausgerechnet der Technologieträger i3 keinen Touchscreen bekommt, ist relativ simpel: Der Innenraum des i3 ist derart großzügig dimensioniert und der Bildschirm auf dem Armaturenbrett derart weit vom Fahrer entfernt, dass dieser sich regelrecht vorstrecken müsste, um den Bildschirm per Touch erreichen zu können. Das ist nicht nur unbequem, sondern auch gefährlich, weil dabei der Fahrer seine rechte Schulter etwas nach vorne bewegen muss und dabei das Lenkrad verreißen könnte. Aus diesem Grund verzichtet BMW auf einen Touchscreen im i3. Damit bleibt der BMW i3 mittel- und langfristig das einzige BMW-Fahrzeug ohne Touchscreen.

Mit dem BMW i3 startet der bayrische Automobilhersteller ins Elektro-Zeitalter. Heraus gekommen ist ein Elektro-Auto mit riesigem Spaßfaktor, innovativer Technik, einem 170 PS starken E-Motor und einem heftigen Preis. Der beginnt nämlich bei knapp 35.000 Euro. Ob sich der i3 trotz des hohen Preises als alltagstauglicher Zweitwagen eignet, haben wir in diesem Video ausprobiert.

ConnectedDrive+

Ein nützliches Feature, das BMW mit dem im Sommer vorgestellten Update von ConnectedDrive, nämlich ConnectedDrive+, integriert hat: Die Navigation informiert eine Zielperson automatisch, wenn sich die voraussichtliche Ankunftszeit verschiebt. Das geht so: Der Fahrer startet eine Navigation im BMW. ConnectedDrive+ informiert eine vom Fahrer festlegte Zielperson über die voraussichtliche Ankunftszeit. Die Zielperson sieht nicht nur diese Informationen, sondern kann sogar die Route und den aktuellen Standort des Fahrers auf einer Karte in Echtzeit sehen. Der Fahrer muss der Freigabe dieser Daten vorher aber zustimmen und kann diese Zustimmung jederzeit widerrufen.

Die Integration von iPhones in das Entertainment-Systems eines Autos funktioniert dank Apple Wireless CarPlay jetzt auch kabellos. Bisher gibt es die Technologie allerdings nur bei BMW. Mehr Infos zu Wireless CarPlay erhalten Sie in diesem Video.

Stellt ConnectedDrive+ nun während der Fahrt fest, dass sich die Verkehrslage verschlechtert und sich der voraussichtliche Ankunftstermin verzögert, dann informiert ConnectedDrive+ darüber automatisch und ohne Eingreifen des Fahrers die Zielperson.

BMW ConnectedDrive+
Vergrößern BMW ConnectedDrive+

Gefahren, die von Fahrzeugen der vernetzten BMW Fahrzeugflotte erkannt werden wie zum Beispiel ein Unfall oder eine Panne, dichter Nebel, Starkregen oder Glatteis, werden unmittelbar an das BMW Backend übertragen und als Gefahrenvorschau in das Navigationssystem und in den Bildschirm von Fahrzeugen in der näheren Umgebung eingespielt (Car-to-Car-Kommunikation). Dadurch werden dem Fahrer gefährliche Situationen frühzeitig angezeigt.

Was BMW ConnectedDrive+ aber nach wie vor nicht kann: Verzögerungen vorab berücksichtigen, die durch Großereignisse ausgelöst werden. Beispielsweise durch ein gut besuchtes Rockkonzert, nach dessen Ende dann Menschenmassen mit ihren Autos die Straßen verstopfen.

Für die Navigation verwendet BMW das Kartenmaterial von Here. Die RTTI-Verkehrslagedaten stammen aber von Inrix.

Android Auto muss draußen bleiben

Im Gespräch mit uns bestätigte BMW, dass das Unternehmen Android Auto nach wie vor nicht in ConnectedDrive integrieren wird. Aus Datenschutzgründen. Mit Apple habe sich BMW dagegen so weit einigen können, dass die Daten der Kunden sicher seien und deshalb habe man Carplay vor einiger Zeit integriert – übrigens weltweit als erstes Unternehmen in der Wireless-Variante, die wir wiederum weltweit als erstes großes Medium getestet haben.

Die Entscheidung Android Auto vorerst auszusperren, dürfte BMW aber nicht schwer fallen. Denn BMW-Fahrer verwenden mehrheitlich iPhones. Zudem können Sie Android-Smartphones jederzeit mit ConnectedDrive verbinden und nutzen, lediglich Android Auto steht Ihnen im BMW nicht zur Verfügung. Die ConnectedDrive-App für iOS ist übrigens immer eine Version aktueller als die für Android.

Cooles Echtzeitbild: Remote 3D View

Remote 3D View ist eine coole Kamera-Funktion, die BMW erstmals mit dem neuen 5er eingeführt hat. Sofern der BMW mit den nötigen Rundum-Kameras ausgestattet ist – die BMW schon seit vielen Jahren für seine Fahrzeuge im Rahmen der Surround View anbietet - kann der Fahrer auf seiner ConnectedDrive-App eine Fotoansicht abrufen, die seinen BMW aus der Vogelperspektive zeigt. In Echtzeit! Der Fahrer sieht auf seiner App also, wenn gerade jemand an dem BMW vorbei geht. Bei einer Vorführung auf der IAA klappte das hervorragend. Die Übertragung des Fotostreams vom Wagen über die BMW-Server auf die Smartphone-App des Besitzers erfolgt über die im BMW fest ab Werk verbaute SIM-Karte.

Zum brisanten Thema „Fotografieren im öffentlichen Raum und Datenschutz“ stellt BMW fest, dass der Foto-Stream nirgends aufgezeichnet werde und auch nicht auf ein frei zugängliches Portal gestreamt werde. Deshalb sei diese Technologie juristisch okay. Falls der Fahrer selbst Maßnahmen ergreift, um die Aufnahmen dauerhaft zu speichern oder gar im Internet zu veröffentlichen, dann sei das seine Entscheidung und er dafür haftbar.



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