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Blue Whale Challenge: Polizei warnt vor Panikmache

30.06.2017 | 15:05 Uhr |

Aktuell berichten Medien über eine angeblich unter Jugendlichen kursierende, gefährliche Challenge. Die Polizei warnt vor Panikmache.

Nach Russland und anderen Ländern erreicht die „Blue Whale Challenge“-Welle nun wohl offenbar auch Deutschland. Die Polizei Oberbayern Süd nimmt am Freitag in einem Facebook-Beitrag die verstärkte Berichterstattung über das Internet-Phänomen zum Anlass, um vor Panikmache zu warnen.

Die Teilnehmer der „Blue Whale Challenge“ müssen – so heißt es im Internet - innerhalb von einer Zeitdauer von 50 Tagen die ihnen etwa über Internet, soziale Netzwerke oder WhatsApp gestellten Aufgaben lösen. Ansonsten wird den Teilnehmern der Online-Pranger angedroht. Bei der finalen Aufgabe, so die Legende, müssen sie einen Selbstmord begehen. Zu den Aufgaben können auch Handlungen der Selbstverstümmelungen gehören.

Soviel zu dem, was an Informationen im Internet über die „Blue Whale Challenge“ verbreitet wird. Es gibt aber auch Zweifel daran, ob es diese Challenge wirklich gibt und/oder ob ihr jemand tatsächlich zum Opfer gefallen ist. Es könnte sich also auch einfach nur um eine urbane Legende halten. Davon geht beispielsweise auch knowyourmeme.com aus.

„Wie bei vielen Phänomenen ist die Berichterstattung ein zweischneidiges Schwert. Einerseits soll gewarnt werden, andererseits weckt gerade die dramatische Darstellung erst das Interesse an einem Phänomen“, warnt die Polizei Oberbayern Süd. In dem Facebook-Beitrag weisen die Beamten darauf hin, dass bisher in Deutschland nur vereinzelt Fälle bekannt geworden seien, in denen die Blue Whale Challenge der Auslöser für Selbstverletzungen gewesen sein soll.

Um einen Hype zu vermeiden, sollten Meldungen und Berichte über die Challenge nicht unreflektiert geteilt werden. Und es wird empfohlen: „Eltern sollten den Medienkonsum und das Verhalten ihrer Kinder beobachten und bei Veränderungen hellhörig sein. Je nach dem Alter des Kindes können Themen auch offen angesprochen werden. Denn wenn sie in den Medien oder auf den gängigen Sozialen Netzwerken präsent sind, haben die Kinder schon oft vor den Eltern Kenntnis davon.“

Den Eltern wird empfohlen, bei "auffälligen Verhaltensänderungen" der Kinder, sich Hilfe etwa bei der Nummer gegen Kummer zu holen. Diese betreibt sowohl ein Kinder- und Jugendtelefon (erreichbar über die Telefonnummer 116 111) als auch ein Elterntelefon (Telefon: 0800 111 0550).

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