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BKA spioniert Smartphones mit Staatstrojanern aus

29.01.2018 | 12:59 Uhr |

Das BKA überwacht bereits jetzt Smartphones mit dem Staatstrojaner. Das Spionge-Tool umgeht geschickt die Verschlüsselung von Whtsapp und anderen Messengern.

Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet, setzen deutsche Polizeibehörden bereits den Staats-Trojaner zur Überwachung von Smartphone- und Tablet-Besitzern ein. Damit versuchen die Behörden unter anderem den Inhalt von Nachrichten zu lesen, die über Messenger ausgetauscht werden, die ihre Chats verschlüsseln. Der Staatstrojaner schlägt aber bereits vor der Verschlüsselung zu. 

Laut SZ ist das Bundeskriminalamt (BKA) für den Einsatz des Staats-Trojaners verantwortlich. Das BKA habe mit dem Einsatz des umstrittenen und von Datenschützern kritisierten Spionageprogramms gerade erst begonnen. Der Staatstrojaner, der auch als Bundestrojaner bezeichnet wird, würde „in aktuell laufenden Ermittlungsverfahren verwendet, um auf Daten und Dokumente von verdächtigen Personen zuzugreifen“. Das BKA verweigert der SZ zufolge Angaben dazu, wie oft das Spionageprogramm bereits eingesetzt wurde. Die Sicherheitsbehörden bezeichnen den Staatstrojaner als „Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ)“, Techniker und IT-Sicherheitsexperten verwenden auch die Bezeichnung Remote Control Interception Software (RCIS).

Der Staatstrojaner ist sozusagen die Antwort der Polizei auf die immer besser werdenden Verschlüsselungstechniken, die Smartphone-Nutzern und PC-Anwendern zur Verfügung stehen. Denn Whatsapp oder Signal verschlüsseln ihre Chats derart stark, dass sich diese nach derzeitigem Wissensstand nicht knacken lassen. Das ist für den Staatstrojaner auch gar nicht nötig. Denn dieser macht zum Beispiel Screenshots der auf dem Smartphone angezeigten Nachrichten und verschickte diese dann an die Ermittler, wie Spiegel Online berichtet.

Den Bundestrojaner gibt es in verschiedenen Varianten: Zunächst einmal zur Überwachung von Desktop-PCs und Notebooks und dann in einer neueren Version für die Smartphone-Überwachung. Im Jahr 2017 hatte das BKA 50 Millionen Euro für die Weiterentwicklung seiner diesbezüglichen Überwachungsmittel beantragt.

Noch im September 2017 hatte es geheißen, dass das BKA den Staatstrojaner noch nie eingesetzt habe. Damals war noch davon die Rede, dass eine neue Version des Staatstrojaners zum Ausspionieren mobiler Betriebssysteme wie Android, BlackBerry und iOS erst noch entwickelt werden müsse. Bis dahin konnten die damals vorhandenen Varianten des Bundestrojaners im Wesentlichen nur Skype auf Windows-Rechner abhören. Im Juli 2017 schuf der Bundestag die rechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz des Bundestrojaners.

Behörden dürften Staatstrojaner im Alltag einsetzen


 






 




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