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Bitcoin-Boom bedroht globales Klima

08.12.2017 | 15:05 Uhr |

Das Schürfen nach der Kryptowährung Bitcoin benötigt enorm viel Strom. Die Bitcoin-Welt verbraucht mittlerweile fast so viel wie ganz Dänemark.

Während bei vielen Bitcoin-Besitzern aufgrund der enormen Kursschwankungen mittlerweile Goldgräber-Stimmung ausgebrochen ist, hat das Schürfen nach der Kryptowährung auch Schattenseiten. Die größte davon ist der enorme Stromverbrauch, den die Erzeugung von Bitcoins mit sich zieht. Beim „Schürfen“ nach Bitcoins müssen Computer immer komplexere Rechenaufgaben lösen. Während Heim-PCs bei diesem Prozess vor einigen Jahren noch mitmischen konnten, sind es mittlerweile spezielle Prozessoren, die in Serverfarmen nach Bitcoins graben. Die Erzeugung von Bitcoins benötigt damit sehr viel mehr Energie als herkömmliche Zahlungssysteme. Dieser Umstand ruft nun auch Klimaschützer auf den Plan.

Laut dem Wirtschaftsexperten Alex de Vries benötigt die Bitcoin-Welt zur Erzeugung der Kryptowährung im Jahr mittlerweile fast so viel Strom wie die gesamte dänische Volkswirtschaft – 32,4 Terawattstunden. Mit 29,5 Terawattstunden erreicht Bitcoin immerhin bereits den Energiehunger von Marokko. Angesichts des massiven Kursanstiegs könnte die Kryptowährung bis Mitte 2019 so viel Strom verbrauchen wie die gesamte USA. Nur ein Jahr später würde sie noch einmal so viel Energie benötigen wie die ganze Welt. Lediglich der technische Fortschritt in der Chip-Entwicklung könnte dem wachsenden Energiehunger Einhalt gebieten.

Aktuell werden die größten Bitcoin-Mengen in chinesischen Serverfarmen gewonnen, die mit Kohlestrom betrieben werden. Laut de Vries wird außerdem jede in der Inneren Mongolei geschürfte Bitcoin mit einem CO2-Ausstoß von 8 bis 13 Tonnen produziert. In Nordamerika und Nordeuropa wird hingegen teilweise Wasserkraft zum Bitcoin-Mining genutzt. Ob das Mooresche Gesetz langfristig mit der steigenden Komplexität der Blockchain-Rechenoperationen wird mithalten können und die Bitcoin somit langfristig für Schürfer rentabel bleibt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen müssen.  

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