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Bill Gates will Milliarden in Kernkraft investieren

28.01.2019 | 14:47 Uhr | René Resch

Seit Jahren wirbt Bill Gates für Laufwellenreaktoren, nun will Bill Gates viel Geld in die Hand nehmen, um den US-Kongress von sauberer Kernkraft zu überzeugen.

Microsoft-Gründer Bill Gates vertritt die These, nur ein neues nukleares Zeitalter kann die Menschheit retten. Dazu ist er auch bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen. So wolle er eine Milliarde US-Dollar seines Privatvermögens investieren, um so den US-Kongress dazu zu bewegen, dem Bau eines Laufwellenreaktors zuzustimmen.

Eine weitere Milliarde US-Dollar will er dabei, laut einem Pressebericht, an private Investoren geben. Das leitende Unternehmen bei der Strategie soll dabei TerraPower sein, das Kernkraft-Unternehmen, das Gates 2006 mitgegründete. Seit der Gründung von TerraPower versucht Bill Gates Laufwellenreaktoren als großartige Innovation zu bewerben, mit der sich einige Probleme der aktuellen Kernkraft lösen lassen sollen.

Angesichts des Klimawandels sieht Gates erneut eine Chance, seiner Idee Auftrieb zu geben und preist die Kernenergie als saubere Alternative an: „Kernkraft ist ideal für den Umgang mit dem Klimawandel, weil es die einzige CO2-freie, skalierbare Ressource ist, die 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht“, erklärte Gates.

Experten zweifeln

Konzepte eines Laufwellenreaktor gibt es bereits seit 1950. Experten bezweifeln jedoch, ob diese Reaktoren tatsächlich das halten können, was Gates immer wieder verspricht. Bis zum heutigen Tage hat noch niemand einen Versuchsreaktor gebaut. Lediglich Computersimulationen unterstreichen einen erfolgreichen Betrieb eines solchen Reaktors. Zudem müssten zuerst diverse technische Probleme gelöst werden und in einigen Fällen auch neue Materialien gefunden werden, da der Verschleiß von Laufwellenreaktoren ziemlich groß wäre. So könnte es allein bis ein Konzept eines kommerziell nutzbaren Reaktors steht, Jahrzehnte vergehen.

Selbst dann gibt es noch Schwierigkeiten: Die Kühlung eines solchen Reaktors stellt Experten vor Probleme. Und dann wäre da noch der Atommüll. Das Problem wäre nicht aus der Welt geschafft, sondern lediglich verlagert.

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