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BGH-Urteil: Mehr Transparenz bei Vergleichsportalen

28.04.2017 | 14:45 Uhr |

Laut einem BGH-Urteil müssen Vergleichsportale ihre Nutzer künftig darauf hinweisen, wenn sie nur ausgewählte Anbieter listen.

Wer Vergleichsportale im Internet nutzt, geht davon aus, dass derartige Webangebote eine umfassende Marktübersicht liefern – also alle Anbieter für die jeweilige Dienstleistung oder das gesuchte Produkt auflisten. Das ist aber nur bei den wenigsten Vergleichsportalen der Fall. In der Regel finden sich bei diesen Portalen nur ausgewählte Anbieter, mit denen eine Provision vereinbart wurde.

Auf diesen Umstand müssen Vergleichsportale ihre Nutzer künftig hinweisen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in dieser Woche mit einem aktuellen Urteil . Im vorliegenden Fall hatte der Bundesverband Deutscher Bestatter gegen das Vergleichsportal Bestattungsvergleich.de geklagt. Das Internetportal listet Bestatter und vermittelt diese an Hinterbliebene. Der Bundesverband hatte Bestattungsvergleich.de vorgeworfen, nicht alle Bestatter im Vergleich aufzuführen, sondern nur ausgewählte Unternehmen, mit denen im Vorfeld eine Provision vereinbart wurde. Diese verkleinerte Auswahl sei für Nutzer der Seite jedoch an keiner Stelle ersichtlich. Lediglich im Geschäftskundenbereich von Bestattungsvergleich.de finde sich ein entsprechender Hinweis.

Der BGH urteilte zugunsten des Bundesverbands Deutscher Bestatter. Zur Urteilsbegründung hieß es, dass Nutzer des Portals davon ausgingen, eine komplette Marktübersicht zu bekommen. Diese Annahme würde auch die Entscheidung der Kunden beeinflussen. Um eine "informierte geschäftliche Entscheidung" treffen zu könnne, benötigten Kunden eine solch „wesentliche Information“.

Das aktuelle Urteil lässt sich auch auf andere Vergleichsportale anwenden, die auf Provisionsbasis arbeiten. Derartige Internetangebote müssen Kunden auf ihren Seiten künftig deutlicher auf ihr Geschäftsgebahren hinweisen.

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