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BGH: Facebook muss Konten Verstorbener den Erben zugänglich machen

12.07.2018 | 17:45 Uhr |

Stirbt ein Facebook-Nutzer, so müssen die Erben nach Ansicht des Bundesgerichtshofs den vollen Zugriff auf das Konto erhalten.

Der Bundesgerichtshof (BGH) kam heute zu der Entscheidung , dass Facebook das Konto eines verstorbenen Nutzers seinen Erben zugänglich machen muss. Im Juli urteilte das Kammergericht Berlin noch anders. Laut BGH gehöre ein Benutzerkonto bei einem sozialen Netzwerk in die Erbmasse. Die Erben können das Konto demnach inklusive aller geführten Unterhaltungen einsehen. Anlass für die Entscheidung war der Streit über den Tod einer 15-Jährigen aus Berlin. Die Mutter erhielt danach keinen Zugriff, da der Account bereits in den Gedenkzustand versetzt wurde.

Die Mutter wollte aus den Chatverläufen ihrer Tochter erfahren, ob diese gemobbt wurde, denn sie kam unter ungeklärten Umständen bei einem U-Bahn-Unfall ums Leben. Facebook verweigerte den Zugang aus Datenschutzgründen. Schließlich würden die Chats auch andere Nutzer betreffen. Laut BGH muss Facebook den Account zur Verfügung stellen, auch wenn dieser von anderen Nutzern verwendet werden soll. Auch die im Mai in Kraft getretene EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ändere daran nichts. Die Mutter soll nun vollen Zugriff auf das Konto ihrer Tochter erhalten, die Namen der Chatpartner sollen darüber hinaus nicht geschwärzt werden.

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