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Eventim schafft Onlineticket-Gebühr ab

19.12.2018 | 11:00 Uhr | René Resch

Eventim schafft seine umstrittene print@home-Ticketgebühr nun ab. Für Sport-Events bleibt die Gebühr jedoch erhalten.

News vom 19.12.2018: Klaus-Peter Schulenberg, Chef bei Eventim, hat nun überraschend bestätigt, dass Eventim zukünftig auf die umstrittene Ausdruck-Gebühr für Print@Home-Tickets verzichten möchte. Das bestätigte Schulenberg in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Capital.

Schulenberg sagte dazu: „Wir wollen keinen Streit“. Für die selbst ausgedruckten Tickets habe man zwar in vielen öffentlichen Hallen in Kontrollsysteme investieren müssen und in vielen anderen Ländern sei diese Zusatzgebühr auch kein Problem. Die Mechanik hinter der Online-Gebühr habe man „nicht überzeugend genug vermitteln können“. Deshalb wird in Deutschland komplett auf diese Gebühr verzichtet.

Gebühr bleibt bei Sport-Tickets weiter bestehen

Die Gebühr entfällt also zukünftig für Konzert-Tickets. Die Service-Gebühr bleibt jedoch für Fußball-Tickets und andere Sport-Events bestehen. Eventim Sports ist ein Tochterunternehmen und muss sich dem BGH-Urteil daher nicht beugen.

Ursprüngliche News vom 24.08.2018 - BGH: Eventim muss Onlineticket-Gebühr einstellen: Eventim, der Marktführer für Ticketvermittlung, hat für seine print@home-Funktion - bei der Eintrittskarten elektronisch übermittelt werden, um vom Kunden selbst ausgedruckt zu werden - eine Service-Gebühr von bis zu 2,50 Euro verlangt. Diesem Gebaren hat der Bundesgerichtshof (BGH) am 23. August 2018 nun einen Riegel vorgeschoben und als unzulässig erklärt.

Eventim-Nutzer haben für verschiedene Anbieter die kostenpflichtige print@home-Option zur Auswahl. Für die Übermittlung der Daten fallen Eventim weder Porto- noch Materialkosten an. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte bereits im Jahr 2017 erfolgreich gegen das Entgelt vor dem Landgericht in Bremen geklagt, auch die Berufung seitens Eventim wurde zurückgewiesen. Der BGH hat nun als letzte Instanz ebenfalls zugunsten der Verbraucherzentrale entschieden und die Revision von Eventim abgewiesen.

Neben print@home beendete das Gericht auch Eventims "Premiumversand inklusive Bearbeitungsgebühr". Kunden konnten beispielsweise beim Vorverkauf von AC/DC-Karten zur Welttournee 2015 ausschließlich den Premiumversand wählen und mussten dafür 29,90 Euro bezahlen, die Tickets kamen im Anschluss jedoch nur mit normaler Briefpost.

Die Verbraucherzentrale gibt sich zufrieden, der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Wolfgang Schuldzinski sagte zum Urteil folgendes: "Das Urteil schiebt der Unsitte einiger Anbieter einen Riegel vor, Verbrauchern mit Extragebühren zusätzlich Geld aus der Tasche zu ziehen".

Eventim meldet sich zu Wort

Gegenüber Golem.de sagte der Eventim-Sprecher Christian Steinhof: "Wir nehmen das Urteil des Bundesgerichtshofs zur Kenntnis und werden dieses umsetzen. Sobald uns die ausführliche Begründung für den Entscheid vorliegt, werden wir die erforderlichen Anpassungen bei Ticketdirect vornehmen. Bis dahin werden wir das Angebot weiter zur Verfügung stellen, ohne print@home-Gebühren zu erheben."

Die Verbraucherschützer sind auch der Meinung, Eventim solle die Gebühren für Ticketdirect an Kunden zurückzahlen. Falls Eventim dieser Forderung nicht nachkommt sollen Gewinnabschöpfungsansprüche in Betracht gezogen werden.

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