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Bericht: Tesla sucht „Aufpasser“ für Musk

17.08.2018 | 12:34 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Angeblich sucht Tesla einen Top-Manager als COO. Er soll Elon Musk entlasten, ihn faktisch aber wohl auch von unüberlegten Äußerungen abhalten. Musk dementiert und verrät, wie viel er in der Woche arbeitet – sehr viel…

Laut einem Bericht der "New York Times" sucht das Board of Directors von Tesla eine mächtige Nummer zwei für den Elektro-Automobil-Hersteller. Der Top-Manager soll Elon Musk entlasten und wohl auch weitere unüberlegte Äußerungen beziehungsweise Tweets von Musk verhindern, die dem Unternehmen und dem Aktienkurs schaden könnten. Das will die NYT aus gut informierten Quellen erfahren haben.

Die gesuchte Spitzenperson soll die derzeit nicht besetzte Position des COO (Chief Operation Officers) oder zumindest eine ähnlich machtvolle Aufgabe übernehmen. Der COO leitet üblicherweise das operative Geschäft eines Unternehmens. CEO, also Vorsitzende der Geschäftsleitung, bliebe Elon Musk. Der „Neue“ würde direkt Musk unterstellt sein. Derzeit beschäftigt Tesla neben dem CEO Musk nur einen CTO als Technik-Chef und einen CFO als Finanzchef, aber eben keinen COO.

Das Board of Directors (das im deutschen Raum einer Kombination aus Aufsichtsrat und Vorstand entspricht) ist offensichtlich aufgeschreckt durch Musks jüngste Äußerungen dazu, dass er Tesla von der Börse nehmen wolle und dass die Finanzierung dieses Vorhabens gesichert sei. Musk hatte mit seinen via Twitter verbreiteten Behauptungen den Aktienkurs von Tesla deutlich nach oben getrieben, wodurch Spekulanten, die auf sinkende Kurse gesetzt haben, Geld verloren haben. Die NASDAQ setzte sogar kurzzeitig den Handel mit der Tesla-Aktie aus. Prompt verklagen nun einige Spekulanten Musk und die US-Börsenaufsicht SEC untersucht derzeit den Fall und hört Musk wohl nächste Woche an. Musk sind diese nur auf kurzfristige Gewinnmitnahmen setzende Spekulanten ein Dorn im Auge.

Musk selbst hat aber der " New York Times" gegenüber dementiert, dass Tesla derzeit einen COO suchen würde. Tesla habe nur vor zwei Jahren Sheryl Sandberg deswegen angefragt. Sandberg ist COO von Facebook. Doch aktuell würde Tesla laut Musk nicht nach einem COO suchen. Die "New York Times" beruft sich aber auf namentlich nicht genannte Quellen, die eben das Gegenteil behaupten.

Laut NYT seien einige Board-Mitglieder über Musk verärgert und wollen ihm deswegen wohl eine Art Aufpasser zur Seite stellen. Die rüde Art und Weise, wie Musk Fragen von Analysen bei der Vorstellung des letzten Quartalsberichts zurückgewiesen hat, soll bei einigen Board-Mitgliedern ebenfalls auf wenig Begeisterung gestoßen sein. Ebenso wenig wie Musks beleidigende Äußerungen über einen der Rettungstaucher bei der Rettungsaktion einer Schulklasse aus einer überfluteten thailändischen Höhle.

Zudem seien die Board-Mitglieder besorgt über das immense Arbeitspensum von Musk. Das Board wolle mit der Bestellung eines COO vor allem auch die Arbeitslast von Musk reduzieren. Musk würde zudem das Schlafmittel Ambien verwenden, was ebenfalls Sorgen bei einigen Board-Mitgliedern auslösen soll – Musk räumte gegenüber der NYT die Einnahme des Schlafmittels ein.

Gegenüber der "New York Times" sagte Musk, dass er 120 Stunden in der Woche arbeite und manchmal die Fabrik für drei bis vier Tage am Stück nicht verlassen hätte. Seinen 47. Geburtstag, der am 28. Juni 2018 war, habe er komplett, also 24 Stunden, mit Arbeit verbracht.

In dem Interview mit der NYT stellte Musk klar, dass er auch weiterhin twittern werde und seine Aufsehen erregenden Tweets der letzten Wochen nicht bereuen würde.

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