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Bericht: Google verlangt bis zu 40 Dollar für seine Android-Apps

22.10.2018 | 11:15 Uhr |

Bis zu 40 Dollar Lizenzgebühr will Google von den Android-Smartphone-Herstellern für seine Apps verlangen. Unter anderem für Top-Androiden in Deutschland.

Wie The Verge berichtet, will Google von den Herstellern von Android-Geräten bis zu 40 Dollar pro Gerät für die Installation seiner Apps und die Integration des Google Play Store verlangen. Das will The Verge aus als „vertraulich“ eingestuften Unterlagen erfahren haben. In den Unterlagen werden Google Play und die Google-Apps unter dem Begriff „“Google Mobile Services” zusammengefasst. Die Gebühren verlangt Google nur für Androidgeräte, die im europäischen Raum verkauft werden, um damit die Vorgaben der EU umzusetzen und weitere Strafzahlungen zu vermeiden. Die konkrete Höhe der Gebühr hängt von der Pixeldichte des Android-Gerätes und dem Land ab, in dem das Androidgerät verkauft werden soll. Die Gebühr wird für Androidgeräte fällig, die am oder nach dem 1. Februar 2019 aktiviert werden.

Wobei Google aber Zusatzvereinbarungen anbieten will, die diese Gebühr teilweise oder sogar vollständig kompensieren. Und zwar für solche Fälle, in denen die Android-Gerätehersteller den Browser Chrome und die Google-Suche ebenfalls auf ihren Geräten vorinstallieren.

Demnach teilt Google die EU in drei Zonen ein. Die höchste Gebühr, also 40 Dollar, verlangt Google für Großbritannien, Schweden, Deutschland, Norwegen und die Niederlande. Und zwar für Android-Geräte mit einer Bildschirm-Pixeldichte von über 500 ppi! Davon sind also beispielsweise das Samsung Galaxy S9 und dessen Vorgänger betroffen.

Für Android-Geräte mit einer Pixeldichte zwischen 400 und 500 ppi werden in den genannten Ländern 20 US-Dollar Lizenzgebühr fällig. Für Geräte unter 400 ppi verlangt Google 10 Dollar. In einigen EU-Staaten fallen für Lower-End-Smartphones nur 2,50 Dollar pro Gerät an.

The Verge fand in den ihm vorliegenden Unterlagen keine offizielle Erklärung dafür, weshalb Google die Pixeldichte als Maßstab für die Höhe der Lizenzgebühr nimmt. Vermutlich ist die Pixeldichte deshalb so wichtig, weil eine hohe Pixeldichte automatisch ein Top-Android-Gerät bedeutet und damit ein Indiz für einen hohen Gerätepreis darstellt. Für Android-Tablets existieren separate Preise, die sich an den Ländern orientieren und bei 20 Dollar pro Tablet gedeckelt sind.

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig: Android-Geräte-Hersteller, die den Chrome-Browser nicht installieren und diesen auch nicht auf dem Home Screen vorinstallieren, werden automatisch auch nicht an den darüber erzielten Werbeeinnahmen beteiligt. Das allein ist also schon ein Anreiz Chrome vorzuinstallieren. Und künftig fallen dann ebenfalls auch die Lizenzgebühren weg, wenn Chrome und die Google-Suche installiert sind.

Hersteller von Android-Geräten, die auf die Google-Apps und Google Play verzichten, müssen zwar keine Lizenzgebühren bezahlen. Doch auf deren Androidgeräten fehlen dann halt auch alle Apps von Google Play, also zum Beispiel Facebook, Instagram, Snapchat, Youtube etc.

Google kommentierte den Bericht bisher nicht.

EU: Google verlangt künftig Lizenzgebühren für Google-Apps

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