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Bericht: Android-Vater missbrauchte Mitarbeiterin - Google zahlte 90 Mio. Abfindung

26.10.2018 | 10:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Android-Vater Andy Rubin zwang laut einem Medienbericht eine Mitarbeiterin zum Oralverkehr. Google zahlte ihm 90 Millionen Dollar Abfindung, als er deswegen Google verlassen musste. Google feuerte zudem 48 Mitarbeiter wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung. Diese aber ohne Abfindung.

Google hat in den letzten beiden Jahren 48 Mitarbeiter wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung entlassen. Darunter 13 Manager. Alle mussten ohne Abfindung gehen. Das teilte Google CEO Sundar Pichai und Vice President Eileen Naughton laut The Verge in einem Brief an die Mitarbeiter mit.

Auch Andy Rubin – der Vater des Betriebssystems Android – musste Google anscheinend aus diesem Grund verlassen. Doch gerade Rubins Fall lässt Google schlecht aussehen – denn anders als die 48 übrigen Entlassenen soll Google Rubin eine üppige Abfindung gezahlt haben. Und immer noch zahlen.

Laut einem Bericht der New York Times (NYT) zahlt Google Rubin 90 Millionen Dollar Abfindung für sein Ausscheiden im Oktober 2014. Die letzte Rate dieser 90 Millionen bekommt Rubin demnach im November 2018: Zwei Millionen Dollar. Der Grund für die Enlassung laut NYT: Rubin zwang im Jahr 2013 in einem Hotelzimmer eine Mitarbeiterin zum Oralverkehr. Rubin weist diesen Vorwurf via Twitter zurück und spricht von einer Verleumdungskampagne.

Google hatte die Vorwürfe gegen Rubin untersucht und war zu dem Ergebnis gekommen, dass sie glaubhaft seien. Trotzdem versprach Google Rubin die 90 Millionen Dollar Abfindung. Zuvor hatte Google Rubin bereits Aktien im Wert von damals 150 Millionen Dollar übergeben; damals liefen bereits die Google-internen Untersuchungen wegen des erzwungenen Oral-Verkehrs. Mit diesem vielen Geld konnte Andy Rubin seine eigenen Business-Pläne weiterverfolgen: Das Essential-Phone und Ambient OS. Das Essential Phone steht derzeit vor dem Scheitern und die Firma hat bereits viele Mitarbeiter entlassen.

Aus rechtlicher Sicht hätte Google Rubin wegen dieses Vorwurfs ohne jegliche Abfindung entlassen können. Google wollte mit der hohen Abfindung aber wohl sicher stellen, dass Rubin nicht für einen Konkurrenten von Google arbeitet. Laut NYT habe Google Rubin gegen die Vorwürfe in Schutz genommen. Insgesamt soll Google in den letzten zehn Jahren drei leitende Angestellte geschützt haben, als der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen sie erhoben wurde.

Google kaufte 2005 Rubins Startup Android auf. Rubin leitete danach maßgeblich die Weiterentwicklung von Android zum weltweit meistverwendeten mobilen Betriebssystem.

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