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Bcon Wearable im Praxis-Test: Erstes Gaming-Eingabegerät für den Fuß

15.05.2018 | 13:10 Uhr |

Test: Das Bcon ist das erste Gaming-Eingabegerät für den Fuß, dass unser Gameplay dank einfacher Gestensteuerung und mit Hilfe von 108 zusätzlichen, virtuellen Tasten spürbar erleichtern soll.

Die Firma Caplab GmbH stellte im November letzten Jahres das erste Gaming-Wearable namens Bcon vor: Ein Wearable, dass sich der Gamer um den Fuß schnallen kann, um mit den Bewegungen bestimmte Befehle oder Aktionen auszuführen. Der Begriff Wearable ist den meisten vielleicht von diversen Fitness-Trackern bekannt und bezeichnet ein Gerät, das wir am Körper tragen, um eine Tätigkeit im realen Leben zu unterstützen. Bei einem Fitness-Tracker ist den meisten der Sinn und Zweck klar, doch wie die Sache bei einem Gaming-Wearable abläuft, lesen Sie in unserem Test und sehen Sie im folgenden Video. Hinweis: Der Bcon ist ein Crowdfunding-Projekt. Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis zum 15. Juni 2018. Für diesen Test haben wir ein Vorserienmodell verwendet.

Wer hat sich vor lauter Sondertasten und Befehlsketten nicht auch schon mal gedacht, dass 2 Hände zum Zocken einfach nicht genug sind? Dann solltet Ihr einen Blick auf Bcon werfen - das erste Gaming-Wearable zum Zocken mit dem Fuß! Kein Scherz - ihr bindet Euch das Bcon um den Fuß und könnt dann Aktionen auslösen, indem Ihr Euren Fuß bewegt. Klingt komisch, kann aber in Spielen wie DOTA oder League of Legends ziemlich praktisch sein, wenn man einfach ganze Befehlsketten auf das Bcon legt und so den Gegnern per Fußbewegungen Makros um die Ohren ballert. Fritz hat das Bcon, das demnächst als Crowdfunding-Projekt startet, ausprobiert.

► Mehr Infos:
bcon.zone/de/

TEST-FAZIT: Bcon Gaming-Wearable

Das Gaming-Wearable Bcon hat bereits in seinem vergleichsweise frühen Stadium einiges zu bieten und kann uns im Gameplay schon richtig überzeugen. Die einfache Bedienung über simple Fußbewegungen gefällt uns sehr gut und funktioniert bei uns immer latenzfrei.

Zugegeben, die Beta-Version der Software sollte der Hersteller nochmal kräftig überarbeiten, da sie nicht gerade intuitiv oder übersichtlich ist.

Da sich das Bcon-Wearable noch ganz am Anfang seiner Geschichte befindet, können wir wahrscheinlich noch mit der ein oder anderen Verbesserung rechnen. Auch ein Verkaufspreis ist noch nicht bekannt, doch nach der Crowdfunding-Aktion, die die bald auf Kickstarter beginnen wird, kann der Hersteller dann genaueres bekannt geben. Ein angedachter Preis liegt nach Aussage des Gründers Carsten van Husen bei zirka 120 Euro, was aus unserer Sicht doch etwas zu hoch angesetzt ist. Denn nicht jeder Gamer benötigt noch eine extra Eingabe, was allerdings auch stark vom Spiele-Genre abhängt.

Pro:

+ Latenzfreie Übertragung

+ lange Akkulaufzeit

+ intuitive Bewegungssteuerung

Contra:

- Nur via Bluetooth koppelbar

- unausgereifte Software

Der Bcon erhält den PC-WETL-Award "Innovative Technik".
Vergrößern Der Bcon erhält den PC-WETL-Award "Innovative Technik".

Bcon: Einfache Funktionsweise im Edelstein-Look

Der tragbare Bcon (Better Control) bietet uns nicht nur eine simple Funktionsweise, auch das Anlegen geht uns einfach von der Hand. Denn der edelsteinförmige Controller aus dem 3D-Drucker sitzt in einem magnetischen Sockel, den wir mittels eines Klettbandes ganz einfach um den Fuß herum befestigen können. Zwar können wir das Wearable auch an anderen Körperteilen anbringen, wobei aber das Tragen am Fuß vom Hersteller vorgesehen ist.

Der Gamer schnallt sich den Wireless Bcon ganz einfach um den Fuß und löst durch Kipp-Bewegungen die hinterlegten Befehle aus.
Vergrößern Der Gamer schnallt sich den Wireless Bcon ganz einfach um den Fuß und löst durch Kipp-Bewegungen die hinterlegten Befehle aus.
© Bcon

Durch einfaches Kippen nach vorne, hinten oder zur Seite des Fußes, lösen wir selbstkonfigurierte und Befehle oder ganze Tastenfolgen aus, ohne unsere momentane Spiel-Aktion zu unterbrechen. Wer aber einfach nur seine Sitzposition ändern will oder kurz aufstehen muss, der kann über einen einfachen, auch selbst konfigurierbaren Tastendruck den Pause-Modus aktivieren, der die Bewegungserkennung bis zum erneuten Druck der Taste aussetzt. Über einen LED-Indikator an der Oberseite, der in verschiedenen Farben und Abständen blinkt, können wir den aktuellen Status in Erfahrung bringen.

Der Bcon eignet sich aufgrund der flexiblen Programmierung für jedes Game.
Vergrößern Der Bcon eignet sich aufgrund der flexiblen Programmierung für jedes Game.
© Bcon

Für diese vergleichsweise simple Steuerung enthält der Bcon einen Cortex-M4 (32-Bit-Prozessor) mit einer 64-MHz-Taktrate und 3-Achsen-Sensoren mit einer Lage-Erkennungsrate, die 1000 Mal pro Sekunde abfragt, wie der Bcon liegt. Zudem gibt das Wearable ein haptisches Feedback in Form von Vibrationen wider, für die ein Motor mit 11000 Umdrehungen pro Minute verantwortlich ist – und das merkt man auch durch festes Schuhwerk. Die Ausstattung rundet ein fest verbauter Lithium-Polymer-Akku ab, der bis zu sechs Stunden durchhalten soll. Die Aufladung erfolgt über Micro-USB. Es steht also jede Menge Technik zur Verfügung, um das Spielerlebnis zu bereichern.

Bluetooth: So klappt jede Verbindung

Gaming-Wearable: Noch mit Beta-Software und umfangreichen Funktionen

Die Verbindung des Bcon mit dem PC erfolgt drahtlos via Bluetooth. Letzteres ist keine Standard-Ausstattung für Desktop-Systeme, allerdings gibt es entsprechende USB-Dongles zum Nachrüsten schon für unter zehn Euro. Den Bcon per USB-Kabel mit dem Rechner zu verbinden, um ihn dann ohne Bluetooth zu benutzen, ist leider nicht vorgesehen. Das Besondere: Der Bcon nutzt den HID-Standard (Human Interface Device) für die Kommunikation mit dem System und funktioniert deshalb eigentlich immer mit dem PC, da das Gerät somit einer Tastatur oder Maus gleichkommt. Proprietäre Treiber sind nicht notwendig.

Der Bcon koppelt sich über eine kabellose Bluetooth-Verbindung mit dem Computer.
Vergrößern Der Bcon koppelt sich über eine kabellose Bluetooth-Verbindung mit dem Computer.
© Bcon

Für eine optimale Programmierung der Bewegungssteuerung stellt der Hersteller eine Software namens „Bcon Control“ zur Verfügung, die sich aktuell noch in der Beta-Version befindet. So gibt es keine Tool-Tipps und die Einstellungen sind nicht gerade selbsterklärend. Die finale Version wird dann hoffentlich etwas intuitiver sein! Denn die Software ist auch enorm wichtig, da das Bcon nur über einen einzigen Schiebeschalter zum Einschalten verfügt und alle weiteren Einstellen nur über das Tool möglich sind.

Dank des Onboard-Speichers können Sie die vorgenommenen Einstellungen direkt auf dem Bcon speichern.
Vergrößern Dank des Onboard-Speichers können Sie die vorgenommenen Einstellungen direkt auf dem Bcon speichern.

Die Bcon-Software erlaubt es uns, unsere Gaming-Befehle auf die verschiedenen Fußneigungen zu legen und sogar ganze Makro-Folgen zu programmieren. Hierbei legen wir auch fest, um wie viel Grad wir den Fuß in welche Richtung bewegen müssen, um das Kommando auszuführen. Für diese Befehle und Eingaben stehen uns im Programm insgesamt 108 Tasten zu freien Belegung zur Verfügung.

Mit einer Fußbewegung die virtuelle Knarre nachladen

Eine von vielen denkbaren Möglichkeiten, die dank des Bcon möglich sind: Wir belegen die Taste R mit dem Anheben unserer Ferse und das Anheben der Frontpartie des Fußes mit dem Aufrufen der Levelkarte. Interessant wird es aber erst, wenn der Gamer ganze Tastenfolgen programmiert, was in MOBAs und MMOs häufig der Fall ist: Je weiter nach oben wir beispielsweise die Ferse anheben, werden je nach Winkel die hinterlegten Aktionen ausgeführt – tatsächlich können wir die Tastenfolge auch einfach nicht zu Ende führen, wenn wir die Ferse eben nicht weiter anheben. Im direkten Vergleich mit Makrotasten ist das tatsächlich ein Vorteil, denn die Aktionen werden auf Knopfdruck stur ausgeführt. Mit dem Bcon lässt sich also etwas flexibler reagieren.

Für einen sicheren Halt auf dem Fuß, sorgt der magnetische Sockel, in den Sie den Bcon einfach hineinlegen.
Vergrößern Für einen sicheren Halt auf dem Fuß, sorgt der magnetische Sockel, in den Sie den Bcon einfach hineinlegen.
© Bcon

Die Einstellungen lassen sich in unterschiedlichen Profilen speichern, die sich dank eines Onboard-Speichers auch direkt auf dem Bcon sichern lassen. Das bietet sich an, um beispielsweise verschiedene Tastenbelegungen für mehrere Spiele zu programmieren. Um zwischen den Profilen durchzuschalten müssen wir aber immer in die Software wechseln, Shortcuts gibt es dafür (noch) nicht. Nach der Programmierung in der Software müssen wir nur im jeweiligen Spiel die Steuerungseinstellung aufrufen und sicherstellen, dass die in der Software hinterlegten Tasten oder Aktionen auch Ingame wie gewünscht belegt sind.

Im Gameplay kommen wir schon nach einer kurzen Eingewöhnung gut mit der Fußsteuerung zurecht, wir stellen auch kaum eine Latenz fest, da unsere Eingaben nahezu sofort im Spiel ankommen. Es ist definitiv eine Unterstützung im Game mit der wir zusätzliche Befehle recht intuitiv ausführen können.

Technische Daten

Bcon Gaming-Wearable

Maße (H x B x L)

15 x 50 x 63 Millimeter

Gewicht

40 Gramm

Funktionsweise

Bewegungssteuerung über den Fuß

Anschluss

via Bluetooth

Schalter

Ein- und Ausschalter

Format

108 virtuelle Tasten zur freien Belegung, 24 Hotkeys

Ausstattung

Cortex-M4 32-bit Prozessor mit 64MHz Taktung, 3-Achsen Sensoren mit Lageerkennungsrate 1.000 Mal/Sekunde, Vibrationsmotor für haptisches Feedback, Micro-USB Port, Lithium-Polymer-Akku

Beleuchtet

LED-Beleuchtung

Onboard-Speicher

Ja

Lieferumfang

magnetischer Sockel mit Klettband zur Befestigung am Fuß

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Bcon

Internetadresse

https://bcon.zone/de

Preis (Hersteller)

voraussichtlich 119,99

Garantie

24 Monate

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