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Battlefront-2-Debakel: EA will an Mikrotransaktionen festhalten

01.02.2018 | 14:50 Uhr |

Trotz verfehlter Verkaufserwartungen will EA an ihrer Mikrotransaktions-Politik festhalten. Ob sich das für EA auszahlt, bleibt abzuwarten.

Die Verkaufszahlen des neuen Star-Wars-Shooters Battlefront 2 liegen hinter den Erwartungen. Electronic Arts wollte den Shooter im dritten Quartal bereits 8 Millionen Mal verkaufen, dieses Ziel wurde um eine Million verkaufte Exemplare verfehlt.

Ein Grund für die verfehlten Erwartungen ist mit großer Sicherheit auch die um den Titel entstandene Mikrotransaktions-Debatte. Spieler riefen angesichts des unfairen Geschäftsmodells zum Boykott der Marke auf. Das verschweigt selbst EA ihren Anlegern nicht.

EAs Mikrotransaktions-Debakel

Das in Battlefront 2 implementierte System war auf Pay2Win ausgelegt. So konnten sich Spieler, die ihre Kreditkarte zückten, Items oder Charaktere aus Loot-Boxen freischalten, auf die ein Spieler mit kleinerer Geldbörse viele Stunden lang hinarbeiten musste. So wurden bereits implementierte Inhalte hinter eine Paywall gesetzt. In Free2Play-Games ist solch ein Vorgehen schon umstritten, in AAA-Vollpreis-Titeln absolut verpönt. Die Empörung war groß.

Als Reaktion verringerte EA die benötigte Zeit zum Freischalten der Boni und Helden. Das konnte die Gaming-Community allerdings nur wenig umstimmen. Internationale Mainstream-Medien berichteten über die Empörung in der Gaming-Szene, und selbst Aktien-Anleger wurden unruhig. Aufgrund der anhaltenden Negativ-Schlagzeilen wurden die Mikrotransaktionen vorerst entfernt, bis heute sind sie noch nicht wieder implementiert.

Keine Kursänderung in Sicht

Trotz der Verfehlung der Verkäufe, Shitstorms, Einbruch der EA-Aktie und der Gamer-Petition: Disney solle EA die Star-Wars-Lizenz entziehen, aus den Fehlern lernen will EA jedoch anscheinend nicht wirklich. Statt einer konkreten Kursänderung will EA-Chef Andrew Wilson an der grundlegenden Geschäftsidee weiter festhalten, er sagte beim Vierteljahresbericht zu Anlegern : „Wir glauben, dass Live-Services mit optionaler Monetarisierung zur Entscheidungsfreiheit der Spieler beitragen und die Erfahrung mit unseren Titeln auch in Zukunft verbessern, wenn sie richtig implementiert werden“ . Für dieses Ziel will EA weiterhin eng mit der Community zusammenarbeiten.

Im Investor-Gespräch wollte EA-Chef Wilson dem ganzen Fiasko allerdings noch etwas Gutes abgewinnen: „Wir können uns glücklich schätzen, dass unsere leidenschaftlichen Spieler uns mitteilen, was wir richtig machen und was nicht. Wir arbeiten hart an weiteren Updates, die den Bedürfnissen unserer Spieler entsprechen.“ EA hat jedoch bestätigt, dass die Mikrotransaktionen wieder ins Spiel finden sollen. In welcher Form, bleibt abzuwarten.

Positiv-Beispiele aus der Gaming-Szene

Positive Beispiele gibt es in anderen Spielen schon. So hat auch der Team-Shooter Overwatch der Firma Blizzard Loot-Boxen im Spiel integriert, diese erhält man nach jedem Levelaufstieg. Wöchentliche Events sind aber auch kaufbar im spieleigenen Shop. Der Clou: Die enthaltenen Items sind nur kosmetischer Natur, sprich: Skins, Sprays, Emotes oder flotte Sprüche. So bieten diese Loot-Boxen keine spielerischen Vorteile und Spieler sehen sich nicht genötigt, diese zu kaufen, um anderen Spielern gegenüber nicht im Nachteil zu sein.

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