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"Baby hat Krebs"-Beitrag: Facebook untersucht Vorfall

21.02.2017 | 15:31 Uhr |

Über ein Million Facebook-Nutzer sind offenbar auf eine Fake News hereingefallen. Opfer der Aktion ist ein Baby.

Der Beitrag auf Facebook hatte in den letzten Tagen Millionen Nutzer bewegt: In dem Beitrag mit vier Baby-Bildern behauptete eine Person, dass das abgebildete Kind an Krebs leide und dringend Geld für eine Operation benötigt werde. Facebook habe sich bereit erklärt, für jeden Like 2 Dollar, für jeden Kommentar 4 Dollar und für jeden Share 6 Dollar zu spenden. Mit einem "Amen" in den Kommentaren sollten die Facebook-Nutzer ihre Sympathie bekunden.

Hunderttausende Likes, Kommentare und Millionen Shares später entpuppt sich die ganze Geschichte als ein großer Hoax, wie die BBC am Dienstag meldet. Das Posting tauchte zum ersten Mal am 1. Februar auf. Bereits wenige Tage später sei eine britische Frau auf die Bilder des Babys aufmerksam geworden. Sie erkannte ihr Kind wieder, welches beim Erstellen der Fotos im August 2016 an einem besonders schweren Fall an Windpocken litt. Eine Zeitung hatte seinerzeit über den Fall berichtet und die Aufnahmen veröffentlicht.

Die Mutter wies Facebook sofort darauf hin, dass es sich um einen Hoax bei dem Facebook-Beitrag handelt und das abgebildete Kind ihr Kind sei. Nachdem Facebook nicht reagierte, beschwerte sie sich mehrmals bei Facebook über Urheberrechtsverletzungen und verlangte die Löschung der Bilder.

Tatsächlich wurde die Facebook-Seite schließlich gesperrt, ging aber kurze Zeit später wieder online. Mit dem gleichen Beitrag, aber mit anderen Kinderbildern.

Die besagte Facebook-Seite, die angeblich einer Person namens "Pooran Singh" gehört, ist auch weiterhin erreichbar. In regelmäßigen Beiträgen werden die Nutzer zur Interaktion aufgefordert. Etwa mit Aktionen wie "Like den Beitrag, wenn in deinem Namen ein A vorkommt" oder "76 Jahre Pech, wenn Du weiter scrollst, ohne auf Like zu klicken". Sicherheitsexperten vermuten, dass die Betreiber der Facebook-Seite "Link Farming" betreiben, um die Nutzer, die auf die Beiträge reagieren, direkt zu kontaktieren oder die Kontakte weiter zu verkaufen.

Und Facebook? Aufgrund der aktuellen Berichterstattung kündigte Facebook an, sich die Seite noch einmal genauer anzuschauen. Beim Schreiben dieser Zeilen war die Seite auch weiterhin auf Facebook erreichbar.

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