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AV1 – das kann der HEVC-Nachfolger

18.01.2019 | 13:31 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Momentan ist immer öfter vom Videostandard AV1 die Rede. Er soll in naher Zukunft in die Browser Chrome und Firefox integriert werden und lässt sich bereits in den Entwicklerversionen aktivieren.

Neben Firefox und Chrome haben auch Streaminganbieter – allen voran Netflix – schon angekündigt, den Codec auf ihren Plattformen einsetzen zu wollen. Daher werden Sie sich fragen, was denn der Vorteil von AV1 ist.

AV1 ist ein offenes und daher lizenzkostenfreies Videokompressionsverfahren, das von der Alliance for Open Media (Aomedia) entwickelt wird. Zu dem Konsortium gehören Hardwarehersteller wie Intel, AMD oder Nvidia genauso wie die Unternehmen Google, Mozilla und Cisco. Letztere fungieren quasi als Wegbereiter für AV1, denn sie bringen eigene Codecs in das Projekt ein. Dazu zählen der Codec Daala, den Mozilla durch die Unterstützung der Xiph Foundation maßgeblich gefördert hat. Von Google kommt der Codec VP9, von Cisco der Codec Thor.

Die einzelnen Ergebnisse fließen in AV1 ein. Das gemeinsame Ziel liegt darin, einen effektiveren Codec als HEVC (H.265) zu erreichen, ohne Kompromisse in der Bildqualität eingehen zu müssen. Das scheint Ende März 2018 erreicht, als AV1 verabschiedet wurde. Laut Mozilla reduziert das neue Verfahren die Dateigrößen 25 bis 30 Prozent stärker als HEVC. Dabei bleibt die Bildqualität auf gleichem Niveau.

Kritiker bemängeln zwar, dass der Codec leistungsfähigere Hardware als HEVC oder auch VP9 voraussetzt; trotzdem erhält AV1 eine positive Prognose. Aomedia selbst ist überzeugt, dass im Laufe des Jahres 2019 bereits erste Smart-TVs und Streamingboxen mit AV1-Support erhältlich sein werden. Ab 2020 soll die massenhafte Verbreitung beginnen. Technisch ist die Kompressionstechnik zukunftssicher aufgestellt, denn sie unterstützt 8K-Auflösung (7680 x 4320 Pixel) genauso wie HDR (High Dynamic Range).

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