2388066

Autonomes Auto rammt Motorrad-Fahrer - Computer ist aber unschuldig

07.11.2018 | 13:25 Uhr |

Ein autonom fahrendes Auto von Googles Schwesterunternehmen Waymo hat einen Motorradfahrer angefahren und verletzt. Den Unfall verursachte nicht etwa der Computer des Waymo-Fahrzeugs, sondern der mitfahrender Mensch, der das autonome Auto eigentlich überwachen und Unfälle verhindern sollte.

Erneut wurde eines der selbstfahrenden "Google-Autos" (die Googles Mutterkonzern Alphabet in das Tochterunternehmen Waymo ausgelagert hat) in einen Unfall verwickelt. Der Unfall passierte am 19. Oktober 2018 um 7.16 Uhr Ortszeit, als das Waymo-Auto (ein von Waymo für das autonome Fahren angepasster Chrysler Pacifica Baujahr 2017) auf der mittleren der drei Fahrspuren des El Camino Real & Calderon Avenue in Mountain View mit 21 US-Meilen pro Stunde (knapp 34 km/h) unterwegs war.

Der Waymo-Mitarbeiter, der zur Überwachung des autonomen Fahrzeugs immer hinter dem Lenkrad sitzt, bemerkte, dass ein PKW, der auf der linken Fahrspur fuhr, auf die Fahrspur des Waymo-Autos wechselte, um einem LKW auszuweichen, der weiter vorne die Fahrbahn blockierte. Der Waymo-Mitarbeiter wollte offensichtlich einen Unfall verhindern und zog nun seinerseits das Waymo-Auto abrupt auf die Fahrspur rechts. Dabei übersah der menschliche Kontrolleur jedoch, dass unmittelbar vorher bereits ein hinter dem Waymo-Auto fahrender Motorradfahrer auf einer Honda Rebel aus dem Jahr 2007 ebenfalls auf die rechte Spur gewechselt war und das Waymo-Auto mit rund 28 Meilen pro Stunde (rund 45 km/h) überholen wollte. Prompt rammte das nun nicht mehr autonome, sondern von Hand gesteuerte Waymo-Auto mit dem rechten hinteren Teil seines Stoßfängers den Motorradfahrer.

Google stuft den Unfallschaden rechts hinten an seinem Fahrzeug als „geringfügig“ ein. Der Motorradfahrer wurde laut Unfallbericht verletzt und musste ins Krankenhaus, weitere Details gehen aus dem Unfallbericht aber nicht hervor.

Waymo analysierte den Unfall und kommt zu dem Schluss, dass das Waymo-Auto den Unfall wohl verhindert hätte, wenn der Mensch nicht eingegriffen hätte. Denn anders als der Mensch, der nur nach vorne blickte und deshalb nur das Auto vor sich das, das plötzlich auf seine Spur rüberzog, hatte das Waymo-Auto das gesamte 360-Grad-Umfeld dauerhaft im Blick. Das Auto hätte also zeitgleich das Problem vor sich erkannt und zugleich „gewusst“, dass sich rechts hinter beziehungsweise neben ihm ebenfalls ein Verkehrsteilnehmer befand. Vermutlich hätte das Waymo-Auto deshalb mit einer Vollbremsung reagiert, dabei aber nicht seine Spur verlassen. Und damit den Unfall verhindert.

Die autonomen Waymo-Autos haben nach Angabe von Waymo bisher über zehn Millionen US-Meilen (rund 16 Millionen Kilometer) zurückgelegt.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2388066