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Autonomer Wachroboter verjagt Obdachlose

14.12.2017 | 11:07 Uhr |

Der autonome Überwachungsroboter Knightscope schreibt wieder (Negativ)-Schlagzeilen: Er verscheuchte Obdachlose. Und zwar im Auftrag einer Tierschutzorganisation.

Die gemeinnützige Tierschutzorganisation Society for the Prevention of Cruelty to Animals (SPCA) hat einen autonomen Wachroboter vom Typ Knightscope zur Überwachung der Bürgersteige rund um ihr Büro in San Francisco und des nahe gelegenen Parkplatzes eingesetzt. Das vom Knightscope überwachte Gebiet umfasste einen ganzen Häuserblock.

Der patrouillierende Roboter sollte offensichtlich Obdachlose, die auf den Bürgersteigen ihre Lager aufschlugen, verscheuchen beziehungsweise verhindern, dass die Obdachlosen sich überhaupt niederließen. Das berichtet San Francisco Business Times. Der Tierschutzorganisation zufolge war der Einsatz durchaus erfolgreich, die Obdachlosen errichteten keine Zelte mehr und auf dem Parkplatz wurden weniger Autos aufgebrochen. Mindestens einmal griffen die Obdachlosen laut US-Medien den Roboter an, warfen eine Plane über ihn und schmierten Barbecue-Soße auf seine Sensoren.

Der Wachroboter, der in den Diensten der Tierschützer seine Runden drehte, war mit Fotos von putzigen Tieren wie kleinen Hunden oder Katzen beklebt. Derart possierlich kostümiert macht der Roboter dann Jagd auf die Menschen…

Die Stadt San Francisco hat den Einsatz des Knightscope jetzt aber untersagt. Die Stadtverwaltung droht der Tierschutzorganisation mit einer Geldstrafe von 1000 Dollar für jeden Tag, an dem der Wachroboter auf öffentlichen Gehwegen und anderem öffentlichen Gelände eingesetzt wird. Nur auf seinem Privatgelände beziehungsweise im Gebäude dürfen die Tierschützer den Knightscope weiter einsetzen. Darüber hinaus will San Francisco den Einsatz von Robotern im öffentlichen Raum generell zurückdrängen. Denn immer mehr Unternehmen schicken Transportroboter über die Gehwege von San Francisco, wodurch sich Passanten bedroht oder belästigt fühlen.

Das Online-Magazin Quartz hat eine Stellungnahme der SPCA veröffentlicht. Darin dementiert die SCPA, dass es die Aufgabe des Knightscope gewesen sei das Gelände rund um das Gebäude der Tierschützer von Obdachlosen frei zu halten. Stattdessen sei es die Aufgabe des Knightscope gewesen das SPCA-Büro zu schützen.

Der Knightscope fährt ohne menschliche Eingriffe seine Wachrunden. Um sich zu orientieren, hat ihn sein Hersteller mit Lidar, (Wärmebild)-Kameras, GPS, Abstandsensoren und weiteren Sensoren ausgestattet. Er kann außerdem Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck sowie den CO2-Gehalt erfassen. Über ein Mikrofon kann der Knightscope mit seiner Umgebung kommunizieren, aber auch verdächtige Geräusche wie zersplitterndes Glas erkennen. In einer kritischen Situation können sich Menschen an den Knightscope um Hilfe wenden. Wenn dem Knightscope der Strom ausgeht, fährt er selbstständig zu einer Ladestation und lädt seinen Akku wieder auf. Damit soll der Knightscope rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche im Einsatz sein können.

Der Roboter soll robust genug sein, um Gewalteinwirkung und Vandalismus bis zu einem gewissen Grad wegstecken zu können. Entdeckt er auf seinen Kontrollfahrten Auffälligkeiten oder potenziell kriminelle Aktivitäten, dann alarmiert er seine Kontrollzentrale. Der Hersteller Knightscope vermietet seine Roboter an interessierte Unternehmen wie die Betreiber von Einkaufszentren oder die Vermieter von Bürogebäuden oder eben an Einrichtungen, die es um ihre Büros „sauber“ haben wollen.

Doch problemlos verliefen die bisherigen Einsätze des autonomen Wachroboters nicht. So hat der Knightscope in einem Einkaufszentrum einen 16 Monate alten Jungen zunächst umgefahren und ist dann auf den am Boden liegenden Jungen noch mehrmals hineingefahren. Der Junge trug Blutergüsse und Schrammen davon. In einem anderen Fall stürzte ein Knightscope in ein Springbrunnenbecken, als er ein Bürogebäude bewachen sollte.

Autonomer Wachroboter geht baden
 









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