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Erster Einsatztag: Autonomer Bus stößt mit LKW zusammen

09.11.2017 | 09:22 Uhr |

Was für eine Premiere: Gleich an seinem ersten Einsatztag wurde ein autonom fahrender Bus in einen Unfall verwickelt. Schuld daran ist allerdings ein Mensch.

Update 9.11.: Gleich am ersten Tag ein Unfall

Der in Las Vegas autonom fahrende Bus stieß gleich an seinem ersten Einsatztag mit einem LKW zusammen, der gerade von einer Laderampe losgefahren war. Die Sensoren des autonomen Busses erkannten den LKW und stoppten den selbstfahrenden Bus korrekt. Doch der LKW-Fahrer fuhr einfach weiter, so dass der Bus den LKW rechts vorne berührte. Menschliches Versagen also, der LKW-Fahrer und nicht der autonome Bus ist schuld an dem Unfall.

Der Schaden fällt gering aus, nur der vordere Stoßfänger des Busses wurde beschädigt. Die acht Insassen des Busses blieben ebenso unverletzt wie der LKW-Fahrer.

Der Bus stellte für den Rest des Tages den Fahrbetrieb ein, er wurde auf weitere Schäden überprüft. Der LKW-Fahrer bekam eine Anzeige.

Update Ende

Wenn Sie demnächst Las Vegas besuchen, dann fahren Sie doch mal im fahrerlosen Bus mit. Das Glücksspieler-Paradies testet seit dem 8. November 2017 einen autonomen Bus im öffentlichen Nahverkehr.

Der selbstfahrende Kleinbus ist im verkehrsreichen Downtown von Las Vegas unterwegs. Die Mitfahrt in dem fahrerlosen Bus ist für die Passagiere kostenlos. Auf dem nur 0,6 US-Meilen (umgerechnet rund 960 Meter) langen Rundkurs hält der autonome Bus an drei Haltestellen. Die überschaubare Länge der Rundstrecke hält die Verantwortlichen aber nicht davon ab, vom „größten Self-Driving-Pilotprojekt in den USA” zu sprechen, wie US-Medien berichten.

Das französische Startup Navya fertigt den Bus, der auf den Modellnamen Arma hört. In ihm können acht Menschen sitzen – in diese Zahl ist aber ein „Fahrer“ eingeschlossen, der zu Sicherheitszwecken mitfährt. Er soll eingreifen, wenn es zu Problemen kommt. Ganz fahrerlos ist der Bus also dann doch nicht unterwegs. Allerdings fährt der Bus mit Hilfe seiner Hardware und Software in der Tat vollständig allein, solang keine Probleme auftreten.

Der französische Hersteller hat seinen Kleinbus mit den für autonome Autos üblichen Sensoren wie Lidar, GPS und Kameras ausgestattet sowie mit Kommunikationstechnik (V2I, Vehicle-to-Infrastructure), über die das Fahrzeug mit der Verkehrsinfrastruktur von Las Vegas, beispielsweise mit den Verkehrsampeln, kommunizieren kann. Der Bus muss das Ampellicht also nicht mit seinen Kameras „sehen“, sondern bekommt kabellos von der Ampel übermittelt, wann er fahren darf.

Passagiere können ab dem 8.11.2017 an jeder der drei Haltestellen ein- und aussteigen. Sie finden diese Haltestellen an der Fremont Street und an der Carson Street zwischen Las Vegas Boulevard und 8th Street. Also nicht direkt am berühmten Strip, sondern weiter nördlich davon. Als Busbetreiber agiert das Unternehmen Keolis. Dem am 8.11. startenden regulären Betrieb war ein zweiwöchiger Testlauf im Januar 2017 vorangegangen.

Las Vegas ist mit diesem Experiment nicht allein. Auch in Anne Arbor im US-Bundesstaat Michigan ist ein Navya-Bus unterwegs, allerdings nur auf dem dortigen Universitätsgelände. In den Niederlanden wird mit zwei elektrischen Bussen vom Typ Wepod experimentiert, die die Nutzer per Smartphone-App rufen. Und im bayerischen Kurort Bad Birnbach betreibt die Deutsche Bahn einen autonomen Bus im öffentlichen Personennahverkehr. Der deutsche Automobil-Zulieferer Continental erprobt einen selbstständig fahrenden Kleinbus auf seinem Betriebsgelände. Wir sind darin mitgefahren.




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