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Ausprobiert: Fahrt im Roboter-Taxi und autonomes Einparken im Parkhaus

15.09.2017 | 16:30 Uhr |

Wir sind im Cube mitgefahren, einem autonomen Roboter-Taxi von Continental. Danach sahen wir dabei zu, wie zwei Autos vor dem Parkhaus abgestellt wurden und sich dann selbstständig darin einen Parkplatz suchten. Doch eines der beiden Testfahrzeuge scheiterte.

Cube: Eine Fahrt im Roboter-Auto

Der Cube (Continental Urban Mobility Experience) ist ein würfelförmiges Roboter-Auto – Nomen est Omen sozusagen. Mit dem Cube erprobt Continental auf seinem Werksgelände bei Frankfurt Technologien für das autonome Fahren, insbesondere für Roboter-Autos, die irgendwann in der Zukunft als Taxis oder Busse autonom und ohne Fahrer Menschen transportieren sollen.

Mit diesem Cube fuhren wir und einige südkoreanische Kollegen sowie zwei Continentalmitarbeiter und ein weiterer deutscher Kollege mit.
Vergrößern Mit diesem Cube fuhren wir und einige südkoreanische Kollegen sowie zwei Continentalmitarbeiter und ein weiterer deutscher Kollege mit.

Der Cube fährt dazu eine Teststrecke von ein paar Hundert Meter mit rund 10 km/h ab (maximal könnte der Cube 40 km/h fahren, so schnell ist das Roboter-Auto im Testbetrieb jedoch nicht unterwegs). Er bremst vollautomatisch vor Hindernissen wie Menschen oder anderen Fahrzeugen und setzt seine Fahrt automatisch fort, sobald das Hindernis vorbei ist.

Einer der vier Radarsensoren des Cube.
Vergrößern Einer der vier Radarsensoren des Cube.

Der Cube besitzt an allen vier Ecken Radarsensoren. Vorne in der Mitte ist eine Stereokamera eingebaut. Damit erfasst er sein Umfeld und erkennt Hindernisse. Zur zusätzlichen Absicherung ist oberhalb der Stereokamera noch ein Laser verbaut. Außerdem sind GPS-Sensoren und natürlich eine Rechnereinheit verbaut.

Vorne im Cube sitzt kein Fahrer. Im Cube können die Passagiere sitzen, aber auch stehen.
Vergrößern Vorne im Cube sitzt kein Fahrer. Im Cube können die Passagiere sitzen, aber auch stehen.

Continental demonstriert den Cube auf der IAA 2017 in Frankfurt am Main in Halle 5.1 am Stand A07 / A08.

Automatisiertes Parken: Automated-Valet-Parking-Demo

Das zweite Experiment, das uns Continental im Rahmen der IAA vorführte, war das automatisierte Parken in einem Parkhaus. Das Testszenario sah dabei folgendermaßen aus: Es gab zwei Testfahrzeuge, die vor einem Parkhaus abgestellt werden, in dem noch mindestens zwei Parkplätze frei waren. Die beiden Testfahrzeuge waren jedoch unterschiedlich ausgestattet und sollten unterschiedliche Vorgehensweisen beim automatisierten Einparken vorführen.

Das linke Auto im Hintergrund parkt erfolgreich selbstständig ein, das rechte Auto im Vordergrund wird dagegen vom Parkhaus gelotst. Und scheitert beim rückwärts Einparken.
Vergrößern Das linke Auto im Hintergrund parkt erfolgreich selbstständig ein, das rechte Auto im Vordergrund wird dagegen vom Parkhaus gelotst. Und scheitert beim rückwärts Einparken.

Szenario 1: Intelligentes Parkhaus lotst das Auto per WLAN

Das erste Testfahrzeug ist vergleichsweise „dumm“, kann aber WLAN empfangen und besitzt auch Sensoren zur Orientierung. Vom Parkhaus empfängt es alle nötigen Daten, um einen freien Parkplatz zu finden.

Szenario 2: Auto sucht selbstständig Parkplatz, Parkhaus hilft dabei nicht

Das zweite Test-Fahrzeug ist vollgestopft mit Technologien zur Erprobung des autonomen Fahrens nach Level 5 – mit so einem selbstständig fahrenden Testfahrzeug von BMW waren wir bereits auf der Autobahn unterwegs. Es sucht und findet selbstständig einen freien Parkplatz im Parkhaus und parkt darauf ein. Dafür benötigt es keine Hilfe durch das Parkhaus.

Eines der beiden Testfahrzeuge.
Vergrößern Eines der beiden Testfahrzeuge.

Beide Autos fuhren selbstständig in das Parkhaus ein und bogen konform der Einbahnstraßenregelung nach links ab. Beide Fahrzeuge hielten vor freien Parkplätzen und starteten dann den Einparkvorgang rückwärts.

Das erste Testfahrzeug, das vom intelligenten Parkhaus gesteuert wurde, scheiterte jedoch – es wäre rückwärts gegen einen geparkten PKW gestoßen, wenn der Continental-Mitarbeiter, der zur Sicherheit hinterm Lenkrad saß, nicht eingegriffen hätte. Vermutlich war die WLAN-Verbindung kurz unterbrochen, weshalb das Auto nicht mehr die nötigen Daten zum korrekten Einparken erhalten hat, urteilte der Fahrer. Wobei wir bei einer Unterbrechung des WLAN-Signals eigentlich erwarten würden, dass der Wagen sofort hält und sich nicht mehr bewegt.

Das zweite Testfahrzeug, das selbstständig und ohne Hilfe des Parkhauses einparken sollte, schaffte das auf Anhieb. Zwar stand der Wagen in der Parklücke etwas weit rechts, aber dafür war er auf Anhieb in die Parklücke hineingekommen. Wobei man dazu sagen muss, dass beide freien Parkplätze großzügig dimensioniert waren.
 

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