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Aus für Aquila: Facebook gibt Riesen-Flugdrohne auf

27.06.2018 | 10:35 Uhr |

Der Adler fliegt nicht mehr. Facebook stellt die Entwicklung seiner riesigen Flugdrohne Aquila ein. Die Fabrik wird geschlossen.

Facebooks Riesen-Flugdrohne Aquila sollte abgelegene Regionen der Erde an das Internet anbinden. Als fliegender Internet-Router sozusagen. Die Aquila-Drohne ist aus Karbon gefertigt und hat eine Spannweite von 43 Metern. Sie wiegt dank des leichten Karbons nur 408 Kilogramm und ist als Nur-Flügler konstruiert, besitzt also keinen eigentlichen Rumpf. Die von vier Elektromotoren angetriebene Drohne fliegt ganz langsam und bezieht ihren Strom in einer Höhe von über 18 Kilometern aus Sonnenenergie, der für mehrere Monate Einsatzzeit am Stück in der Luft reichen sollte. Ihre Daten überträgt die Drohne per Laser.

Facebook hatte das Aquila-Programm im Jahr 2014 gestartet. Das Unternehmen betrat damit weitgehend Neuland – obwohl auch Google mit seinem Projekt Google Loon ein ähnliches Internet-Zugangs-Projekt betreibt - und sammelte per Trial and Error offensichtlich viele Erfahrungen. Der Bau der Flugdrohne begann praktisch bei Null – Google arbeitet ja mit Ballons – und Aquila hob auch tatsächlich zu Testflügen ab, bei denen es aber zu Problemen kam und die Drohne beschädigt wurde.

Neben der Herausforderung, eine in dieser Höhe über längere Zeit zuverlässig fliegende Drohne zu konstruieren, musste Facebook sich auch mit der Frage der Datenübertragung zwischen Drohne und Basisstation auf der Erde beschäftigen. Zudem musste Facebook die gesetzlichen Bestimmungen für den Einsatz solcher Drohnen im Flugraum beachten.

Während Facebook an Aquila schraubte, entwickelten auch andere Firmen Fluggeräte für diesen Zweck oder für ähnliche Zwecke. Facebook beobachtete diese konkurrierenden Fluggeräte und kam zu dem Schluss, dass sich eine kostspielige, Ressourcen fressende und letztendlich vielleicht weniger leistungsfähige Eigenentwicklung nicht mehr lohnt. Deshalb beendet Facebook das Projekt Aquila und schließt die dazugehörige Fabrik im britischen Bridgewater, wie das Unternehmen jetzt mitgeteilt hat.

Stattdessen will Facebook mit anderen Unternehmen wie Airbus (weiter) kooperieren. Zudem will sich Facebook auch weiterhin bei der Entwicklung der regulatorischen und gesetzlichen Vorgaben für solche Fluggeräte für Internetverbindungen engagieren.

Wie Business Insider berichtet, hat der verantwortliche Konstrukteur von Aquila Facebook bereits verlassen.

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