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Aufwendige Screenshots mit Nvidia Ansel anfertigen

25.06.2018 | 09:10 Uhr |

Mit Ansel gibt Ihnen Nvidia ein recht mächtiges Tool an die Hand, mit dem Sie in Echtzeit aufwendige und sogar interaktive Screenshots von Spielen anfertigen. Wie dies funktioniert, verrät Ihnen dieser Tipp.

Nvidia Ansel wurde im Sommer 2016 vorgestellt und ist seither ein fester Bestandteil des Grafikkartentreibers. Ansel selbst funktioniert aber nicht in allen Spielen, da die Titel das kleine Tool aktiv unterstützen müssen – sprich, die Entwickler müssen einige Codezeilen implementieren, damit sich die Gameplay-Schnappschüsse auch erstellen lassen. Eine entsprechende Auflistung der unterstützten Spiele stellt Nvidia auf der offiziellen Webseite bereit. Darunter befinden sich auch populäre Titel wie „Witcher 3: The Wild Hunt“, „Star Wars Battlefront 2“ oder „Final Fantasy XV“. Viele weitere Games sollen laut Angaben des Grafikexperten allerdings noch folgen. Als zusätzliche Voraussetzung gilt, dass im Rechner oder Notebook eine Nvidia-Geforce-Grafikkarte ihren Dienst verrichtet. Ab der GTX 650 oder der mobilen Variante GTX 660M (ohne Optimus-Unterstützung) lässt sich Ansel verwenden.

Erfüllt Ihr System die Voraussetzungen und Sie zocken ein unterstütztes Spiel, dann können Sie sich mittels Ansel austoben: Drücken Sie während des Spielens die Tastenkombination Alt-F2, so pausiert das Spiel genau in diesem Moment und auf der linken Bildschirmseite wird ein Overlay-Menü eingeblendet. Hier listet Ansel jetzt sämtliche Werkzeuge für Sie auf, um den Screenshot in Echtzeit zu bearbeiten. Für die Bedienung stehen Ihnen überdies Schieberegler zur Verfügung.

Aktuelle Grafikkarten wie die MSI Nvidia Geforce GTX 1080Ti unterstützen das Screenshot-Werkzeug Ansel für Echtzeit-Bildschirmaufnahmen in Spielen.
Vergrößern Aktuelle Grafikkarten wie die MSI Nvidia Geforce GTX 1080Ti unterstützen das Screenshot-Werkzeug Ansel für Echtzeit-Bildschirmaufnahmen in Spielen.
© MSI

Das Besondere an der Funktion ist, dass sich nun nicht einfach die Farbwerte ein wenig anpassen lassen. Ansel lässt Sie sehr flexibel in der kompletten Szene „fliegen“, Sie sind deshalb nicht auf den aktuell ausgegebenen Bildausschnitt begrenzt, stattdessen können Sie mithilfe der W-, A-, S-, D-, Z- und X-Tasten sowie der linken Maustaste die Kamera beliebig bewegen – egal ob vor oder zurück, drüber oder drunter oder auch in anderen Betrachtungswinkeln. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise der eigene Charakter fast schon cineastisch in Szene setzen. Eine noch etwas einfachere Navigation erlaubt ein angeschlossenes Gamepad wie etwa der Xbox-Controller.

Sobald Sie dann den perfekten Bildausschnitt gefunden und die Kamera entsprechend ausgerichtet haben, können Sie zudem noch weiteres, teilweise recht umfangreiches Feintuning vornehmen. Dazu klappen Sie die entsprechenden Kategorien aus. Unter „Filter“ legt Ansel verschiedene Filtertypen über die Szene, wie Sie sie auch von Bildbearbeitungsprogrammen her kennen. Hierzu zählen beispielsweise ein Schwarzweiß-Filter oder auch eine Sepia-Option, um dem Screenshot eine gewisse Stimmung respektive Atmosphäre zu verleihen. So lässt sich auch mit Unschärfen oder HDR-Optimierungen experimentieren. Unter „Anpassungen“ finden Sie die ein wenig banaleren Anpassungsmöglichkeiten, um die Helligkeits- und Kontrastwerte mittels Schiebereglern zu verändern. Angeboten wird darüber hinaus eine sogenannte Farbanpassung, die anhand gewisser Parameter in der Lage ist, verschiedene Farbwerte weiter zu optimieren. Unter „Spezialeffekte“ wird es etwas aufwendiger: So lässt der Effekt „Bleistiftskizze“ den aktuellen Bildausschnitt wie eine mit einem Bleistift gezeichnete Skizze wirken. Dabei lässt sich die Stärke der Anpassung wiederum mit einem Filter individuell definieren. Der Regler für die Farbverbesserung ist selbsterklärend, wohingegen „Vignette“ die Ränder verdunkelt, um das Objekt in der Mitte dadurch noch deutlicher in den Vordergrund zu stellen.

Mit Nvidia Ansel lassen sich aufwendige Screenshots anfertigen, bei denen Sie den Blickwinkel einstellen und das Motiv mit Filtern veredeln können.
Vergrößern Mit Nvidia Ansel lassen sich aufwendige Screenshots anfertigen, bei denen Sie den Blickwinkel einstellen und das Motiv mit Filtern veredeln können.

Mit der Option „Kamera & Aufnahme“ können Sie das Sichtfeld und die Drehung der aktuellen Szene in Grad, das heißt also in verschiedenen Winkeln, verändern. Setzen Sie ein Häkchen  bei „Drittel-Regel“, so legt Ansel ein 9x9-Gitter übers Bild, um gewünschte Objekte besser daran ausrichten zu können. Über einen weiteren Regler bestimmen Sie die Aufnahmeart. Standardmäßig nimmt das Tool einen ganz regulären Screenshot auf und speichert ihn als PNG-Bilddatei ab. Wählen Sie „Hohe Auflösung“, können Sie den Screenshot mit einer noch höheren Auflösung anfertigen, als Sie eigentlich in den Grafikeinstellungen des Spieles aktiviert haben. Die mögliche Pixel-Zahl geht dabei weit über 4K (4096 x 2160 Pixel) hinaus: Schnappschüsse der Spiele lassen sich ebenfalls mit krassen 61 920 × 25 920 Pixel ablichten. Je nach Hardware nehmen so extrem hochaufgelöste Fotos mehrere Minuten in Anspruch. Auch den Speicherplatz sollten Sie dabei im Hinterkopf behalten, denn für das Rendering benötigt Ansel einen Pufferspeicher von etwa dreißig Gigabyte. Das finale Bild kann dann je nach Szene locker über fünfhundert Megabyte groß sein. Ansel zeigt Ihnen allerdings je nach gewählter Auflösung eine Einschätzung an, wie viel freier Speicherplatz für die Verarbeitung erforderlich ist.

Wenn Sie den Regler für die Aufnahmeart weiter verschieben, so haben Sie die Möglichkeit, auch sogenannte Stereobilder anfertigen zu lassen, welche Sie über die dreidimensionale Fotoanzeige Nvidia 3D Vision betrachten können. Des Weiteren lassen sich auch 360-Grad-Komplettaufnahmen erstellen, um die Szene über ein VR-Headset eingehend und individuell anzusehen. Dazu bietet Ansel „einfache“ 360-Grad-Screenshots, für die Sie nicht extra eine VR-Brille aufsetzen müssen. Vielmehr lassen sich diese Bilder auch in der regulären Windows-Fotoanzeige betrachten.

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