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Auf diese Funktionen freuen wir uns in iOS 12

10.08.2018 | 14:54 Uhr |

Wer sich nicht an die Public Beta traut, der muss noch bis Herbst auf die Neuerungen von iOS 12 warten. Doch das lohnt sich.

Seit Anfang Juli kann auch die interessierte Öffentlichkeit Vorabversionen von iOS 12 testen und nicht nur bei Apple registrierte Entwickler. Es gibt jedoch gute Gründe, den Beta-Test zu verweigern, vor allem auf beruflich genutzten Geräten geht man ein womöglich zu hohes Risiko ein. Ein Zweitgerät hat nicht ein jeder …

Wir haben den Test der Public Beta wagen können und können schon einmal sagen, worauf Sie sich freuen können.

iOS 12 – Das ist neu

In unserem ausführlichen Ratgeber zu iOS 12 haben wir alle Neuigkeiten und Funktionen zusammengefasst:

iOS 12: Das ist neu

Aufgeräumterer Sperrbildschirm

Endlich bekommt Apple die Flut von Benachrichtigungen in den Griff. Die Mitteilungszentrale bündelt nun Nachrichten nach Apps, man muss nicht mehr ewig scrollen, bis man zu bestimmten Arten von Benachrichtigungen kommt. Einfach lassen sich alle Mitteilungen einer App entfernen oder noch im Sperrbildschirm verwalten, also entweder deaktivieren oder zu einem stillen Alarm degradieren. Kein umständliches Wühlen mehr in den Einstellungen - schön!

Lesen Sie hier im Detail, wie die Benachrichtigungen in iOS 12 funktionieren .

Siri Shortcuts machen das Leben leichter

Siri Shortcuts vermählen gewissermaßen die künstliche Intelligenz des digitalen Assistenten mit der App Workflow, die Apple vor geraumer Zeit übernommen hat. Beide Systeme helfen im Zusammenspiel dabei, alltägliche Aufgaben zu automatisieren. Merkt Siri etwa, dass Sie regelmäßig zur gleichen Zeit einen Kaffee in einer bekannten Kette online bestellen, schlagen Ihnen die Shortcuts eine Aktion vor, die Sie direkt aus dem Sperrbildschirm ausführen lassen können, ohne erst die dafür zuständige App aufrufen zu müssen. Sie können auch einen Sprachbefehl definieren, etwa: "Hey Siri, bestelle mir einen Kaffee!" oder "Hey Siri, kaufe doch meine üblichen Lebensmittel ein!". Die Aktionen können auch komplexer werden, etwa wenn Sie nach Büroschluss sich auf dem Heimweg machen. Siri Shortcuts schalten dann auf Befehl das Thermostat in Ihrem Wohnzimmer oder die Außenbeleuchtung an und informieren einen oder mehrere Kontakte, wo Sie gerade sind und wann Sie nach Hause kommen. Apple lieferte einige vorkonfigurierte Shortcuts mit, die Sie beliebig anpassen können. Aber im Prinzip können Sie mit jeder zu Siri kompatiblen App eine oder mehrere Aktionen definieren, die das iPhone auf Sprachbefehl hin ausführt.

Lesen Sie hier im Detail, wie die Siri Shortcuts in iOS 12 funktionieren

Kontrolle der Bildschirmzeit

Allein die Siri Shortcuts werden dabei helfen, das iPhone seltener in die Hand zu nehmen. Die neue Einstellung Bildschirmzeit geht aber einen deutlichen Weg weiter, um die Ablenkungen durch das Smartphone einzuschränken. Für jede App oder Gruppen von Apps können Sie etwa maximale Nutzungszeiten festlegen. Wenn Sie gar nicht mehr wissen, womit Sie das iPhone zuletzt abgelenkt hat, nur ein allgemeines Unwohlsein verspüren, listet Ihnen die Bildschirmzeit übersichtlich auf, welche Apps Sie wie lange benutzt haben und wie viele Benachrichtigungen Ihnen bestimmte Anwendungen auf den Sperrbildschirm schickten. Sie können so die schlimmsten Zeitfresser identifizieren, müssen sich aber selbst disziplinieren. Denn wenn etwa eine App ihr Zeitlimit erreicht hat, können Sie sich selbst eine weitere Viertelstunde oder mehr geben. Wichtige Apps wie Telefon oder Nachrichten können Sie komplett von diesen Sperren ausnehmen.

Nachts bekommen Sie mehr Ruhe, wenn Sie eine Auszeit definiert haben, dann werden Benachrichtigungen nicht mehr zugestellt, der Bildschirm bleibt dunkel. Für Eltern besonders wichtig: Mit Bildschirmzeit können Sie endlich die iPhone-Nutzung Ihres Nachwuchses einschränken, etwa Zeitlimits für Spiele und anderes Entertainment setzen. Selbst die Limits erweitern können die in der Familienfreigabe eingebundenen Kinder nicht, sie müssen um weitere Zeit um Erlaubnis bitten. Kann man dann erteilen – muss man aber nicht. Doch damit das funktioniert, müssen auch die Kinder auf ihren Geräten iOS 12 installiert haben. Immerhin läuft das neue Betriebssystem vom iPhone 5S, iPad Air und dem iPad Mini 2 aufwärts.

So richten Sie die Bildschirmzeit in iOS 12 für sich und andere ein

Eindrucksvolle AR-Anwendungen

Was man bisher an Demos des ARKit 2 gesehen hat, waren meist Spielereien. Im wahrsten Sinne des Wortes etwa virtuelle Landschaften auf echten Oberflächen, mit denen man interaktiv agiert. Dahinter steckt aber eine sehr nützliche Technologie und Entwickler weltweit arbeiten an weit sinnvolleren Apps, die ab Herbst im App Store zur Verfügung stehen. Für das Bildungswesen etwa: Muss man Frösche noch sezieren, wenn man sie auf iPhone und iPad auseinander nehmen kann? Oder kann man technische Bauteile und deren Wartung nicht viel besser erklären, wenn man sie vor sich stehen hat, wenn auch nur als Modell? Manche Museen werden ihre Exponate als AR-Objekte anbieten, die Sie nun in Ihrem Wohnzimmer bewundern können. Wenn in dieses neue Möbel sollen, können Sie sich an immer mehr Möbelhäuser und -hersteller wenden, die ihre Produkte schon mal virtuell in ihre Wohnung stellen, damit Sie sehen können, ob Schrank, Sofa und Anrichte auch wirklich rein passen. Das beschränkt sich nicht nur auf Möbel: Ist die neue Espressomaschine nicht zu groß für die Küche? Passt die neue Stratocaster da noch in die Ecke zur Les Paul und der Ovation? Probieren Sie es einfach aus!

Wenn Sie lieber zum mittelständischen Schreiner gehen, wird der natürlich vor dem Auftrag genau messen, aber im kleinen Möbelhaus, das sich noch nicht so weit digitalisiert hat, sollten Sie mit Ihren eigens erhobenen Maßen gehen. Das können Sie ab iOS 12 mit dem iPhone auch besser, mit der App Maßband (Measure), die auch eine Wasserwaage enthält.

AR funktioniert mit allen iOS-12-iPhones, am Besten aber mit solchen, die Dualkameras einsetzen, vor allem dem iPhone X. Dieses hat bekanntlich auch an der Front ein System, das drei Dimensionen vermisst, die True-Depth-Kamera. Die Animojis von iOS 11 und die Erweiterung Memoji von iOS 12 erscheint ebenfalls nur als Spielerei, doch zeigt diese eindrucksvoll, wozu AR und Gesichtserkennung in der Lage sind - Gesundheitsapps könnten davon profitieren.

Lesen Sie auch: Das ist neu in ARKit für iOS 12

Bessere Performance

Nein, Apple bremst nicht mit einem Update auf ein neues iOS die Leistung älterer Geräte aus, damit sich die Leute neue Hardware anschaffen. Die Leistungsdrosselung von iPhones ab der Generation 6 hing mit einem anderen Effekt zusammen, der durchaus ein Jahr nach dem Kauf auftreten kann: Wenn der Akku nachlässt, ist er nicht mehr in der Lage, bei niedrigeren Ladezuständen die notwendige Spannung zu liefern. Apple drosselte daher ohne Kommentar in solchen Fällen die Prozessorleistung, was zu großem Unmut geführt hatte, zurecht. Seit iOS 11.3 kann man in der Einstellung "Batteriegesundheit" aber selbst entscheiden, ob man mit einem älteren Akku plötzliches Abschalten riskiert oder lieber mit einem Leistungsabfall lebt.

Mit iOS 12 dreht Apple den Spieß nun um: Das Update beschleunigt ältere Geräte sogar. Das fällt vor allem beim Systemstart und dem Start von Apps auf, die bis zu doppelt so schnell sich zur Verfügung stellen. Allein das sollte an sich ein Grund sein, das Update zu installieren.

Dieser Artikel ist vom Chef von Dienst bei Macwelt Peter Müller verfasst.

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