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Studie: Jeder Nutzer kann zum Troll werden

07.03.2017 | 16:21 Uhr |

Wissenschaftler zeigen, dass auch ansonsten liebenswerte Menschen zum Troll werden können.

Forscher der Universitäten von Stanford und Cornell haben sich mit dem Phänomen der Internettrolle beschäftigt. Diese unliebsamen Gesellen stören gern Unterhaltungen, werden ausfällig oder suchen einfach nur Streit. Die Trolle sind den Studienergebnissen zufolge keineswegs schon immer störend und aggressiv gewesen. Vielmehr könnte jeder Internetnutzer selbst zum Störenfried werden.

Dabei spielen die aktuellen Stimmung sowie der Kontext der Diskussion eine große Rolle. Unter den passenden Umständen könnten demnach ganz normale Menschen ein Verhalten an den Tag legen, das man normalerweise nur bei Trollen vermutet. Ein Grund für gemeine Antworten spielt beispielsweise der Wochentag: An Sonntag- und Montagabenden sind Menschen deutlich anfälliger, selbst zum Troll zu werden. 

Dummerweise steckt die Unfreundlichkeit eines Trolls auch andere an. Laut Studienautor Jure Leskovec könne schon ein schlecht ausgeschlafener Nutzer mit einer wütenden Bemerkung andere Menschen anstecken, die dann ebenfalls ausfällig werden. Grundsätzlich könne jeder zum Troll werden. Die Menschengruppe, die sich immer abstoßend im Netz äußert, gebe es nicht. Vielmehr sei meist die gerade durchlebte Situation für den Wutausbruch im Internet verantwortlich.

Aus diesem Grund könnte auch der von Unternehmen wie Twitter gewählte Grundsatz, konsequent gegen die schlimmsten Täter vorzugehen, zu kurzsichtig gewählt sein. Die Aussperrung einzelner Nutzer wird das Problem der Trolle nicht allein eliminieren. Google setzt stattdessen auf künstliche Intelligenz: Die Perspective API erlaubt es Entwicklern, auf Technologien zurückzugreifen, die Beleidigungen, Belästigungen oder ausfällige Bemerkungen erkennen und entsprechend für Moderatoren markieren.

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