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Astro-Alex twittert Fotos vom missglückten Sojus-Start

12.10.2018 | 09:41 Uhr |

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst hat Fotos vom gescheiterten Start der Sojus MS-10 getwittert.

Den gescheiterten Start der Sojus MS-10 hat auch der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst von der ISS aus beobachtet. Die ISS befand sich gerade in einer günstigen Position über der Erde, um den Start der Sojus MS-10 vom russischen Weltraum-Bahnhof im kasachischen Baikonur verfolgen zu können. „Astro-Alex“ twitterte drei Fotos, die den abgebrochenen Startvorgang zeigen.

Gerst dankte in seinem Tweet den über 1000 Helfern, die an der Rettung des US-Astronauten Nick Hague und des russischen Kosmonauten Alexej Owtschinin beteiligt waren. Gerst weiß, wovon er spricht: Denn er hat für seine beiden Flüge ins Weltall das Rettungskonzept der Sojus oft genug geprobt, zum Glück aber nie benötigt. Die Rettungsfunktionen der Sojus haben gestern auch prompt zuverlässig funktioniert und die beiden Weltraum-Flieger sicher zur Erde zurückgebracht. Die Sojus-Kapsel segelte an Fallschirmen sicher zur kasachischen Steppe zurück, kurz vor dem Aufsetzen – oder besser: Aufschlagen, denn die Landung ist während einer Notlandung sehr hart – zündeten noch die Bremsraketen. Die beiden Insassen scheinen wohlauf zu sein, Fotos zeigen sie auf einer Couch sitzend, beim Essen und bei der Begrüßung von Familienangehörigen.

Für Gersts Team bedeutet die missglückte Landung vermutlich aber, dass deren Aufenthalt auf der ISS etwas länger als geplant dauern könnte. Die Vorräte dürften an Bord der Raumstation trotzdem nicht knapp werden, weil ja nur drei statt der geplanten fünf Personen auf der ISS zu versorgen sind. Zudem gibt es ja nach wie vor Versorgungsflüge, zum Beispiel durch SpaceX-Raketen. Allerdings kann die an der ISS angedockte Sojus-Kapsel MS 09, mit der Gerst und sein Team zur ISS geflogen sind und mit der sie wieder zur Erde zurückkehren sollen, nicht unbegrenzt lange im All bleiben. Bei dieser Sojus-MS-09-Kapsel, die derzeit an der ISS angedockt ist, wurde auch das berühmt-berüchtigte Leck entdeckt, das provisorisch geschlossen wurde.

Sollte Gersts Mannschaft zur Erde zurückkehren müssen, bevor ein Ersatzteam zur ISS geschickt wird, so müsste die ISS eine Zeitlang ohne Besatzung um die Erde fliegen. Die NASA plant dieses Szenario bereits.

Die Probleme mit der Sojus MS-10 meldete Raumfahrer Alexej Owtschinin nach zwei Minuten 45 Sekunden zur Bodenstation, wie Spiegel.de berichtet. Anscheinend gab es Probleme beim Abbrennen der ersten Stufe, woraufhin die zweite Stufe gar nicht erst zündete. Ungeachtet des missglückten Starts muss aber festgehalten werden, dass das Rettungskonzept der russischen Rakete einwandfrei funktionierte. Damit wurde eine Katastrophe wie 1986 beim Start des Space Shuttle Challenger der NASA verhindert.

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