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Apple übernimmt Musikerkennungsapp Shazam

24.04.2018 | 09:47 Uhr |

Auf Antrag von Österreich überprüft nun die Europäische Kommission, ob die Shazam-Übernahme den Wettbewerb beeinträchtigt.

Update vom 24.04.2018:

Untersuchung: Apples 400 Millionen US-Dollar schwere Übernahme von Shazam steht auf dem Prüfstand der EU-Behörden. Eine intensive Untersuchung soll klären, ob der iPhone-Hersteller mit der Akquise des Musikerkennungsdienstes seine Konkurrenten behindert. Bis zum 4. September will die Kommission wissen, ob Apple unfairen Zugang zu kommerziell relevanten Daten der Nutzer anderer Musikstreaming-Dienste wie Spotify erhält. Zudem soll geprüft werden, ob es den Konkurrenten schade, wenn Shazam nicht mehr auf sie verweise. Der Zugang zu sensitiven Nutzerdaten würde Apple es erlauben, direkt die Kundschaft der Konkurrenz anzusprechen und diese zu einem Wechsel zu Apple Music zu bewegen.

Update vom 19.03.2018:

Wie die Presseagentur Reuters nun meldet, gibt es seitens der Europäischen Union konkrete Fristen, bis wann die Entscheidung über die Übernahme Shazams durch Apple fallen wird. Apple hat ebenfalls einen Antrag auf die Überprüfung gestellt, nachdem mehrere EU-Mitgliedstaaten ihre Bedenken geäußert haben. Bis 23. April will nun die Wettbewerbskommission der EU entscheiden, ob Apple die britische Firma übernehmen darf. Eine andere Option bleibt aber, die Wettbewerbskommission  eröffnet danach eine gründlichere Untersuchung, die weitere vier Monate dauern kann.

Update vom 07.02.2018:

Die im Dezember vergangenen Jahres angekündigte Übernahme von Shazam durch Apple hat die EU-Wettbewerbsbehörden auf den Plan gerufen. Mehrere Länder hätten eine Regulierungsprozedur wegen kartellrechtlicher Bedenken angestoßen, die auf Untersuchungen des Falls in Österreich beruhe. Hier die Pressemeldung der Europäischen Kommission im Wortlaut:

Die geplante Übernahme von Shazam durch Apple liegt unter den in der EU-Fusionskontrollverordnung festgelegten Umsatz-Schwellenwerten, ab denen Unternehmenszusammenschlüsse aufgrund ihrer EU-weiten Bedeutung bei der Europäischen Kommission angemeldet werden müssen. Daher hat Apple das Vorhaben zur aufsichtsrechtlichen Genehmigung in Österreich angemeldet, wo es den nationalen Schwellenwert für die Meldung von Zusammenschlüssen erreicht.

Österreich stellte bei der Kommission daraufhin einen Verweisungsantrag nach Artikel 22 Absatz 1 der EU-Fusionskontrollverordnung. Nach diesem Artikel kann ein Mitgliedstaat die Kommission ersuchen, einen Zusammenschluss zu prüfen, der zwar keine EU-weite Bedeutung hat, aber den Handel innerhalb des Binnenmarkts beeinträchtigt und den Wettbewerb im Hoheitsgebiet des bzw. der antragstellenden Mitgliedstaaten erheblich zu beeinträchtigen droht. Später haben sich Frankreich, Island, Italien, Norwegen, Schweden und Spanien dem Antrag angeschlossen.

Nach Sichtung der Angaben Österreichs und der Länder, die sich dem Verweisungsantrag angeschlossen haben, ist die Kommission vorbehaltlich des Ergebnisses einer umfassenden Prüfung der Auffassung, dass das Vorhaben erhebliche nachteilige Auswirkungen auf den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum haben könnte. Die Kommission ist ferner zu dem Schluss gekommen, dass sie die am besten geeignete Behörde für die Beurteilung der potenziellen grenzübergreifenden Auswirkungen des Vorhabens ist.

Die Kommission wird nun Apple auffordern, das Vorhaben zur Genehmigung anzumelden.

Update vom 12.12.2017:

Übernahme: Gegenüber BuzzFeed hat Cupertino bestätigt, was seit dem Wochenende nur Gerücht war: Apple kauft den Musikerkennungsdienst Shazam. Den Kaufpreis wollten beide Parteien nicht nennen, der dürfte aber bei den kolportierten 400 Millionen US-Dollar liegen, die Shazam-Übernahme ist also vermutlich die größte seit der von Beats vor gut drei Jahren. Apple und speziell das iPhone werden enormen Nutzen aus der Akquise ziehen, meint unser Macworld-Kollege Michael Simon. Es ist gewissermaßen so, dass Siri und das ARKit mit Shazam neue Ohren bekommen. Was etwa möglich sein könnte: AirPods reagieren dank Shazam auf Ansagen wie "Spiele einen Songs der in etwa so geht: …" oder "Spiele einen Ed-Sheeran-Song über Irland". Die Android-App von Shazam wird wohl erst einmal nicht aus dem Google Play Store verschwinden, aber das iPhone könnte wie etwa das Google Pixel ständig die Titel von Songs anzeigen, die in der Nähe laufen.

Ursprüngliche Meldung vom 11.12.2017:

Apple will den britischen Musikerkennungsdienst Shazam für 400 Millionen US-Dollar übernehmen, berichtet die BBC . Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten und stünden kurz vor dem Abschluss. Weder Apple noch Shazam wollten den Bericht bisher kommentieren. Sollte Apple das Unternehmen tatsächlich schlucken, könnte es Wettbewerbsvorteile genießen.

Denn die geschätzt 100 Millionen monatlichen Nutzer würden dann nicht mehr zu Spotify oder Google Play gelockt, wenn der Service einen Song erkannt hat. Ob Apple weiterhin die Android-App von Shazam anbieten wird, bleibt abzuwarten. Ebenso würde sich Apple die Provisionen sparen, von denen Shazam bisher gut gelebt hat. Bei dessen letzter Finanzierungsrunde im Jahr 2015 wurde der Gesamtwert des Unternehmens auf eine Milliarde US-Dollar veranschlagt.

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