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Apple Pay: Sparkasse noch 2019 mit dabei

21.10.2019 | 10:44 Uhr | Peter Müller

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband will ab 2019 mit der Mastercard seinen Kunden Apple Pay anbieten, die Girocard soll im kommenden Jahr dazu stoßen.

Update vom 21. Oktober 2019:   Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat seine Aussagen aus dem Frühjahr nun konkretisiert, aber noch keinen genauen Termin genannt, wann man den Kunden von Stadt- und Kreissparkassen Apple Pay werde anbieten können. Die Aussage, dass es noch im Jahr 2019 passieren wird, steht aber weiterhin. Neu ist nun die Ansage , den Service zunächst mit Mastercard anzubieten, die Girocard – lange Streit- oder technischer Knackpunkt zwischen den Sparkassen und Apple – werde im kommenden Jahr hinzustoßen. Die Volks- und Raiffeisenbanken hatten zuletzt im August bekräftigt , mobiles Zahlen auch für iOS anzubieten - via Apple Pay. Der VR-Verband arbeitet mit Visa zusammen, auch die Girocard soll auf dem Smartphone nutzbar sein, ist der letzte Stand der Dinge, ebenso ohne konkreten Termin.

Update vom 07. März 2019: Bekannt war bereits, dass es konstruktive Gespräche zwischen Apple und dem Sparkassen-Verband in Deutschland gibt (siehe unten). Nun scheint man miteinander ans Ziel zu kommen. So hat der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) Helmut Schleweis nach einem Bericht des Handelsblatts mitgeteilt, dass man sehr positive Gespräche mit Apple führe und hoffe, diese bald zum Abschluss bringen zu können. Die Aussage "Noch in diesem Jahr" lässt hoffen, dass Apple Pay bei den Sparkassen nicht all zu lange auf sich warten lässt.

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Wichtig für die Verhandlungen sei dabei, dass Apple auch Girokarten (die früheren EC-Karten) als Bezahlmittel an den Terminals der Geschäfte akzeptiere, denn viele Sparkassen-Kunden besitzen diese. Man möchte auf diese Weise auch nicht Kreditkarten von Visa oder Mastercard fördern, welche bislang durch andere Banken an der Apple-NFC-Schnittstelle genutzt werden. Dazu gehören derzeit vor allem die Deutsche Bank, Comdirect, die Hypo-Vereinsbank sowie N26. Im Gegensatz zu Google verhindert Apple den direkten Zugang auf diese Schnittstelle am iPhone. Auf Android-Handys können Nutzer für Google Pay eigene Bezahl-Apps der Volks- und Raiffeisenbanken einsetzen, schreibt das Handelsblatt weiter.

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Für kleinere Geschäfte respektive Händler wie Bäcker und Metzger, die kein zusätzliches Terminal für Kartenzahlungen anschaffen wollen, was auch Kosten verursacht, wollen die Sparkassen ebenfalls noch in diesem Jahr ihren Handy-zu-Handy-Bezahldienst Kwitt herausbringen.

Update vom 25. Februar 2019 : Nicht viel Neues in Sachen Apple Pay in Deutschland und Sparkassen. Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa ) verlauten ließ, verhandle man weiter über die Konditionen: "Die Sparkassen und Landesbanken in Deutschland arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Zahlungslösungen für ihre Kunden. In diesem Zusammenhang führen wir sehr positive Gespräche mit Apple, um herauszufinden, wie wir Apple Pay für alle unsere Kunden einführen können". Daraus lässt sich nicht viel mehr schließen, als dass beide Seiten einen Kompromiss suchen. Problem für die Sparkassen – und auch gleichermaßen für Volks- und Raiffeisenbanken: Apple beansprucht einen nicht unerheblichen Teil der bei den Zahlungen anfallenden Gebühren, ein Geschäft, dass die Banken bisher allein für sich hatten, etwa mit ihrem System Giropay. Im Dezember hatte die DSGV noch gefordert, Apple solle seinen NFC-Chip für Dritte und ihre Zahlungssysteme freigeben, Apple lehnt dies mit dem Argument ab, dass die maximale Sicherheit nur gewährleistet sei, wenn Hardware, Software und Service in einer Hand verblieben. Ein Problem gibt es aber auch für Apple: Auf die Millionen von Sparkassenkunden wird man kaum verzichten wollen – und auch ebenso wenig auf die der Volks- und Raiffeisenbanken. Man darf also gespannt sein, wohin die Diskussionen führen. Letztlich dürfte die Einführung von Apple Pay nicht daran scheitern, dass technische Probleme bei der Unterstützung der Girocard (auch als EC-Karte bekannt) nicht überwunden werden könnten. 

Stand vom 12. Dezember 2018: Die Hoffnung vieler Kunden der Sparkassen, bald auch mit Apple Pay bezahlen zu können, hat einen Dämpfer erhalten. In einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zwar Gespräche mit Apple bestätigt, wie man das mobile Bezahlen auch für "Nutzer von Apple-Endgeräten" herstellen kann – mit Android-Smartphones können Girocard-Besitzer und solche von den Sparkassen herausgegebener Kreditkarten bereits seit Juli 2018 mobil bezahlen.

Doch einer Forderung des Verbandes wird Apple kaum nachgehen und seine NFC-Schnittstellen nicht öffnen. Denn das will der DSGV, NFC auf den iPhones und Apple Watches mit der eigenen Lösung nutzen. Das genau lehnt Apple aus Sicherheitsgründen ab, wie uns das Unternehmen gestern auf der Veranstaltung in der Allianz Arena näher erläuterte.

Nur, wenn Hardware, Software und Service aus einer Hand kämen, könne man die erforderliche Sicherheit garantieren, Apple Pay werde es daher nicht auf anderen Endgeräten geben – und umgekehrt dann auch nicht den Zugriff anderer Services auf Hardware und Software.

Der Sparkassenverband mahnt zudem an, Apple müsse es ermöglichen, Girocards als Zahlungsmittel in Apple Pay zu hinterlegen. Genau das ist aber Sache der Banken, welche Arten von Karten sie für welchen Kundenkreis für Apple Pay anbieten, erklärten uns gestern Vertreter beteiligter Institute, eine Kreditkarte ist dabei nicht zwingend notwendig – und auch nicht die Freigabe aller ausgegebenen Karten. So bieten etwa Online-Banken wie Boon oder bunq digitale Debitcards an, die man per SEPA-Überweisung oder Kreditkarte aufladen kann.Technisch wäre es für Sparkassen und VR-Banken ja auch kein Problem, ihre Kreditkarten für Apple Pay freizugeben.

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Der Hintergrund des Konflikts dürfte ein anderer sein: Den Sparkassen sind die von Apple geforderten Lizenzgebühren wohl zu hoch. So schaffen sich die Sparkassen aber die Gefahr, einen Technik-begeisterten Kundenkreis zu vergraulen, der zu Online-Banken wie N26 oder Instituten wie der Hypovereinsbank oder Comdirect (mit kostenloser VISA-Card) wechseln könnte.

In sozialen Medien kocht derzeit die Kritik an den Sparkassen hoch , die Apple Pay fordernde Kunden derzeit nur vertrösten können. Der Ausgang der Verhandlungen ist offen – und vor allem davon abhängig, wie schnell Apple Pay in Deutschland angenommen wird.

Unsere Meinung: Die Süddeutsche Zeitung wirft in einem Kommentar Apple vor, die Sparkassen und VR-Banken nicht verstanden zu haben. Umgekehrt liest sich der Einwurf des DSGV so, als hätte dieser Apple Pay nicht verstanden. Es ist aber das Gegenteil richtig. Die Unternehmen und Unternehmensgruppen haben einander sehr wohl verstanden. Es geht um nichts weiter als um die Kontrolle des Geschäfts, Apple will mit Apple Pay Geld verdienen und Sparkassen wie VR-Banken dieses Business nicht aufgeben. Dass Apple Pay überhaupt an den Start gegangen ist, zeigt ja, dass es Möglichkeiten der Verständigung zwischen Banken und Apple gibt.

Es wird letztlich Abwägungssache sein: Wenn Apple Pay schon in kurzer Zeit hohe Akzeptanz erlangt, werden Sparkassen und VR-Banken einen Teil ihres Widerstands aufgeben müssen, um nicht zu viele Kunden an die Konkurrenz zu verlieren. Wenn das kontaktlose  Bezahlen mit dem iPhone im Bargeldland Deutschland nicht so wie erhofft anläuft, wird Apple auf die beiden großen Verbände zugehen müssen.

Das Potential für kontaktlose Zahlungen ist indes groß: Von den in Deutschland aufgestellten 800.000 Terminals sind bereits rund 60 Prozent auf NFC eingestellt und bereit, Girocards, Android-Hadys und Apple Watches als Zahlungsübermittler zu bedienen. Ganz so weit wie in Schweden oder den Niederlanden, wo bereits heute 90 Prozent aller Bezahlvorgänge bargeldlos vonstatten gehen, ist man hierzulande nicht. Das war aber nur ein Grund, warum Apple Pay so lange hat auf sich warten lassen. Die komplexe Bankenstruktur hat ihren Gutteil dazu beigetragen, ein weiterer Grund dürfte vor allem auch ein Disput über Gebühren und Lizenzen gewesen sein, der noch nicht zu Ende geführt ist.

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