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Antivirus-Software für Windows 10 im Test

25.07.2017 | 10:01 Uhr |

Das AV-Test Institut hat 18 Antivirusprogramme für private Anwender unter Windows 10 getestet. Keines der Produkte ist durchgefallen, vier haben die Maximalpunktzahl erreicht.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat erneut 17 Antivirusprogramme mit dem serienmäßigen Windows Defender verglichen. Die Hersteller haben ihre Schutzprogrammme zur Zertifizierung eingereicht. Die ausführlichen Tests haben im Mai und Juni unter Windows 10 Version 1703 (64 Bit) stattgefunden, der vorherige Test unter Windows 10 liegt zwei Monate zurück. Das Testfeld ist bis auf Versionsänderungen gleich geblieben.

Geprüft wird wie üblich in den drei Kategorien Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Die Schutzprogramme müssen mehr als 10.000 Schädlinge erkennen und abwehren, die nicht älter als vier Wochen sind. Zudem werden sie im so genannten Real-World-Test mit 202 tagesaktuellen Schädlingen konfrontiert (0-Day-Malware). Die Tester prüfen, wie sehr die Antivirusprogramme gängige Alltagsabläufe ausbremsen, etwa den Aufruf von Web-Seiten, Downloads, das Kopieren von Dateien oder die Installation und Benutzung legitimer Software. Die Benutzbarkeit ergibt sich aus Fehlalarmen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte, in der Summe also höchstens 18. Diejenigen Produkte, die insgesamt mindestens zehn Punkte und in jeder Kategorie wenigstens einen Punkt erreichen, erhalten ein Zertifikat. Zusätzlich vergibt AV-Test das Prädikat „Top Product“ für Lösungen, die in allen Testkriterien hervorragend abschneiden und insgesamt 17,5 Punkte oder mehr erzielen.

Die Test-Ergebnisse
Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle Kandidaten mühelos erfüllt. Avira und Kaspersky Lab haben wie schon in den beiden vorherigen Tests die vollen 18 Punkte erreicht, diesmal haben das allerdings auch Norton/Symantec und Trend Micro geschafft. Knapp dahinter folgen Bitdefender, Microworld eScan und AhnLab V3. Diese sieben Schutzlösungen erhalten das AV-Test-Prädikat „Top Product“.

Testergebnisse Antivirus-Software für Windows 10
Vergrößern Testergebnisse Antivirus-Software für Windows 10
© AV-Test

Volle sechs Punkte für die Schutzwirkung haben auch weitere vier Kandidaten erzielt: BullGuard Internet Security, Avast Free Antivirus, AVG Internet Security sowie F-Secure Safe. Avast und AVG haben bei den Geschwindigkeitstests (Bremswirkung) je einen Punkt eingebüßt. BullGuard und F-Secure haben auch bei den Fehlalarmen Punkte liegen lassen. Fast alle Produkte in diesem Test bieten eine sehr gute Malware-Erkennung, lediglich ThreatTrack Vipre muss sich mit einem guten Ergebnis begnügen.

Microsoft hat mit dem Creators Update für Windows 10 den serienmäßigen Windows Defender stärker überarbeitet als die kleine Versionsänderung verrät. Erkauft wird die deutlich verbesserte Schädlingserkennung allerdings mit einer stark erhöhten Zahl an Fehlalarmen. Dieses Problem hatten schon viele Antivirushersteller und haben es früher oder später in den Griff bekommen. Wegen der Fehlalarme landet Windows Defender doch wieder im unteren Teil der Ergebnistabelle.

AV-Test hat die Bremswirkung der Schutzprogramme auf einem Standard- und einem High-End PC geprüft. Dabei haben sich nur wenige auffallende Resultate gezeigt. So verzögert Comodo Kopiervorgänge auf dem langsameren Rechner um 76 Prozent, auf dem schnellen System dauert das Kopieren jedoch etwa dreimal so lange wie ohne Schutz. G Data und ESET bremsen auf dem langsameren Rechner das Starten gängiger Programme spürbar (41 / 63 Prozent längere Startzeit), beim schnellen PC fällt das hingegen kaum auf (15 / 7 Prozent). Microsofts Windows Defender verhält sich meist unauffällig – nur bei der Installation gängiger Software tritt der Defender kräftig auf die Bremse.

Die Zahl der Fehlalarme hält sich in diesem Testlauf zwar in Grenzen, doch nur Kaspersky und McAfee haben den gesamten Test absolviert, ohne falschen Alarm auszulösen. Während beim Surfen im Web kein einziges Programm fälschlich Alarm geschlagen hat, haben bei System-Scans (kompletter Scan eines sauberen Systems) fast alle Kandidaten mindestens einmal Fehlalarme produziert. Microsoft bildet hier mit 16 falschen Befunden die negative Spitze, gefolgt von Comodo mit sechs Fehlalarmen. Bei der Installation und Benutzung legitimer Software gab es kaum Fehlalarme – Comodo fügt seiner Mängelliste jedoch fünf Fehldiagnosen hinzu und kommt so auf insgesamt 11 Fehlalarme.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). Bei der Reihenfolge ergeben sich daraus wenige kleine Verschiebungen im unteren Teil der Tabelle.

Punkte

gesamt mit Gewichtung

Hersteller/Produkt

Schutz

Geschwindigkeit

Benutzbarkeit

1:1:1

60:20:20

Avira Antivirus Pro 15.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Internet Security 17.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Symantec Norton Security 22.9

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Trend Micro Internet Security 11.1

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Bitdefender Internet Security 21.0

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

MicroWorld eScan Internet Security Suite 14.0

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

AhnLab V3 Internet Security 9.0

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

BullGuard Internet Security 17.1

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

Avast Free AntiVirus 17.4

6,0

5,0

6,0

17,0

17,4

AVG Internet Security 17.3 & 17.4

6,0

5,0

6,0

17,0

17,4

F-Secure Safe 14

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

McAfee Internet Security 19.0

5,5

6,0

6,0

17,5

17,1

K7 TotalSecurity 15.1

5,5

6,0

5,5

17,0

16,8

ESET Smart Security 10.1

5,5

4,5

6,0

16,0

16,2

G Data Internet Security 25.3

5,5

4,5

5,5

15,5

15,9

Microsoft Windows Defender 4.11

5,5

5,0

4,5

15,0

15,6

ThreatTrack Vipre Security Pro 9.3

5,0

4,5

5,5

15,0

15,0

Comodo Internet Security Premium 10.0

6,0

2,0

4,5

12,5

14,7

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