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Antivirus-Software für Windows 10 im Test

30.05.2018 | 11:15 Uhr |

Das AV-Test Institut hat 18 Antivirenprogramme für private Anwender unter Windows 10 getestet. Keines der Produkte ist durchgefallen, nur zwei haben die Maximalpunktzahl erreicht.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat 17 Antivirusprogramme geprüft, die ihre Hersteller zur Zertifizierung eingereicht hatten. Zum Vergleich ist auch wieder der bei Windows 10 serienmäßige Microsoft Windows Defender dabei. Die ausführlichen Tests haben im März und April unter Windows 10 (64 Bit) stattgefunden. Der vorherige Testbericht unter Windows 10 ist Ende Januar erschienen. Den jüngsten Testbericht für Windows 7 gab es Anfang April. Das Testfeld ist bis auf einige Versionsänderungen nahezu gleich geblieben.

Geprüft wird wie üblich in den drei Kategorien Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Die Schutzprogramme müssen mehr als 5400 Schädlinge erkennen und abwehren, die nicht älter als vier Wochen sind. Zudem werden sie im so genannten Real-World-Test mit 196 tagesaktuellen Schädlingen konfrontiert (0-Day-Malware). Die Tester prüfen, wie sehr die Antivirusprogramme gängige Alltagsabläufe ausbremsen, etwa den Aufruf von Web-Seiten, Downloads, das Kopieren von Dateien oder die Installation und Benutzung legitimer Software. Die Benutzbarkeit ergibt sich aus Fehlalarmen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte, in der Summe also höchstens 18. Diejenigen Produkte, die insgesamt mindestens zehn Punkte und in jeder Kategorie wenigstens einen Punkt erreichen, erhalten ein Zertifikat. Zusätzlich vergibt AV-Test das Prädikat „Top Product“ für Lösungen, die in allen Testkriterien hervorragend abschneiden und insgesamt 17,5 Punkte oder mehr erzielen.

Testergebnisse Antiviruslösungen für Windows 10
Vergrößern Testergebnisse Antiviruslösungen für Windows 10
© AV-Test

Die Test-Ergebnisse
Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle Kandidaten mühelos erfüllt. Die vollen 18 Punkte haben diesmal nur Avira und AhnLab erreicht. Knapp dahinter folgen Kaspersky, McAfee und Trend Micro. Diese fünf Schutzlösungen erhalten das AV-Test-Prädikat „Top Product“. Für den Windows Defender reicht es nicht zum Spitzenplatz: in jeder Kategorie je einen halben Punkt zu verlieren klingt nicht nach viel, läßt Microsoft jedoch wieder ins letzte Drittel abrutschen.

Volle sechs Punkte für die Schutzwirkung haben auch sechs weitere Kandidaten erzielt: Bitdefender, BullGuard, MicroWorld eScan, Norton Security, Vipre und F-Secure. Bitdefender hat sich zu viele Fehlalarme geleistet und dafür einen ganzen Punkt eingebüßt, F-Secure noch erheblich mehr. Die Geschwister Avast und AVG haben bei der Malware-Erkennung (Schutz) und bei den Geschwindigkeitstests (Bremswirkung) je einen halben Punkt verloren. Die meisten Produkte in diesem Test bieten eine gute bis sehr gute Malware-Erkennung, lediglich PC Pitstop (vier Punkte) kann da nicht mithalten.

AV-Test hat die Bremswirkung der Schutzprogramme auf einem Standard- und einem High-End PC geprüft. Dabei haben sich nur wenige auffallende Resultate gezeigt. G Data und Bitdefender bremsen beim Aufruf populärer Websites am stärksten. Bei der Installation gängiger Software machen sich fast alle Kandidaten am deutlichsten bemerkbar. Das Kopieren von Dateien wird nur durch BullGuard und K7 spürbar verlangsamt.

Die Zahl der Fehlalarme (Kategorie Benutzbarkeit) ist bei zwei Kandidaten auffallend hoch: PC Pitstop und F-Secure. Nur Kaspersky, McAfee und Trend Micro haben den gesamten Test absolviert, ohne auch nur einmal falschen Alarm auszulösen. Während beim Surfen im Web auch diesmal wieder kein einziges Programm Fehlalarme produziert hat, haben bei System-Scans (kompletter Scan eines sauberen Systems) fast alle Kandidaten mindestens einmal fälschlich Alarm geschlagen. PC Pitstop mit rekordverdächtigen 87 und F-Secure mit 25 falschen Befunden weisen eine viel zu hohe Fehlerquote auf. Bei BullGuard, MicroWorld eScan und Vipre (je 11), G Data und Norton (je 10) sowie Bitdefender (9) und Windows Defender (8) sind es auch noch zu viele Fehler. Bei K7 liegt die Zahl der Fehlalarme (6) an der Grenze des Erträglichen – gemessen daran, dass in diesem Test mehr als 1,6 Millionen virenfreie Dateien zu prüfen waren.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). Bei der Reihenfolge ergeben sich daraus ein paar kleine Verschiebungen im mittleren und unteren Teil der Tabelle (vergleiche Grafik). BullGuard steigt nach unserer Wertung um mehrere Plätze nach oben.

Punkte

gesamt mit Gewichtung

Hersteller/Produkt

Schutz

Geschwindigkeit

Benutzbarkeit

1:1:1

60:20:20

AhnLab V3 Internet Security 9.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Avira Antivirus Pro 15.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Internet Security 18.0

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

McAfee Internet Security 20.8

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Trend Micro Internet Security 12.0

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Bitdefender Internet Security 22.0

6,0

6,0

5,0

17,0

17,4

MicroWorld eScan Internet Security Suite 14.0

6,0

6,0

5,0

17,0

17,4

Symantec Norton Security 22.12

6,0

6,0

5,0

17,0

17,4

Vipre Security VIPRE AdvancedSecurity 10.1

6,0

6,0

5,0

17,0

17,4

BullGuard Internet Security 18.0

6,0

5,0

5,0

16,0

16,8

Avast Free AntiVirus 18.2 & 18.3

5,5

5,5

6,0

17,0

16,8

AVG Internet Security 18.2 & 18.3

5,5

5,5

6,0

17,0

16,8

Comodo Internet Security Premium 10.2

5,5

5,5

6,0

17,0

16,8

K7 TotalSecurity 15.1

5,5

5,5

5,5

16,5

16,5

Microsoft Windows Defender 4.12

5,5

5,5

5,5

16,5

16,5

F-Secure Safe 17

6,0

5,0

3,5

14,5

15,9

G Data Internet Security 25.4

5,5

5,0

5,0

15,5

15,9

PC Pitstop PC Matic 3.0

4,0

6,0

3,0

13,0

12,6

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