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Antivirus-Software für Windows 10 im Test

05.10.2018 | 09:59 Uhr |

Das AV-Test Institut hat 18 Antivirenprogramme für private Anwender unter Windows 10 getestet. Keines der Produkte ist durchgefallen, fünf haben die maximale Punktzahl erreicht.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat 17 Antivirusprogramme geprüft, die ihre Hersteller zur Zertifizierung eingereicht hatten. Zum Vergleich ist auch wieder der bei Windows 10 serienmäßige Microsoft Windows Defender dabei. Die ausführlichen Tests haben im Juli und August unter Windows 10 (64 Bit) stattgefunden. Der vorherige Testbericht unter Windows 10 ist Ende Juli erschienen. Den jüngsten Testbericht für Windows 7 gab es Anfang April. Das Testfeld ist bis auf einige Versionsänderungen gleich geblieben.

So wird getestet
Geprüft wird wie üblich in den drei Kategorien Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Die Schutzprogramme müssen knapp 20.000 Schädlinge erkennen und abwehren, die nicht älter als vier Wochen sind. Zudem werden sie im so genannten Real-World-Test mit 275 tagesaktuellen Schädlingen konfrontiert (0-Day-Malware). Die Tester prüfen, wie sehr die Antivirusprogramme gängige Alltagsabläufe ausbremsen, etwa den Aufruf von Web-Seiten, Downloads, das Kopieren von Dateien oder die Installation und Benutzung legitimer Software. Die Benutzbarkeit ergibt sich aus Fehlalarmen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte, in der Summe also höchstens 18. Diejenigen Produkte, die insgesamt mindestens zehn Punkte und in jeder Kategorie wenigstens einen Punkt erreichen, erhalten ein Zertifikat. Zusätzlich vergibt AV-Test das Prädikat „Top Product“ für Lösungen, die in allen Testkriterien hervorragend abschneiden und insgesamt 17,5 Punkte oder mehr erzielen.

Testergebnisse Antiviruslösungen für Windows 10
Vergrößern Testergebnisse Antiviruslösungen für Windows 10
© AV-Test

Die Testergebnisse
Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle Kandidaten mühelos erfüllt. Die vollen 18 Punkte haben diesmal Avira, Bitdefender, Kaspersky, McAfee und erstmals auch Vipre erreicht. Knapp dahinter folgen AhnLab, Bullguard, Norton/Symantec, Avast, AVG und Microsoft. Diese zehn Schutzlösungen erhalten das AV-Test-Prädikat „Top Product“. Der mit dem Betriebssystem gelieferte Windows Defender etabliert sich also inzwischen unter den Besten. Daher müssen sich Hersteller, die schlechter abschneiden, fragen lassen, warum Kunden für ihre Produkte Geld ausgeben sollen. Mitgelieferte Zusatzfunktionen lassen sich meist auch mit kostenlosen Fremdprodukten realisieren.

Volle sechs Punkte für die Schutzwirkung haben auch fünf weitere Kandidaten erzielt: Comodo, F-Secure, G Data, Trend Micro und K7. So bleiben nur zwei Produkte, MicroWorld eScan und PC Pitstop, die diese Marke verfehlt haben. Doch alle Produkte in diesem Test bieten eine gute bis sehr gute Malware-Erkennung. Auch PC Pitstop hat sich heran gearbeitet, allerdings um den Preis viel zu vieler Fehlalarme.

AV-Test hat die Bremswirkung der Schutzprogramme auf einem Standard- und einem High-End PC geprüft. Dabei haben sich nur wenige auffallende Resultate gezeigt. Avast, G Data und Bitdefender bremsen beim Aufruf populärer Websites am stärksten. Bei der Installation gängiger Software machen sich fast alle Kandidaten (außer PC Pitstop) am deutlichsten bemerkbar, vor allem F-Secure. PC Pitstop fällt besonders beim Software-Start auf, der schonmal doppelt so lange dauern kann wie ohne Antivirus. Das Kopieren von Dateien wird nur durch K7 spürbar verlangsamt. Bei Downloads bleiben alle Schutzprogramme unauffällig.

Bei der Zahl der Fehlalarme (Kategorie Benutzbarkeit) fällt nur ein Testkandidat aus dem Rahmen: PC Pitstop mit 35 Fehldiagnosen. Bitdefender, Kaspersky, McAfee, MicroWorld eScan und Vipre haben hingegen den gesamten Test absolviert, ohne auch nur einmal falschen Alarm auszulösen. Während beim Surfen im Web auch diesmal wieder kein einziges Programm Fehlalarme produziert hat, haben bei System-Scans (kompletter Scan eines sauberen Systems) viele Kandidaten mindestens einmal fälschlich Alarm geschlagen. Abgesehen von PC Pitstop liegt die Fehlerquote aller Produkte an der Grenze des Erträglichen oder darunter – gemessen daran, dass in diesem Test mehr als 1,3 Millionen virenfreie Dateien zu prüfen waren.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). In diesem Test ergibt sich daraus lediglich für MicroWorld eScan ein Verlust mehrerer Plätze.

Punkte

gesamt mit Gewichtung

Hersteller/Produkt

Schutz

Geschwindigkeit

Benutzbarkeit

1:1:1

60:20:20

Avira Antivirus Pro 15.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Bitdefender Internet Security 22.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Internet Security 19.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

McAfee Internet Security 21.2

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Vipre Security VIPRE AdvancedSecurity 10.3

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

AhnLab V3 Internet Security 9.0

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

BullGuard Internet Security 18.1

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

Symantec Norton Security 22.14

6,0

6,0

5,5

17,5

17,7

Avast Free AntiVirus 18.5

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

AVG Internet Security 18.5

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Microsoft Windows Defender 4.12 & 4.18

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Comodo Internet Security Premium 11.0

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

Trend Micro Internet Security 12.0

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

F-Secure Safe 17

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

G Data Internet Security 25.4

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

K7 TotalSecurity 15.1

6,0

4,5

5,5

16,0

16,8

MicroWorld eScan Internet Security Suite 14.0

5,0

6,0

6,0

17,0

16,2

PC Pitstop PC Matic 3.0

5,5

5,5

2,5

13,5

14,7

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