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Anti-Terrorgesetze: Prepaid-Karten vor dem Aus?

18.04.2017 | 14:14 Uhr |

Aldi Talk wird ab Juni in Belgien eingestellt. In Deutschland soll das Prepaid-Angebot auch weiterhin bestehen bleiben.

Update 18.04.2017:

Aldi äußert sich in dieser Woche zu den Gerüchten um das Ende von Aldi Talk in Deutschland. Laut dem Statement des Discounters, wird das Prepaid-Angebot hierzulande trotz verschärfter Anti-Terrorgesetze bestehen bleiben:

„Aldi Talk Deutschland bleibt für Neu- und Bestandskunden bestehen und wird auch weiterhin in gewohnter Weise attraktive Prepaid-Angebote für Kunden in Deutschland anbieten. Die sich aus den regulatorischen Vorgaben ergebenden Anpassungen werden keine Auswirkungen auf den Verkauf von Starter-Sets und Guthabenbons in den deutschen Aldi Filialen haben.“

Originalmeldung 10.04.2017:

Belgien hat im Rahmen seiner Anti-Terrorgesetze die Regelungen für Prepaid-Handy-Kunden verschärft. Demnach müssen sich alle Nutzer von Prepaid-Karten ab sofort identifizieren und registrieren. Eine ähnliche Regelung wird im Juli in Deutschland ebenfalls in Kraft treten.

Aldi reagiert in dieser Woche auf die verschärften Gesetze in Belgien und stellt seinen Prepaid-Tarif Aldi Talk ab 6. Juni 2017 ein. Kunden können noch bis zum 14. April Aufladekarten kaufen, deren Guthaben bis Anfang Juni aufgebraucht werden sollte. Ab 6. Juni werden dann alle Aldi-Talk-Karten abgeschaltet. Wer seine Rufnummer behalten will, sollte laut Aldi bis zum Stichtag zu einem anderen Anbieter wechseln. In Belgien hat Aldi eine Kooperation mit Base, die beim Wechsel ein Wilkommensguthaben in Höhe von 15 Euro bietet.

Wird Aldi Talk auch in Deutschland eingestellt?
Vergrößern Wird Aldi Talk auch in Deutschland eingestellt?
© Aldi

In Deutschland müssen sich Prepaid-Kunden ab Sommer ebenfalls registrieren. Diesen Vorgang will Aldi aus Rücksicht auf seine Kunden jedoch nicht an der Kasse durchführen, weshalb Aldi Talk – vorerst nur in Belgien – eingestellt wird. Ob Aldi Talk im Sommer in Deutschland ein ähnliches Schicksal ereilt, ist unklar. Da der Discounter den Registrierungsvorgang jedoch auch hierzulande nicht an der Kasse durchführen will, scheint die Einstellung von Aldi Talk auch in Deutschland wahrscheinlich.

Alternativ könnten Kunden ihre Aldi-Talk-Karte auch über ein Online-Portal durch ein Identifikationsverfahren wie Idnow oder WebID registrieren. Damit würde der Prozess in den Aldi-Geschäftsstellen entfallen. Online-Dienstleistungen zur Identifizierung sind jedoch auch teuer. Ob Aldi seine Marktführer-Position in Deutschland aufgeben wird, um diese Kosten einzusparen, bleibt abzuwarten.

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