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Android: Apps erschleichen sich Werbe-Provisionen

27.11.2018 | 16:27 Uhr | René Resch

Einige recht beliebte Android-Apps der Unternehmen Cheetah Mobile und Kika Tech nutzen wohl ungefragt Berechtigungen, um sich Provisionen zu ergaunern.

Die bekannten Android-Apps der Unternehmen Cheetah Mobile und Kika Tech (woran Cheetah Mobile ebenfalls Beteiligungen hält) nutzen angeblich zu viele Berechtigungen in ihren Android-Apps aus, um sich Provisionen für App-Installationen von Werbetreibenden zu erschleichen. Die Informationen basieren dabei auf Daten der Analytics-Firma Kochava, wie Buzzfeed News berichtet.

Apps verlangen bis zu 120 Zugriffsrechte

Konkret soll es sich dabei um die Apps Clean Master, Security Master, CM Launcher 3D, Kika Keyboard, Battery Doctor, Cheetah Keyboard, CM Locker und CM File Manager handeln. Alle Apps zusammen kommen auf insgesamt knapp 2,5 Milliarden Installationen. Die Apps sollen bei der Installation vom Nutzer bis zu 120 einzelne Zugriffsrechte anfordern.

Sobald in einer Android-App eine Pop-up-Werbung für eine App erscheint und auf diese geklickt wird und im Anschluss die App geladen und installiert wird, bezahlt der Werbetreibende dem Anbieter der geöffneten App bis zu 3 US-Dollar. Provisionen fließen allerdings erst dann, wenn die geladene App zum ersten Mal geöffnet wird. Hierfür wird eine Überprüfung des Ursprungs-Klicks genutzt. Cheetah Mobile und Kika Tech benutzen anscheinend interne Berechtigungen, um dieses System zu unterwandern, um noch mehr Geld einzufahren.

Die Apps des Unternehmens überwachen, welche App der Nutzer auf seinem Gerät öffnet und installiert. Wenn eine App beispielsweise aus dem Play Store geladen wird, für die es eine Provision geben kann, sollen die oben genannten Apps eine Art Fake-Klick auf die Pop-up-Werbungen abgeben. Die Berechtigungen sollen sogar dazu genutzt werden, die App im Hintergrund zu öffnen, damit die Provision auch ausgezahlt wird. Die App Kika Keyboard soll noch dreister vorgehen – sie überwacht sogar noch, was der Nutzer im Play Store sucht.

Google untersucht den Fall

Kochava hat diesbezüglich Cheetah Mobile und Kika Tech kontaktiert. Die Unternehmen reden sich allerdings heraus und schieben die Schuld auf SDKs von Drittanbietern oder Werbenetzwerke. Das Problem hierbei ist, dass das betroffene SDK von Cheetah Mobile selbst entwickelt wurde. Google kündigte nun Ermittlungen dazu an, zwei der acht Apps sind bereits aus dem Play Store verschwunden.


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