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Android 8 / O: Alle Infos zu den Neuerungen

09.06.2017 | 11:45 Uhr |

Android O befindet sich nun offiziell im Beta-Programm! Wir zeigen Ihnen, wie Sie Android O auf Ihrem Handy installieren und welche neuen Funktionen das System mit sich bringt.

Das Beta-Programm für Android O hatte kurz nach der Google I/O Mitte Mai mit der Preview 2 offiziell begonnen. Damit wanderte Android 8 vom Alpha-Stadium zur Betaphase, die nicht mehr nur für Entwickler freigegeben ist, sondern auch von Ihnen schon vorab ganz offiziell getestet werden kann. Seit dem 8. Juni beginnt das Rollout der Developer Preview 3. Zeitgleich hat Google auch offiziell verkündet, dass die neue Android-Version die Versionsnummer 8 trägt.

Wem es jetzt schon in den Fingern kribbelt, der kann sich mit seinem Google-Account für das Beta-Programm anmelden und Android O via OTA-Update (over-the-air) auf sein unterstütztes Handy laden . Bedenken Sie aber, dass die aktuelle Betaversion sowie die kommenden Updates noch Fehler enthalten können, die zur Beeinträchtigung der Funktionen führen können ( bekannte Probleme ). Ihr Feedback hilft Google dabei, das Android-System zu verbessern. Wie Sie Ihr Google-Handy, wie das Google Pixel, manuell flashen, erklären wir Ihnen weiter unten. Zu den unterstützten Geräten zählen die folgenden Google-Produkte:

Developer Preview 3

Die jetzt zur Verfügung stehende "Developer Preview 3" ist die aktuellste Beta-Version von Android O. Die Build OPP3.170518.006 enthält bereits die finalen APIs und das offizielle SDK.

Sie befindet sich in einem frühen Stadium des neuen Systems. Erst die Preview-Versionen 3 und 4 mit Release Mitte Juni und Mitte Juli enthalten die finalen APIs und SDK sowie annährend finale System-Images. Erst in Q3 2017 startet der Rollout von Android O offiziell.

Diese Geräte erhalten Android 8 / O

Der erste Start

Nach der Installation von Android 8 heißt Sie das Betriebssystem mit einem neuen Hintergrundbild willkommen.
Vergrößern Nach der Installation von Android 8 heißt Sie das Betriebssystem mit einem neuen Hintergrundbild willkommen.

Gleich beim ersten Start wird deutlich, dass es sich noch um eine frühe Version handelt. Anstelle eines neuen Bootlogos erscheinen immer noch die gewohnten animierten Kreise von Android 7. Bevor Sie loslegen können, informiert Sie Ihr Smartphone, dass es sich um eine Vorversion handelt, die nicht für den produktiven Einsatz geeignet ist und nur von Entwicklern sowie Enthusiasten verwendet werden sollte.

Der Start verläuft, wie gewohnt, über den Assistenten, mit dem Sie Ihr WLAN einrichten und eine Verbindung zu Ihrem Google-Konto herstellen. Anschließend präsentiert sich das Smartphone mit neuem Hintergrund.

Weniger häufig benötigte Einträge werden in den Einstellungen zur besseren Übersichtlichkeit im Punkt „Erweitert“ zusammengefasst.
Vergrößern Weniger häufig benötigte Einträge werden in den Einstellungen zur besseren Übersichtlichkeit im Punkt „Erweitert“ zusammengefasst.

Ein erster Blick in die Einstellungen zeigt, dass sich einiges getan hat: Es sind weniger Einträge geworden, viele Optionen wurden zusammengefasst und neu angeordnet. Google hat zudem weniger genutzte Themen innerhalb der Einstellungen gruppiert und in einem „Erweitert“-Menü zusammengefasst.

Benachrichtigungen im Griff

Kategorien erlauben es Ihnen unter Android 8, die Benachrichtigungen von Apps besser zu steuern.
Vergrößern Kategorien erlauben es Ihnen unter Android 8, die Benachrichtigungen von Apps besser zu steuern.

Auch auf funktionaler Seite gibt es einige Neuerungen: Gerade, wenn Sie sehr vielen Apps erlauben, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken, werden Sie mit einer Vielzahl von Meldungen überhäuft. Dies hat auch Google erkannt und bietet ab Android 8 „Notification Channels“ an. Damit haben Entwickler die Möglichkeit, die Benachrichtigungen Ihrer Apps in Kategorien zu unterteilen. Sie als Nutzer können diesen Kategorien verschiedene Eigenschaften zuweisen und – abhängig davon – die Berechtigungen steuern.

Nachrichten aus wichtigen Kategorien lassen sich beispielsweise mit einem Signal und einer Bildschirmbenachrichtigung versehen, unwichtige Nachrichten konsequent blockieren. Allerdings bedarf es der generellen Weiterentwicklung der Apps, bevor diese Funktionen im Alltag zum Einsatz kommen.

Damit Sie wichtige Nachrichten nicht aus dem Blick verlieren, können Sie sich diese nach einer bestimmten Zeit erneut anzeigen lassen.
Vergrößern Damit Sie wichtige Nachrichten nicht aus dem Blick verlieren, können Sie sich diese nach einer bestimmten Zeit erneut anzeigen lassen.

Auch wenn Sie eine wichtige Nachricht nicht gleich beantworten können, ist sie nicht verschwunden. Sie können sich bei Android 8 auch nach 15, 30 oder 60 Minuten noch einmal daran erinnern lassen.

Die Einführung von „Badges“ erlaubt es den Entwicklern einer App, direkt auf dem Startbildschirm die Anzahl neuer Ereignisse anzeigen zu lassen.
Vergrößern Die Einführung von „Badges“ erlaubt es den Entwicklern einer App, direkt auf dem Startbildschirm die Anzahl neuer Ereignisse anzeigen zu lassen.

Lange vermisst wurde unter Android auch die Information darüber, wie viele neue Nachrichten beispielsweise bei Whatsapp oder in Ihrem Posteingang eingetroffen sind. Dies realisiert Google nun mittels sogenannter „Badges“, die auf dem Startbildschirm angezeigt werden. Die Funktion lässt sich individuell für jede App einzeln setzen – im Standard ist sie bereits aktiviert.

Siehe auch: Samsung Galaxy S8 und S8+ im Test

Mehr Farben und Bild-in-Bild

Was bei Google TV bereits zum Standard gehört, soll nun auch bei anderen Android-Geräten Einzug halten: Mit der neuen Bild-in-Bild-Funktion können Sie beispielsweise im Internet surfen, während Sie in einem kleineren Fenster Live- TV schauen. Mit einem Klick lässt sich das Bild zum Vollbild aufziehen.

Damit die leistungsfähigen Bildschirme optimal unterstützt werden, bietet Android 8 Apps die Möglichkeit, einen erweiterten Farbraum mit mehr Farbtiefe anzufordern. Wie die Umsetzung genau aussehen könnte, wird im Laufe der nächsten Monate mit den ersten Demo-Apps deutlicher werden.

Längere Batterielaufzeit

Damit ein Android-Smartphone nicht täglich zum Aufladen an die Steckdose muss, hat Google die Hintergrundaktivitäten der Apps eingeschränkt. Die Hintergrunddienste sind zeitlich limitiert. Überschreiten sie die Begrenzung, werden sie automatisch vom System beendet. Auch die Abfrage des Standorts sowie das Aufwecken von Apps soll genauer geregelt werden.

In den Akkueinstellungen wird der aktuelle Ladestand nun animiert dargestellt.

Weitere Funktionen

Auch der „System UI Tuner“ ist wieder dabei und erlaubt unter anderem die Anpassung der Statusleiste und der Navigationsleiste.
Vergrößern Auch der „System UI Tuner“ ist wieder dabei und erlaubt unter anderem die Anpassung der Statusleiste und der Navigationsleiste.

Nicht nur bei der Darstellung von Videos, sondern auch bei der Soundwiedergabe stehen einige Verbesserungen an. So hat Google angekündigt, verschiedene Bluetooth- Audio-Codecs von Drittherstellern direkt zu unterstützen. Bestätigt sind aktuell Sonys LDAC sowie Qualcomms aptX(HD)-Format.

Ebenfalls interessant ist die Schnittstelle für „Wi-Fi Aware“ oder auch „Neighbour Awareness Networking“. Mit dieser soll es möglich sein, dass Endgeräte direkt miteinander kommunizieren, ohne an Aufeinem gemeinsamen Access Point angemeldet zu sein. Damit kann man Daten austauschen oder auf einem Drucker ein Dokument ausgeben.

Auch innerhalb von Android 8 gibt es aktuell wieder ein „System UI Tuner“- Menü, welches Sie aktivieren, indem Sie das Einstellungs-Icon in der Benachrichtigungsleiste mindestens fünf Sekunden lang gedrückt halten. Die Funktionen sind gegenüber zuvor aber weniger geworden mit der Preview 3. Sie können jetzt nur noch die Statusleiste und "Bitte nicht stären" anpassen. Die Optionen für die Navigationsleiste und den Sperrbildschirm fallen weg.

Altbekannt und trotzdem neu soll auch eine Autofill-Funktionalität sein, die nicht mehr in Händen des Browsers, sondern beim Betriebssystem liegt. Damit soll es Anwendern erleichtert werden, webbasierte Formulare schnell auszufüllen.

Mit der Preview von Android O hat Google jetzt auch die neue Icon-Form "Teardron" eingeführt. Damit bekommen runde Icons am unteren rechten Rand eine Spitze - wie man es von der Google-App Allo kennt.

So geht's auch: Smartphone mit Android O manuell flashen

Sie können Ihr Handy aber auch manuell mit der neuen Android-Firmware flashen. Nachfolgend erklären wir Ihnen, wie das funktioniert und welche Dateien dafür notwendig sind. Für diese Anleitung haben wir ein Google Pixel mithilfe des SkipSoft Unified Android ToolKits über einen Windows-PC geflasht, das von dem Entwickler Mark Skippen stammt. Das Toolit unterstützt laut Webseite aktuell 35 Android-Geräte, zu denen auch einige Samsung-Handys wie das Galaxy S6 gehören. Alternativ können Sie Ihr

Handy auch via ADB laut Google-Anleitung flashen .

Mit dem Skipsoft Unified Android Toolkit können Sie Android 8 alias Android O auf Ihrem Handy wie dem Google Pixel installieren und nutzen.
Vergrößern Mit dem Skipsoft Unified Android Toolkit können Sie Android 8 alias Android O auf Ihrem Handy wie dem Google Pixel installieren und nutzen.

Hinweis: Beim Flash-Vorgang können Fehler auftreten, die im schlimmsten Fall das Smartphone stilllegen – was als „Bricken“ bekannt ist. Das Flashen erfolgt auf eigene Gefahr. Weder der Hersteller noch wir sind verantwortlich für etwaige Schäden, die entstehen könnten.

In dieser Anleitung haben wir die Developer Preview 1 von Android O im Alpha-Stadium, die nur für Entwickler gedacht ist, auf dem Pixel installiert. Dadurch kann es zu Fehlern oder Abstürzen einzelner Programme, aber auch des Systems kommen. Erst die Betaversion ist auch für die tägliche Nutzung gedacht.

Backup anlegen: Bevor es losgeht, sollten Sie unbedingt ein Backup Ihres Smartphones anfertigen. Das ist beispielsweise mit der Desktop-Anwendung My Phone Explorer möglich. Oder Sie nutzen die vom Hersteller bereitgestellte Software, sofern sie eine Backup-Funktion besitzt.

Android-Backup erstellen - so geht's

Android 8.0 alias Android O: Downloads und Treiber installieren

Bevor Sie Ihr Android-Gerät - in diesem Fall das Google Pixel - flashen können, benötigen Sie ADB- und Fastboot-Treiber, die Android-Treiber für Ihr Handy, das Android-Toolkit und natürlich die Firmware Android O. Wir haben die ADB- und Fastboot-Treiber über das Android SDK heruntergeladen, den Download können Sie aber auch über das Toolkit starten.

Android SDK Tools für Windows, Mac oder Linux inklusive ADB/Fastboot-Treiber

Skipsoft Unified Android Toolkit

Preview-Version von Android O

Laden Sie die beiden Tools herunter und installieren Sie diese. Die Geräte-Treiber Ihres Handy werden üblicherweise automatisch installiert, wenn Sie Ihr Handy via USB an den PC anschließen. Ansonsten können Sie auch die über das Toolkit für den entsprechenden Hersteller installieren. Das Android-O-Image ist eine ZIP-Datei, die Sie nur abspeichern, aber nicht entpacken.

Smartphone vorbereiten: Bevor Sie Ihr Handy flashen können, müssen Sie "USB-Debugging" und "OEM Entsperren" in den Entwickleroptionen aktivieren. Um diese freizuschalten, tippen Sie sieben Mal auf den Eintrag "Build-Nummer" in den Einstellungen unter "System - Über das Telefon".

Google Pixel mit Android O flashen

Starten Sie das installierte Unified Android Toolkit als Administrator - Rechtsklick auf das Programm und "Als Administrator ausführen" auswählen. Jetzt arbeiten Sie in einer Eingabeaufforderung - die Bedienung: Sie tippen einen auszuführenden Befehl wie eine Zahl oder einen Buchstaben gemäß Anleitung ein und bestätigen immer mit "Enter".

Schließen Sie nun Ihr Handy via USB an den PC an. Auf dem Gerät lassen Sie die Kommunikation zwischen Smartphone und PC zu, indem Sie auf dem aufpoppendem Fenster "USB-Debugging erlauben?" "Von diesem Computer immer erlauben" aktivieren und "OK" drücken.

Toolkit : Suchen Sie Ihr unterstütztes Gerät aus der Liste und tippen Sie die davorstehende Zahl im Toolkit ein und bestätigen Sie mit Enter. Beim Google Pixel ist es "07". Nachdem das Programm nötige Dateien heruntergeladen hat, wählen Sie aus der Liste die Build-Version Ihres Smartphones aus - diese zeigt das Tool Ihnen an. Sollte keine Build-Nummer mit der Ihres Smartphones übereinstimmen, entscheiden Sie sich für die Version, die ihr am nächsten ist. Obwohl unser Pixel mit "Android 7.1.2 N2G47T" läuft, tippen wir "23" ein und wählen damit "Android 7.1.1 [Build NOF27B]" aus.

Im Main Menu des Toolkits nach der Handy-Auswahl können Sie den Bootloader entsperren und die Firmware mit Android O flashen.
Vergrößern Im Main Menu des Toolkits nach der Handy-Auswahl können Sie den Bootloader entsperren und die Firmware mit Android O flashen.

Bootloader entsperren: Um das Google Pixel zu flashen, müssen Sie nun den Bootloader entsperren. Wählen Sie dazu "3. Unlock/Re-Lock/Check your device Bootloader" und anschließend "1. Unlock Bootloader" aus. Überprüfen Sie im nächsten Schritt, ob "USB-Debugging" und "OEM entsperren" tatsächlich aktiviert sind und bestätigen Sie den Unlock-Vorgang im Toolkit mit "y" für "yes". Ihr Handy startet dann in den Fastboot-Modus beziehungsweise in das Bootloader-Menü. Highlighten Sie dann Sie dann mithilfe der Lautstärke-Wippe "Yes" aus und bestätigen Sie die Auswahl mit der Power-Taste. Der Bootloader wird entsperrt.

Nachdem Sie den Bootloader erfolgreich entsperrt haben, startet das Handy. Das kann länger als gewohnt dauern. Sobald das Handy wieder vollständig hochgefahren ist, richten Sie es erneut ein, schalten Sie die Entwickleroptionen wieder frei und aktivieren Sie USB-Debugging erneut.

Nach dem Bootloader Unlock geht's ans Flashen. Seien Sie geduldig, das kann ein paar Minuten dauern.
Vergrößern Nach dem Bootloader Unlock geht's ans Flashen. Seien Sie geduldig, das kann ein paar Minuten dauern.

Google Pixel flashen: Nun können Sie einen Custom-Recovery-Modus flashen, um relativ einfach ZIP-Dateien zu installieren oder bestimmte Einstellungen vorzunehmen. Das erfolgt im Main Menu über "6. Flash Recovery - 3. Flash TWRP Touch Recovery".

Jetzt beginnen Sie mit dem Flash Ihres Pixels. Im Main Menu wählen Sie Punkt 9 aus, um ein Stock Factory Image zu flashen. Navigieren Sie in Ihrem Windows Explorer nun in den Ordner des Toolkit-Programms "Unified_Android_ToolKit". Legen Sie dann die heruntergeladene ZIP-Datei von Android O in den Ordner "put_google_factory_image_here\GooglePixel". Im Toolkit wählen Sie nach dem Kopiervorgang die Option "2. Flash Google Stock Image" aus. Bestätigen Sie die Nachfragen nach einem entsperrten Bootloader und der Image-Datei, um das Flashen des Google Pixels zu starten.

Nach dem erfolgreichen Flashen, startet das Handy neu und Sie können Android 8 nutzen.
Vergrößern Nach dem erfolgreichen Flashen, startet das Handy neu und Sie können Android 8 nutzen.

War der Flash-Vorgang erfolgreich, der etwas Zeit in Anspruch nehmen kann, dann startet das Handy automatisch und Sie müssen es nur noch einrichten.

Herzlichen Glückwunsch, Sie nutzen nun eine Preview-Version von Android 8.0 aka O!

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