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AMD verändert heimlich GPU-Angaben bei Radeon RX 560

05.12.2017 | 13:22 Uhr |

AMD hat Spezifikationen zur Radeon RX 560 im Nachhinein geändert, ohne Kunden darüber zu informieren. Hersteller können nun langsamere Karten mit 896 statt 1024 Kernen unter demselben Namen verkaufen.

Zum Marktstart im April 2017 hat AMD den auf der Radeon RX 560 befindlichen Polaris-Grafikchip mit 1024 Shader-Rechenkernen angegeben. Somit war sie im Vergleich mit dem Vorgänger RX 460, dessen GPU nur 896 Shader-Einheiten bot, schneller. Zwischenzeitlich gab es auch Informationen zu einer beschnittenen D-Variante der RX 560 (Radeon RX 560D), deren GPU mit 896 Shader-Einheiten angegeben wurde, diese sollte jedoch nur in China erscheinen.

Vor kurzem sind jedoch als RX 560 gelabelte Grafikkarten aufgetaucht, in denen nur 896 statt 1024 Shader-Rechenkerne arbeiten. Auf der offiziellen Website gibt es zwar die Angabe „896/1024“ unter dem Punkt „Stream-Prozessoren“. Diese wurde aber nachträglich hinzugefügt. Über die Wayback Machine der Website archive.org, lassen sich die Original-Angaben noch einsehen. So war am 13. Juli 2017 die Radeon RX 560 noch als reine 1024-Shader-Variante spezifiziert. Weiterhin bewirbt AMD seine Karte allerdings mit „16 Compute Units“, die jeweils 64 Rechenkerne enthalten, also insgesamt 1024 Stück.

Das sind die ursprünglichen AMD-Angaben zur Radeon RX 560.
Vergrößern Das sind die ursprünglichen AMD-Angaben zur Radeon RX 560.

Für den Kunden zum Problem wird die Sache beispielsweise bei einem Kauf eines Komplett-PCs. Als Beispiel dient hier der Aldi-PC: Medion Akoya P56000. Dieser enthält laut Computerbase eine Radeon RX 560 mit lediglich 896 Shader-Kernen. Aldi und Medion werben aber lediglich mit der Bezeichnung Radeon RX 560 und nicht mit der beschnittenen RX 560D-Variante. Der uninformierte Käufer kann somit kaum ausmachen, welche Karte er letztendlich erhält.

Und auch im Einzelhandel sind die Karten bereits angekommen. So bieten beispielsweise Sapphire und XFX jeweils eine Radeon RX 560 mit nur 896 Shader-Units an. Interessenten der Karte sollten also genau aufpassen, welches Modell sie wählen und sich nicht nur anhand günstiger Preise orientieren.

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