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AMD Vega 20: Grafikchip in 7-Nanometer-Fertigung mit 32 Gigabyte HBM2-Speicher

03.05.2018 | 13:25 Uhr |

Der Prototyp des Grafikprozessor AMD Vega 20 soll in der extrem fortschrittlichen 7nm-Fertigung entstanden sein. Zudem stellt AMD dem Grafikchip unglaubliche 32 Gigabyte HBM2-Speicher zur Seite. Das geht zumindest aus der 3DMark-Datenbank hervor.

AMD Vega 20: Erste Benchmark-Ergebnisse des nächsten Vega-Grafikprozessors sind in der 3DMark-Datenbank aufgetaucht. Ob dies versehentlich oder mit voller Absicht geschehen ist, bleibt unklar. Bemerkenswert an dem Informationsleck (Leak) sind allerdings nicht die Ergebnisse an sich, sondern die technischen Daten und der frühe Zeitpunkt des Testdurchlaufs.

Denn den Vega 20 lässt AMD bereits im fantastisch fortschrittlichen 7-Nanometer-Verfahren bei TSMC produzieren. Üblich bei den aktuellen GPU-Generationen von AMD und Nvidia sind Fertigungsverfahren im 14- oder 16-nm-Prozess. Selbst der zukünftige Gaming-Kracher Nvidia Geforce GTX 1180 wird "nur" in 12 nm gefertigt. Laut TSMC soll der 7-nm-Prozess im Vergleich zur 14- bis 16-nm-Fertigung eine Steigerung der Taktraten um bis zu 30 Prozent bei gleichzeitiger Reduzierung der Leistungsaufnahme um bis zu 60 Prozent erlauben - hier schlummert also ein gewaltiges Potential.

Der taiwanische Auftragsfertiger TSMC backt für AMD und Nvidia die Wafer der nächsten Grafikprozessor-Generationen.
Vergrößern Der taiwanische Auftragsfertiger TSMC backt für AMD und Nvidia die Wafer der nächsten Grafikprozessor-Generationen.
© TSMC

Und das der Prototyp des Grafikchips bereits jetzt stabil den 3DMark durchlaufen kann, deutet darauf hin, dass AMD einen erstaunlich ausgereiften Chipentwurf (Tapeout) am Start hat. Beeindruckend ist zudem die Speichermenge, die AMD dem Vega 20 zur Seite stellt: unglaubliche 32 Gigabyte des (noch) kostspieligen HBM2-Speichers.

Der AMD Vega 20 soll die Vega Frontier Edition ablösen, die typischerweise beim High Performance Computing zum Einsatz kommt - also professionellen Berechnungen für das Maschinenlernen und künstliche Intelligenz. Trotzdem lässt die Vega 20 Rückschlüsse auf AMDs kommende Radeon-Generation für Spiele-Grafikkarten zu, die mit einer fürs Gaming optimierten Vega-Architektur ebenfalls im 7-nm-Verfahren produziert werden soll.

Die 3DMark-Datenbank listet auch die Grafikprozessor- und Speicherfrequenzen des AMD Vega 20 auf. Danach soll der Prototyp 20 lediglich mit einem GPU-Takt von 1000 MHz laufen - also quasi mit angezogener Handbremse. Üblich sind bei Vega-Grafikkarten Basistaktraten zwischen 1200 und 1500 MHz. Diese Frequenz ist allerdings mit Vorsicht zu interpretieren, da es sich hier auch um einen Auslesefehler des 3DMarks handeln könnte. Beim Speichertakt wiederum klingen die 1250 MHz etwas zu hoch angesetzt - bei aktuellen Vega-Grafikkarten läuft der HMB2-Speicher mit Taktfrequenzen zwischen 800 und 945 MHz. 

Doch nun zu den Ergebnissen: Im 3DMark 11 erreicht die AMD Vega 20 einen „Graphics Score“ von rund 26.000 Punkte. Im Vergleich zur AMD Vega Frontier Edition mit durchschnittlich rund 32.000 Punkten ist das auf den ersten Blick nicht so berauschend. Allerdings handelt es sich beim Vega 20 wie schon erwähnt um ein frühes Vorserienmodell. Insofern ist das Ergebnis sehr vielversprechend, da der Grafikchip in den nächsten Monaten noch die typischen Optimierungsstufen für die GPU-Architektur und den Treiber durchläuft.

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