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AMD Ryzen Threadripper 2920X im Test: 12 Kerne und 24 Threads für unter 600 Euro

27.11.2018 | 11:20 Uhr |

Der AMD Ryzen Threadripper 2920X ist das kleinste Modell der zweiten CPU-Generation mit 12 Kernen und 24 Threads für unter 600 Euro. Im Test finden wir aber heraus, dass der Prozessor dennoch mit den ganz Großen mithalten kann.

Mit dem AMD Ryzen Threadripper 2920X haben wir den vierten und damit letzten Prozessor der zweiten Threadripper-Generation im Test. Gleichzeitig handelt es sich auch noch um das günstigste Modell, das aktuell zu einem Online-Preis von rund 570 Euro erhältlich ist. Im Gegenzug erhält man 12 Kerne, 24 Threads sowie eine Taktrate von bis zu 4,3 GHz.

Wir vergleichen den AMD Ryzen Threadripper 2920X mit de hauseigenen Modellen 2990WX , 2970WX und 2950X sowie dem Vorgänger 1950X . Auch der Intel Core i9-7980XE (18 Kerne/36 Threads) ist mit von der Partie.

TEST-FAZIT: AMD Ryzen Threadripper 2920X

Der AMD Ryzen Threadripper 2920X lässt sich mit seinem Preis von unter 600 Euro und seiner Leistung fast schon als Monster-CPU für die Massen bezeichnen. Klar gibt es mit dem Intel Core i9-9900K einen ähnlich teuren Prozessor, der vor allem bei der Single-Core-Performance deutlich besser abschneidet und mit dem Z370- oder Z390-Chipsatz günstigere Mainboards bietet.

Doch die etwas teurere X399-Plattform ist dafür um einiges üppiger ausgestattet und der Sockel sTR4 dürfte wohl noch einige Jährchen vorhalten. Damit ist der 2920X eine sehr empfehlenswerte, vergleichsweise günstige CPU und ein toller Einstieg in Sachen Threadripper-Prozessoren.

Pro:

+ hohe Multi-Core-Leistung

+ 64 PCI-Express-Lanes

+ Quad-Channel-Modus für RAM

Contra:

- hoher Stromverbrauch

- Leistung immer abhängig von der Anwendung

Technische Daten des AMD Ryzen Threadripper 2920X

Die technischen Daten des AMD Ryzen Threadripper 2920X im Überblick.
Vergrößern Die technischen Daten des AMD Ryzen Threadripper 2920X im Überblick.

Beim AMD Ryzen Threadripper 2920X handelt es sich um die kleinste Ausbaustufe der zweiten Thradripper-Generation. Er besitzt 12 Kerne, verarbeitet 24 Threads parallel und taktet mit 3,5 bis 4,3 GHz (Base & Boost) - letztere Taktfrequenz ist übrigens die zweithöchste von den neuen Threadripper-Modellen. Die 12 Kerne verteilt AMD auf insgesamt zwei Dies die jeweils direkt per Dual-Channel an den RAM angebunden sind und somit den Quad-Channel-Modus unterstützen. Nach wie vor ist aber der native Support von stolzen 64 PCI-Express-Lanes gegeben. Aufgrund der geringen Anzahl an Kernen sinkt der Level-3-Cache auf 32 MB. In folgender Tabelle haben wir die Spezifikationen verschiedener Modelle gegenüber gestellt.

Technische Daten von High-End-Prozessoren im Vergleich

AMD Ryzen Threadripper 2920X

AMD Ryzen Threadripper 2970WX

AMD Ryzen Threadripper 2990WX

AMD Ryzen Threadripper 2950X

AMD Ryzen Threadripper 1950X

Intel Core i9-7980XE

Anzahl Kerne / Threads

12 / 24

24 / 48

32 / 64

16 / 32

16 / 32

18 / 36

Basis- / Boost-Takt

3,5 / 4,3 GHz

3,0 / 4,2 GHz

3,0 / 4,2 GHz

3,5 / 4,4 GHz

3,4 / 4,0 GHz

2,6 / 4,2 GHz

Level-3-Cache

32 MB

64 MB

32 MB

24,75 MB

PCIe-Lanes

64

44

Speicherkanäle

Vier (Quad-Channel-Modus)

Fertigungsprozess

12 Nanometer FinFET

14 Nanometer FinFET

14 Nanometer

Sockel

sTR4

LGA2066

TDP (maximale Verlustleistung)

180 Watt

250 Watt

180 Watt

165 Watt

freier Multiplikator

Ja

Preis

673 Euro (Online-Preis)

1319 Euro (Online-Preis)

1795 Euro (Online-Preis)

895 Euro (Online-Preis)

707 Euro (Online-Preis)

2279 Euro (Online-Preis)

Der Aufbau und die Anbindungen des 2920X.
Vergrößern Der Aufbau und die Anbindungen des 2920X.
© AMD

Dynamic Local Mode soll Last optimal verteilen

Auch wenn der 2920X über vergleichsweise "wenig" Kerne verfügt (für einen Threadripper zumindest), fehlt es ihm nicht am Funktionsumfang. Denn der Prozessor unterstützt alle Techniken, die die drei größeren Brüder aufweisen können. Dazu zählen der neue Dynamic Local Mode, der sich über das Ryzen-Master-Tool ab der Version 1.5 aktivieren lässt (siehe unser Test des 2970WX).

Der neue "Dynamic Local Mode" schaltet die Betriebsmodi des Prozessors vollautomatisch um, damit die für die jeweilige Anwendung beste Konfiguration zum Zuge kommt und somit die beste Leistung garantiert wird.
Vergrößern Der neue "Dynamic Local Mode" schaltet die Betriebsmodi des Prozessors vollautomatisch um, damit die für die jeweilige Anwendung beste Konfiguration zum Zuge kommt und somit die beste Leistung garantiert wird.
© AMD

Nach wie vor gibt es auch einen "Creator-" und "Game-Mode", der sechs Kerne deaktiviert und die Taktraten etwas anhebt - das soll beim Zocken für noch mehr Leistungt sorgen. Diese Betriebsmodi oder Profile lassen sich über wenige Klicks aktivieren, wobei der Dynamic Local Mode nun standardmäßig aktiv ist, sich aber dennoch deaktiviren lässt. Damit die Änderungen übernommen werden, ist nur noch ein Neustart notwendig.

Die besten CPU-Benchmarks und Analysetools

Mehr Informationen über die zugrunde liegende Zen-Architektur erhalten Sie im Artikel  "Alle Infos zu AMD Ryzen: Start, Preise, CPU-Modelle, Mainboards, Technik". Noch mehr über Threadripper der zweiten Generation lesen Sie in unserem Test des Threadripper 2990WX.

Testresultate im Überblick: AMD Ryzen Threadripper 2920X

Wenig überraschend bietet der 2920X zwar eine solide, aber deutlich geringere Multi-Threading-Leistung als die restlichen Prozessoren aus dem Testfeld. Klar, denn hier sind ja auch "nur" 12 Kerne und 24 Threads am Werk. Dennoch sind die Ergebnisse einer Oberklasse-CPU würdig. Vor allem bei Anwendungen, die gut von höheren Takraten und mehr Kernen profitieren, schlägt sich die CPU nicht übel (siehe Ergebnis im 3D Mark Timespy).

Cinebench R15: Render-Geschwindigkeit

Die Ergebnisse aus Cinebench R15 im Vergleich.
Vergrößern Die Ergebnisse aus Cinebench R15 im Vergleich.
Die Ergebnisse im direkten Vergleich zu den restlichen Threadrippern der zweiten Generation.
Vergrößern Die Ergebnisse im direkten Vergleich zu den restlichen Threadrippern der zweiten Generation.

Blender: 3D-Modelling

Die Ergebnisse der BMW-Testszene in Blender im Vergleich.
Vergrößern Die Ergebnisse der BMW-Testszene in Blender im Vergleich.

Veracrypt: Verschlüsselung von Daten

Die Ergebnisse aus dem Veracrypt-Benchmark im Vergleich.
Vergrößern Die Ergebnisse aus dem Veracrypt-Benchmark im Vergleich.

POV-Ray: Raytracing mit der CPU

Die Ergebnisse aus POV-Ray im Vergleich.
Vergrößern Die Ergebnisse aus POV-Ray im Vergleich.

Spiele-Tests: AMD Ryzen Threadripper 2920X

In Sachen Gaming machen sich die vergleichsweise hohen Boost-Taktraten von 4,3 GHz bemerkbar, denn die Bildraten sind nicht von schlechten Eltern. Da der Turbo nur 100 MHz geringer ist als beim 2950X, unterscheiden sich die Ergebnisse auch nur leicht vom größeren Bruder. Tatsächlich lässt sich also sagen, dass der 2920X auch eine gute Figur in reinen Gaming-PCs macht, auch wenn er noch einiges mehr in Sachen Multi-Threading zu bieten hat.

3D Mark: Timespy und Fire Strike

Die Ergebnisse aus einzelnen 3DMark-Testszenen im Vergleich.
Vergrößern Die Ergebnisse aus einzelnen 3DMark-Testszenen im Vergleich.

Witcher 3 und Rise of the Tomb Raider

Die durchschnittlichen Bildrate in Full-HD im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bildrate in Full-HD im Vergleich.

So haben wir getestet

Wir haben die Tests für die High-End-Prozessoren umgestellt und nutzen praxisnahe Programme, um die Leistung der CPUs beurteilen zu können. Als Mainboard für die drei Threadripper nutzen wir das  MSI MEG X399 Creation,  für den Intel Core i9-7980XE das Asus ROG Strix X299-E Gaming. Die Kühlung der CPUs erfolgt stets mit einer All-in-One-Flüssigkühlung mit einem 240 Millimeter großen Radiator. Beim RAM nutzen wir viermal acht Gigabyte große Speichermodule des Typs G.Skill Trident Z RGB DDR4-3200 MHz  (CL14-14-14-34). Alle Programme und Spiele befinden sich auf einer über SATA angebundenen SSD von OCZ. Bei der Grafikkarte setzen wir auf eine  Nvidia Geforce GTX 1080 Founders Edition.  Beim Netzteil handelt es sich um das 80-Plus-Gold-zertifizierte  Antec TP-750C. Als Betriebssystem nutzen wir Windows 10 Pro (Version 1709). Alle Tests wurden im standardmäßig aktivierten UMA-Modus durchgeführt, der Creator- oder Game-Modus sowie der Dynamic Local Mode wurden nicht aktiviert. Die Modi werden in einem extra Artikel behandelt.

Hinweis: Für die Vergleichstests hat uns Caseking einen handelsüblichen Intel Core i9-7980XE zur Verfügung gestellt, den Caseking übrigens auch exklusiv als 4,7-GHz-Version "Advanced Edition" verkauft.

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