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AMD Radeon RX 500 vorgestellt

18.04.2017 | 15:00 Uhr |

Ab heute gibt es die neuen Grafikkarten der Radeon-RX-500-Serie zu kaufen. Dank neuer Techniken und erschwinglicher Preise will AMD zum Grafikkarten-Upgrade bewegen.

AMD wirft die neue Grafikkarten-Generation Radeon-RX-500 auf den Markt. Ab heute wird es die Radeon RX 580 und 570 zu kaufen geben. Ab dem 20. April 2017 folgt die RX 550, voraussichtlich im Mai die RX 560. Die Karten nutzen die Polaris-GPU-Architektur der zweiten Generation, bei denen es sich um leicht verbesserte Versionen der Grafikchips aus der RX 480 und 470 handelt. Mehr Details zur Architektur selbst erhalten Sie im Test der RX 480.

AMD Radeon RX 500 jetzt, RX Vega später

Tatsächlich handelt es sich also um sogenannte Rebrands, also einer Weiterentwicklung eines bereits veröffentlichten Produkts. Seit einigen Generationen handelt es AMD bereits so. Die wirklich neuen Grafikkarten nutzen die Vega-Architektur und kommen wohl noch in der ersten Jahreshälfte 2017 auf den Markt - sie bilden dann auch die neue Oberklasse des Herstellers.

Fokus auf System-Upgrades

Tatsächlich dürfte der Abstand zwischen einer RX 480 und 580 wohl nicht exorbitant ausfallen. Doch AMD möchte damit gar nicht die 400er-Serie beerben, sonder zielt mit der RX-500-Serie auf Anwender ab, die über zwei Jahre alte Grafikkarten im Rechner haben - laut einer Umfrage der Online-Vertriebsplattform Steam sollen das noch über 500 Millionen sein. 80 Prozent davon nutzen ein Modell, das in etwa die Performance einer R9 380X bietet. Fürs Spielen aktueller Titel in hohen Bildraten reicht das natürlich nicht aus.

Auch der flüssige Betrieb von Virtual-Reality-Anwendungen ist damit kaum oder gar nicht möglich. Ebenfalls nicht mit an Bord sind Display-Techniken wie HDR (High Dynamic Range), die GPU-Synchronisation Freesync sowie aktuelle Codecs wie HEVC fürs Streaming und Betrachten von 4K-Inhalten mit 60 Bildern pro Sekunde. All diese Defizite möchte AMD mit der RX-500-Serie beheben.

Technische Daten der RX-500-Grafikkarten

AMD Radeon RX 500

Grafikkarte

AMD Radeon RX 580

AMD Radeon RX 570

AMD Radeon RX 560

AMD Radeon RX 550

Grafikchip

Ellesmere XTX

Ellesmere XL

Baffin XT

Lexa Pro

Fertigung

14 Nanometer FinFET

Chipfläche

232 mm²

232 mm²

123 mm²

unbekannt

GPU-Standard-Takt / Boost-Takt

1257 / 1340 MHz

1244 / 1168 MHz

1175 / 1275 MHz

1082 / 1183 MHz

Shader-Einheiten

2304

2048

1024

512

TMUs

144

128

64

32

ROPs

32

32

16

16

Grafikspeicher

8 GB / 4 GB GDDR5

4 GB GDDR5

4 GB GDDR5

2 GB GDDR5

Speichertakt (effektiv)

8000 MHz

7000 MHz

7000 MHz

7000 MHz

Speicheranbindung

256 Bit

256 Bit

128 Bit

128 Bit

Speicherbandbreite

256 GB/s

224 GB/s

112 GB/s

112 GB/s

TDP

185 Watt

150 Watt

75 Watt

unbekannt

Preis

259 Euro (UVP für 8-GB-Version) / 225 Euro (UVP für 4-GB-Version)

199 Euro (UVP)

99 US-Dollar (Euro-Preise folgen)

79 US-Dollar (Euro-Preise folgen)

Bei der RX-500-Serie handelt es sich um die dritte Generation der 14-Nanometer-FinFET-Fertigung.
Vergrößern Bei der RX-500-Serie handelt es sich um die dritte Generation der 14-Nanometer-FinFET-Fertigung.
© AMD

Laut AMD kommt bei der RX-500-Serie die dritte Generation der 14-Nanomenter-FinFET-Fertigung zum Einsatz, die im Vergleich zu RX-400-Generation höhere Taktfrequenzen und eine gestiegene Effizienz ermöglicht. Die AMD Radeon RX 580 bildet dabei das Top-Modell und soll sich füs flüssige Spielen in 1440p (2560 x 1440 Pixel) eignen, da sie im Schnitt 57 Prozent mehr Leistung als eine R9 380X bieten soll. Selbst Triple-A-Titel und VR-Anwendungen sollen kein Problem sein. Die RX 580 ist ab heute verfügbar und wird in einer 8-GB-Version für 259 und als 4-GB-Version für 225 Euro angeboten (unverbindliche Preisempfehlungen).

Die AMD Radeon RX 580 im Detail.
Vergrößern Die AMD Radeon RX 580 im Detail.
© AMD

Als nächstes kommt die RX 570, die für maximal Leistung in Full-HD sorgen will und hierfür eine im Schnitt 2,3 Mal höhere Leistung als eine R7 370 mitbringt. Auch dieses Modell ist ab heute im Handel, der Hersteller empfiehlt einen Preis in Höhe von 199 Euro. Die nächste Grafikkarte ist die RX 560 und soll "effizientes Gaming in 1080p" (1920 x 1080 Pixel) ermöglichen. Laut AMD bietet sie eine durchschnittlich 57 Prozent höhere Leistung als eine R7 360 und soll somit sogar populäre Spiele wie Battlefield 1 mit 69 Bildern pro Sekunde darstellen können. Der Preis beträgt 99 US-Dollar, einen Euro-Preis gibt es noch nicht. Die Verfügbarkeit gibt AMD mit Mai 2017 an.

Die AMD Radeon RX 570 im Detail.
Vergrößern Die AMD Radeon RX 570 im Detail.
© AMD

Die letzte Grafikkarte im Bunde trägt die Modellbezeichnung RX 550 und soll den Einstieg ins PC-Gaming markieren. Die Leistung soll bis zu viermal höher sein als integrierte Grafiklösungen und durchschnittlich 1,7 Mal höher als bei einer Radeon R7 250. So soll beispielsweise Overwatch in Full-HD unter mittleren Grafikeinstellungen mit 75 Bildern pro Sekunde laufen. Da die Grafikkarte keinen extra Stromanschluss voraussetzt, soll sie sich auch gut in Komplett-PCs einsetzen lassen. Die RX 550 soll ab 20. April 2017 auf den Markt kommen und 79 US-Dollar kosten - Euro-Preise sind auch hier noch nicht bekannt.

Die AMD Radeon RX 550 im Detail.
Vergrößern Die AMD Radeon RX 550 im Detail.
© AMD

Radeon Chill für niedrigere Tempraturen und niedrigere Leistungsaufnahme

Mit an Bord ist auch die Technik Radeon Chill, bei der es sich hauptsächlich um eine Energiesparfunktion handelt. Sie überwacht den Bildschirminhalt und drosselt beispielsweise die Bildrate, wenn im Spiel keine oder kaum Bewegung verzeichnet wird. Geht es actionreicher zu, erlaubt Chill natürlich die nahtlose Entfesselung der GPU-Power. Auch eine Bildratenbegrenzung für weniger aufwendige Spiele ist implementiert, sodass zum Beispiel ein League of Legends nicht mit 300 Bildern pro Sekunde läuft, sondern mit "nur" 60 Bildern pro Sekunde.

Die RX-500-Grafikkarten unterstützen Radeon Chill.
Vergrößern Die RX-500-Grafikkarten unterstützen Radeon Chill.
© AMD

Auf diese Weise reduziert Radeon Chill die Leistungsaufnahme und auch die Betriebstemperaturen der GPU. Die Spiele müssen diese Technik allerdings explizit unterstützen. Die Liste ist bisher aber gut gewachsen und enthält beispielsweise Witcher 3, The Elde Scrolls V: Skyrim, Far Cry Primal oder auch Fallout 4. Natürlich lässt sich Chill auch pro Spiel ein- oder ausschalten.

Treiber-Software Radeon Relive

AMDs neue Treiber-Software Relive.
Vergrößern AMDs neue Treiber-Software Relive.
© AMD

Der Treiber Radeon Relive ist seit Dezember 2016 verfügbar und bietet umfangreiche Funktionen in Sachen Streaming: Auf Knopfdruck lässt sich das eigene Gameplay auf bekannte Portale wie Twitch.tv streamen. Unterstützt wird dabei auch das Streaming in 4K bei 60 Bildern pro Sekunde. Tatsächlich sollen die Streams flüssiger sein als mit anderen Capturing-Programmen, da Relive die Performance der Grafikprozessoren nutzt. Auch das Aufnehmen von Spielszenen soll sich nicht mehr allzu negativ auf die Bildrate auswirken.

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