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Amazon: Verdi droht mit Streiks zum Weihnachtsgeschäft

23.11.2017 | 15:20 Uhr |

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di droht Online-Versandriese Amazon mit einer Streikwelle zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft.

Seit mittlerweile fast fünf Jahren liefert sich die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di einen erbitterten Tarifstreit mit dem US-Konzern Amazon. Die Gewerkschafter wollen einen Tarifvertrag für die bundesweit mehr als 12.000 Amazon-Angestellten durchsetzen. Der Konzern weigert sich jedoch und lässt sich auch von Streiks nicht beeindrucken. Ver.di gibt auch weiterhin nicht auf und droht Amazon in dieser Woche mit einer neuen Streikwelle zum Weihnachtsgeschäft . Laut Thomas Voß, Bundesfachgruppensekretär für den Versand- und Onlinehandel seien mittlerweile 35 Prozent der Amazon-Beschäftigten ver.di-Mitglied – Tendenz steigend. Voß peilt einen noch stärken Rückhalt an, mit dem er hofft, Amazon an den Verhandlungstisch bewegen zu können.

Ver.di hat Amazon-Mitarbeiter eingehend befragt und kam zu schockierenden Ergebnissen. Viele der Beschäftigten fühlen sich „als Teil einer Maschine“. Die Krankheitsquote ist verhältnismäßig hoch und liegt an einigen Tagen sogar bei über 20 Prozent. Zu den häufigsten Ausfallursachen zählen laut der Gewerkschaft Muskel- und Skeletterkrankungen sowie psychische Krankheiten. Ver.di hat erst kürzlich eine Online-Petition für die faire Behandlung von Amazon-Mitarbeitern gestartet. Es bleibt abzuwarten, ob die Weihnachtsstreiks den US-Konzern tatsächlich zum Einlenken bewegen werden.  

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