2261415

Amazon Fresh: Amazon liefert ab sofort frische Lebensmittel

04.05.2017 | 12:03 Uhr |

Amazon hat in Deutschland seinen Lieferservice für frische Lebensmittel gestartet. Zunächst aber nur in einem kleinen Bereich.

Amazon hat Amazon Fresh in Deutschland gestartet. Ab heute liefert der Online-Versandriese von Montag bis Samstag 85.000 verschiedene Produkte aus dem Bereich Lebensmittel (Tiefkühlprodukte, Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Brot, Backwaren, 6000 Bio-Produkte, glutenfreie, laktosefreie oder vegane Artikel), Baby-, Gesundheits- und Beauty-Artikel sowie Tierbedarf an Prime-Kunden „in Teilen von Berlin und Potsdam“. Die Amazon-Fresh-Kunden können zudem aus mehreren hundert Produkten von über 25 Berliner Läden wie Lindner Esskultur, Rausch Schokoladenhaus Berlin, Sagers Kaffeerösterei, Zeit für Brot, Basic und Kochhaus auswählen.

Die monatliche Grundgebühr für Amazon Fresh beträgt 9,99 Euro, der Mindestbestellwert pro Bestellung liegt bei 40 Euro. Die Anzahl der monatlichen Lieferungen ist unbegrenzt. Wer mittags bestellt, soll die Ware noch zum Abendessen bekommen. Wer bis 23 Uhr bestellt, bekommt die Lebensmittel in einem ausgewählten 2-Stunden-Lieferfenster am nächsten Tag. Für Artikel aus den 25 Berliner Läden gilt: Bis 8 Uhr am Morgen bestellen und bis zum Abend erhalten.

Die Zustellung übernimmt in Berlin DHL. Wenn es für den Kunden bequemer ist, kann er die Lieferung zwischen 5 und 22 Uhr an einem geschützten Ort abgeben lassen, ohne sie persönlich entgegennehmen zu müssen, wie Amazon als Alternative anbietet.

Amazon Fresh ist hier über Amazon.de und die Amazon-App verfügbar. Prime-Kunden können unter www.amazon.de/fresh ihre Postleitzahl eingeben, um zu überprüfen, ob ihre Adresse innerhalb des Liefergebietes liegt.

Sollte der Kunde mit der gelieferten Ware unzufrieden sein, so kann er sich den Artikelwert zurückerstatten lassen. Sollte ein von Amazon direkt verkaufter Artikel kurzfristig nicht mehr auf Lager sein, so will Amazon nach Verfügbarkeit ein kostenloses Ersatzprodukt liefern.

Amazon Fresh bald auch in München

Amazon will nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung bald auch in München mit der Auslieferung von frischen Lebensmitteln beginnen. Amazon errichtet dafür im Gewerbegebiet Hüllgraben im Osten von München ein Logistikzentrum, das nur 100 Meter von der Autobahn A94 entfernt ist. Die Logistikhalle besteht aus zwei Etagen mit insgesamt 15.000 Quadratmetern Fläche, im oberen Stock sollen sich die Kühlräume befinden.

„Voraussichtlich im Sommer oder Spätsommer“ soll Amazon von dort aus Lebensmittel an seine Kunden ausliefern, die via Amazon Fresh bestellt haben. Offiziell hat sich Amazon aber nicht zu diesem Bauvorhaben geäußert. Doch alle Indizien sprechen laut SZ dafür, dass der Bau im Gewerbegebiet Hüllgraben das neue Logistikzentrum für Amazon Fresh wird. In Europa begann Amazon bereits Anfang 2016 mit der Lebensmittel-Lieferung.

Laut dem Handelsblatt soll DHL die Auslieferung von Amazon Fresh übernehmen. Später soll Amazon Fresh "rasch flächendeckend" auf ganz Deutschland ausgeweitet werden, wie das Handelsblatt schreibt. Amazon erprobte den neuen Dienst erst einmal mit seinen Mitarbeitern. Amazon soll für sein neues Angebot bereits Personal einstellen.

Laut SZ sollen jeden Tag hauptsächlich zwischen 7 und 22 Uhr zehn bis zwanzig LKWs das Logistikzentrum beliefern. Die Auslieferung dieser Lebensmittel an die Amazon-Fresh-Kunden erfolgt dann mit einer Flotte von 150 Mercedes-Sprintern (und ähnlichen Lieferwagen).

Als Lieferant für die frischen Lebensmittel wird die Kette Tegut genannt. Tegut liefert bereits jetzt Lebensmittel aus dem Trockensegment an Amazon, also beispielsweise Nudeln.

Ob Amazon der Start in den Handel mit frischen Lebensmitteln gelingt, bleibt abzuwarten. Wenn die gelieferten Lebensmittel nicht einwandfrei sein sollten und beispielsweise Druckstellen aufweisen, bleiben die Kunden weg. Zudem dürfte Amazon Fresh ziemlich hohe Investitionskosten verursachen, die Amazon erst mal wieder hereinholen muss.

Andererseits setzt Amazon damit die Lebensmittelhändler und -ketten vor Ort unter Druck. Denn warum sollte sich ein Arbeitnehmer nach Feierabend noch im Supermarkt an der Warteschlange vor der Kasse anstellen, wenn er stattdessen sofort nach Hause fahren und sich die Lebensmittel bequem dorthin liefern lassen kann? Das spart jeden Tag Zeit und unnötige Umwege.

Durchaus ein Argument für Amazon Fresh, zumal wenn man bereits Amazon-Kunde ist und der Preisaufschlag für diesen Service nicht zu hoch ausfällt. Denn sehr viele konkurrierende Lieferdienste gibt es in Deutschland noch nicht. Nur Rewe ist auf diesem Gebiet stärker engagiert, dazu gibt es Bringmeister von Tengelmann (jetzt Edeka) und Allyouneedfresh von DHL.

In ausgewählten Städten der USA sowie in London gibt es Amazon Fresh bereits. Voraussetzung ist eine Amazon-Prime-Mitgliedschaft, außerdem müssen die Kunden noch eine zusätzliche Gebühr bezahlen.




0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2261415