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Amazon Echo soll bei Mordermittlungen helfen

08.03.2017 | 15:49 Uhr |

Weil der Verdächtige in einem Mordfall sein Ok gegeben hat, darf Amazon seine Echo-Daten an die Ermittler aushändigen.

US-amerikanische Ermittler dürfen in einem Mordfall nun erstmals die von Amazons Echo aufgezeichneten Sprachdateien verwenden. Um die Privatsphäre von Kunden zu schützen, hatte sich Amazon in den vergangenen Monaten gegen die Herausgabe der Daten gewehrt. Mittlerweile hat der Verdächtige in besagtem Mordfall nun jedoch sein Ok gegebenen .

Hintergrund ist der Tod eines ehemaligen Polizisten im US-Bundesstaat Georgia aus dem Jahr 2015. Das Opfer wurde tot in der Badewanne seines Freundes gefunden. Dieser beteuerte, der Tod sei ein Unfall gewesen und er hätte sofort nach der Entdeckung des reglosen Körpers die Polizei gerufen. Blut neben der Badewanne und Spuren an der Leiche ließen die Ermittler jedoch an der Aussage des Freundes zweifeln.

Um aufzuklären, was sich in der Wohnung tatsächlich zugetragen hat, forderten die Ermittler von Amazon die Herausgabe der Sprachdateien, die der Blutooth-Lautsprecher Echo des Verdächtigen aufgezeichnet hatte. Der Fall sorgte für Kritik bei den Datenschützern. Fragen, ob derartige Aufzeichnungen überhaupt vor Gericht verwertbar seien, wurden in den vergangenen Monaten heftig diskutiert.

Mittlerweile hat der Verdächtige jedoch sein Einverständnis gegeben, dass die Echo-Daten an die Behörden ausgehändigt werden dürfen – auch wenn sich Amazon selbst dagegen vor Kurzem noch gewehrt hatte. Sein Anwalt betonte, dass der Mann in allen Anklagepunkten unschuldig sei und nichts zu verbergen habe. Mit der Zustimmung des Angeklagten muss nun auch nicht mehr geprüft werden, ob Alexa-Aufzeichnungen vor Gericht überhaupt zulässig sind.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Amazons Echo zur Tatzeit überhaupt etwas aufgezeichnet hat. Der Lautsprecher wurde zwar zum Musik-Streaming benutzt, um Ton aufzuzeichnen, muss er jedoch erst mit dem Schlüsselwort „Alexa“ aktiviert werden.

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