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Amazon Echo Dot: Skills, Smart Home und Spionage? – ein Selbstversuch

21.03.2017 | 12:02 Uhr |

Amazons persönliche Assistenten Echo und Echo Dot sind ab sofort für jedermann verfügbar. Höchste Zeit für mich, Alexa etwas genauer kennenzulernen. Wir werden diesen Beitrag regelmäßig mit neuen Informationen, Tests und Tipps ergänzen.

Die Unterschiede zwischen beiden Geräten sind neben Preis von aktuell 59,99 für Echo Dot gegenüber 179,99 für das normale Echo vor allem der Lautsprecher und der Verstärker. Da ich Echo sowieso an eine Hi-Fi-Anlage anschließe, entscheide ich mich für das günstigere und platzsparende Dot-Modell.

Amazon Echo Dot: Installation und Ersteinrichtung

Amazon Echo Dot kommt in einer unspektakulären Pappschachtel. Darin finde ich neben dem Echo-„Puck“ lediglich noch ein USB-Kabel samt Netzadapter und drei Zettel. Echo Dot selbst hat zwei physikalische Anschlüsse, Mini-Klinke und USB zur Stromversorgung. Ich schließe beides an, kurz darauf leuchtet der Ring am oberen Rand des Pucks blau.

Ich installiere die Alexa-App auf meinem iPhone . Die App gibt es aber auch für Android- und Amazon-Geräte . Der Assistent in der App führt mich in wenigen Schritten durch die Erst-Installation. Nachdem der Lichtring orange leuchtet, ist WLAN bei Echo aktiv, und ich verbindet mein iPhone mit dem WLAN des Echo Dot. Falls der Ring bei Ihnen auch nach längerem Warten nicht orange leuchtet, drücken Sie 5 Sekunden lang auf die Aktionstaste (Punkt) des Echo Dot, und versuchen Sie es noch einmal. Im nächsten Schritt wähle ich in der Alexa-App mein WLAN aus, gebe dessen Schlüssel ein. Daraufhin ist Echo Dot im Netz.

Amazon Alexa unterstützt neben Amazon Music und Audible auch Spotify. Über die App können die Konten verknüpft, und die Standard-Dienste zugewiesen werden.
Vergrößern Amazon Alexa unterstützt neben Amazon Music und Audible auch Spotify. Über die App können die Konten verknüpft, und die Standard-Dienste zugewiesen werden.

Amazon Echo Dot: Dienste und Musik

Bevor ich erste Gespräche mit Alexa beginne, möchte ich zunächst alle bei mir vorhandenen Alexa-kompatiblen Geräte und Dienste verbinden. In meinem Fall sind das die Streaming-Dienste Spotify, Amazon Prime Music und Audible, die Beleuchtung von Philips Hue und die Heizkörperthermostate von Tado.

Alle diese Dinge lassen sich über die Alexa-App integrieren und steuern, allerdings auf immer leicht unterschiedliche Art und Weise. Reine Cloud-Anwendungen, wie die genannten Streaming-Dienste, lassen sich über das Sandwich-Menü und den Menüpunkt „Musik und Bücher“ installieren. Im Kern muss ich mich dann immer nur mit meinem jeweiligen Account anmelden - und die Alexa-App dazu berechtigen, auf den Dienst zuzugreifen.

Ist das erledigt, wage ich eine erste Anfrage „Alexa“… Echo Dot reagiert sehr schnell, und signalisiert mit einem bunten Lichtkringel, dass Alexa zuhört. Daraufhin meine naive Bitte „Spiele bitte ruhige Musik“. Die ernüchternde Antwort darauf lautet „Ich kenne keine ruhige Musik“. Im Kontext dieser Aktions-Anfrage kann Alexa also entweder nicht verstehen, was ich mit "ruhig" meine, weil das mit mit keinen eindeutigen Songtitel, Interpreten, oder dem Namen einer Playlist korreliert. Oder die KI hat schlichtweg keine Ahnung welche Songs dem Gemütszustand "ruhig" ensprechen. Auch einen Monat nach dem ersten Test, kann Alexa mit dieser Anfrage nichts anfangen.

Meine folgende konkretere Bitte „Alexa, bitte spiele Musik von Metallica“ wird dann allerdings prompt ausgeführt genauso wie „Alexa, bitte spiele Nothing else matters“. Allerdings spielt Alexa die Musik standardmäßig von Amazon Music und nicht von meinem präferierten Dienst Spotify. Um das zu ändern, kann man entweder den Namen des Dienstes beim Kommando anfügen: Nach meiner Bitte „Alexa, bitte spiele groovy Metal von Spotify“ startet Alexa sofort meine gleichnamige Spotify-Playlist. Über die Alexa-App lässt sich aber auch über „Einstellungen -> Musik und Medien“ ein Standard-Musikdienst ausgewählen.

Angenehm ist, dass die Richtmikrophone des Echo Dot so gut funktionieren, dass ich auch bei eingeschalteter Musik nicht schreien muss, um gehört zu werden. Alexa meldet sich sofort, und stellt für den Zeitraum meiner Bitte auch gleich die Musik leiser, damit wir uns besser verstehen.

Damit komme ich aber auch gleich zu einem zentralen Kritikpunkt. Alexa lässt sich nicht auf bestimmte Stimmen einschränken. Mir wäre es zum Beispiel sehr recht, wenn nur meine Frau und ich bei uns zuhause befugt wären, Alexa Kommandos zu geben. Denn vielleicht ebbt die Begeisterung meiner beiden Töchter für das neue „Familienmitglied“ zwar irgendwann ja wieder ab, bis jetzt werden aber fleißig Anfragen „getestet“…

Amazon Echo im ersten Test

Amazon Echo Dot: Skills und Smart Home

Für Hardware-Integrationen im Bereich Smart Home benötigt Alexa sogenannte Skills. Dabei handelt es sich um Apps, die die Schnittstellen der jeweiligen Smart-Home-Geräte ansprechen können, und Sprachanweisungen in Befehle übersetzen, die diese Schnittstellen verarbeiten können.

Alle Alexa Skills sind über eine eigene Store-Seite bei Amazon erreichbar oder über die Menüpunkt „Skills“ in der Amazon-Alexa-App. In meinem Fall installiere ich erstmal die Skills für Hue und Tado . Im nächsten Schritt lasse ich meine Geräte über den Menüpunkt „Smart Home“ in der Alexa-App erkennen. Im Falle von Tado geht das automatisch, für Hue muss ich dazu den Knopf auf dem Hub drücken.

Nachdem alle Geräte erkannt sind, muss ich sie in Gruppen eingeteilen, um sie gemeinsam steuern zu können. Ich entschließe mich erst einmal für die Bezeichnung von Räumen, und bekomme damit gleich mehrere Probleme. Denn auch bei Tado müssen die verschiedenen verbauten Sensoren in Räume gruppiert sein. So habe ich also beispielsweise meine beiden Thermostate im Wohnzimmer bei Tado in die Gruppe „Wohnzimmer“ gepackt. Da Alexa allerdings nicht die einzelnen Tado-Thermostate anspricht, sondern nur die Tado-Gruppen "Wohnzimmer", und die Alexa Gruppe aber nicht den gleichen Namen haben darf wie eines ihrer Elemente, kann ich die entsprechende Alexa-Gruppe zunächst nicht „Wohnzimmer“ nennen. Das ist ärgerlich. Also benenne ich die Tado-Gruppe in „Wohnraum“ um, kann dann die Alexa-Gruppe „Wohnzimmer“ bilden und die „Wohnraum“-Gruppe dort importieren.

Das zweite Problem entsteht dann in Verbindung mit Philips Hue. Meine Hue-Lampen lassen sich zwar problemlos in die Gruppe „Wohnzimmer“ importieren, danach lässt sich allerdings weder Licht noch Temperatur über Alexa steuern. Die Bitte „Alexa, mach bitte das Licht im Wohnzimmer an“ wird nicht verstanden. Grund dafür ist, dass nicht nur Licht in der Gruppe „Wohnzimmer“ vorhanden ist, sondern auch Heizthermostate. Licht und Thermostate müssen also - obwohl im selben Zimmer verbaut - bei Alexa in unterschiedlich benannten Gruppen untergebracht werden. Das ist sehr lästig, denn der Gruppenname ist ja immer auch Bestandteil des Kommandos, und das wird dadurch kompliziert und lang, etwa „Alexa, setze die Wohnzimmer-Heizung-Temperatur bitte auf 22 Grad“, oder „Alexa, schalte im Wohnzimmer-Licht bitte das Licht an“. Dabei sollte es für Echo doch ein Leichtes sein, den Gruppen-/Zimmernamen in Kombination mit dem Reizwort „Licht“ oder „Temperatur“ richtig zu interpretieren.

Wenn Alexa an einer Funktion oder Geräte-Konstellation scheiter, hilft häufig der Meta-Dienst IFTTT weiter.
Vergrößern Wenn Alexa an einer Funktion oder Geräte-Konstellation scheiter, hilft häufig der Meta-Dienst IFTTT weiter.

Amazon Echo Dot: Meta-Dienst IFTTT macht Echo deutlich besser

Viele Probleme oder fehlenden Funktionen im Standard-Setup von Amazon Echo lassen sich über den Meta-Dienst IFTTT (if this then that) lösen, beziehungsweise nachrüsten. Der Dienst fungiert als Brücke zwischen Plattformen die sich eigentlich nicht, oder nur sehr eingeschränkt direkt miteinander austauschen können. Alexa unterstützt diesen Dienst, genauso wie Tado, Hue und hunderte andere.

Ich möchte mit IFTTT meine Gruppen-Probleme lösen, und dabei kompakte Kommandos für spezifische Aktionen hinterlegen. Der erste Schritt hierfür führt über die IFTTT-App für iPhone oder Android oder direkt über die Webseite von IFTTT. Einen kostenlosen Account habe ich schon. Nach der Anmeldung lege ich über "New Applet" eine neue Verbindung an. Nach einem Klick auf "+ this" wähle ich "Amazon Alexa" aus der Liste aus, klicke auch "Connect", und gebe die Daten meines Amazon-Accounts ein. Nun stehen eine ganze Reihe Trigger-Events zur Verfügung. Ich wähle "Spreche ein Kommando" (Say a specific phrase), da Alexa ja etwas für mich tun soll. Im nächsten Fenster werde ich gefragt, wie das Kommando lauten soll. Ich möchte ein Kommando entwerfen das die Hue-Szene "Gedimmtes Licht" im Wohnzimmer aktiviert. Also trage ich hier gedimmtes licht ein (nur Kleinbuchstaben).

Nach einem Klick auf "+that" muss ich festlegen, was passieren soll. Also wähle ich "Philips Hue" aus der Liste der Konnektoren aus, melde mich an, und wähle die Aktion "Aktiviere Szene in einem Raum" (Set a scene in a room). Daraufhin wähle ich die gewünschte Szene, und lege die Funktion über "Create action" an. Das Kommando "Alexa, trigger gedimmtes Licht" funktioniert umgehend. Der Begriff "Trigger" weist Alexa an, das folgende Kommando an IFTTT zu übergeben. Aufgrund des nachgelagerten Dienstes dauert die Ausführung ein paar Sekunden länger als sonst üblich. Auf die gleiche Art und Weise lassen sich natürlich unzählige weitere spezielle Aktionen mit Diensten oder Smart Home Geräten einrichten und auslösen.

Übrigens: Andersherum ist es aber auch ganz ohne Alexa möglich IFTTT zu nutzen, damit der Dienst im Falle spezieller Ereignisse Benachrichtungen an mein Smartphone sendet. Ein Beispiel hierfür ist etwa, dass ich gerne von Tado erfahren würde, wenn es in den Abwesenheitsmodus schaltet (also alle Bewohner weg sind), und wann der "Home"-Modus aktiviert wird. Das lässt sich über zwei entsprechende Applets in IFTTT leicht erreichen.

Amazon Echo Dot: Spion oder Helfer

Ein gesundes Misstrauen vor neuen Techniken zu haben, die massenhaft Daten von uns speichern und analysieren ist absolut gerechtfertigt. Gerade wenn diese Innovationen auch noch von Unternehmen kommt, die ihre Wertschöpfung massiv aus unseren Daten ziehen. Ja, Echo steht bei mir im Wohnzimmer und lauscht die ganze Zeit mit. Laut Angaben des Herstellers fließt der soll Datenstrom erst nach Erkennung des Schlüsselwortes in die Cloud. Außerdem gibt es eine Mikrophon-Taste auf der Oberseite des Gehäuses. Der rote Lichtkringel signalisiert bei gedrückter Taste, dass Alexa jetzt nicht mehr mithört. Ob beides stimmt, werden wir an dieser Stelle bald mit einem Test überprüfen.

Aber seien wir mal ehrlich, fast jeder von uns besitzt ein Smartphone. Dieses Smartphone ist immer dabei, und genauso in der Lage jegliches Gespräch mitzuhören wie es auch Amazon Echo tut. Letztlich ist es doch nur die Gewohnheit, die das Smartphone harmloser erscheinen lässt als stationäre Assistenten wie Amazon Echo. Rein technisch ist der Unterschied gering.

Tipp: Ähnlich wie beim Suchverlauf von Google, können Sie in der Alexa-App alle an Alexa gerichtet Anfragen einsehen und bewerten. Tippen Sie dazu auf "Einstellungen -> Verlauf"

Mehr zu Amazon Echo: Alexa Smart Home: Die besten Geräte für Amazon Echo

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Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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