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Alles zu Amazon Echo, Fire und Kindle

07.07.2018 | 09:01 Uhr |

Bei Amazon bekommen Kunden nahezu alles: von Büchern über Blu-rays bis hin zu Lebensmitteln und Mode. Aber auch das eigene Sortiment der Tablets, E-Reader und smarten Lautsprecher ist sehr beliebt.

Bei E-Book-Lesegeräten denkt man sofort an „ Kindle “, smarte Lautsprecher-Assistenten sind zuallererst mit Alexa beziehungsweise Amazon Echo verknüpft. Amazon hat es in den letzten Jahren geschafft, bei bestimmten Produktgruppen als Hersteller ganz vorne mitzumischen. Wir haben uns die aktuelle Gerätegeneration angesehen, erklären die Unterschiede der einzelnen Modelle und sagen, welche Vor-und Nachteile das Amazon-Ökosystem hat.

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Streaminggeräte: Unterschiede bei Formfaktor und Auflösung

Amazon steht mit seinen Fire-TV-Geräten in direkter Konkurrenz zu Googles Streaminglösung Chromecast oder dem Apple TV. Die Möglichkeit, jeweils Inhalte des anderen Anbieters abzuspielen, etwa Youtube oder Amazon Video, ändert sich dementsprechend auch immer mit dem Stand der Rivalität. Derzeit sind zwei Fire-TV-Ausführungen erhältlich: Der HDMI-Stick setzt die 1080p-Auflösung und Dolby Digital Plus ein. Die 4K-fähige HDMI-Box kommt mit mehr Prozessorleistung, mehr Arbeitsspeicher, HDR und Dolby Atmos. Beide Geräte benötigen eine Stromverbindung per Micro-USB und Zugang zum heimischen WLAN.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, streamen sie Multimediainhalte auf den Fernseher: Diese dürfen entweder von Amazons eigener Videostreaming-Plattform Amazon Video, aber auch von anderen Diensten wie Netflix, Maxdome oder einer der zahlreichen Mediatheken kommen. Die Steuerung erfolgt bequem per App vom Mobilgerät.

Amazon-Streaminggeräte
Vergrößern Amazon-Streaminggeräte

Tablets: Abgespecktes Android, super Preis-Leistungs-Verhältnis

Seit 2011 bietet Amazon eigene Tablets in verschiedenen Größen und mit unterschiedlicher Ausstattung an. Alle setzen das hauseigene Fire-OS ein, das auf einer aktuellen Android-Version basiert, jedoch offiziell keinen Zugang zum Google Play Store erlaubt. Apps laden Sie sich stattdessen aus Amazons eigenem Appstore auf die Tablets.

Die beiden Fire-Tablets Fire 7 und Fire 8 HD gibt’s auch als Kids Edition mit zusätzlichen Angeboten.
Vergrößern Die beiden Fire-Tablets Fire 7 und Fire 8 HD gibt’s auch als Kids Edition mit zusätzlichen Angeboten.
© Amazon

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Fire-Tablets ist ihr sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das wird jedoch dadurch kompensiert, dass Amazon die Geräte als Shopping-Instrument vorkonfiguriert: So finden Sie etwa direkten Zugang zu Amazon Video, Music, dem Kindle-Shot, den Audible-Hörbüchern und weiteren Amazon-Angeboten. Auch Werbung auf dem Sperrbildschirm ist zu sehen. Für einen Aufpreis für 10 und 15 Euro bekommen Sie ein Fire-Tablet aber auch ohne diese „Spezialangebote“.

Die derzeitige Fire-Tablet-Reihe umfasst drei Hauptmodelle, deren Größe aus der Produktbezeichnung abzuleiten ist: Fire 7 , Fire HD 8 und Fire HD10 . Neben ihrer Größe und Auflösung unterscheiden sich die Geräte auch in der möglichen Speicherausstattung und den Lautsprechern. So bietet das Topmodell Fire HD 10 einen Vierkernprozessor, ein 10-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung, 2 GB RAM, bis zu 64 GB intern, WLAN-ac sowie zwei Duallautsprecher mit Dolby Atmos für rund 180 Euro. Im Gegensatz zu älteren Generationen haben alle aktuellen Fire-Tablets Bluetooth integriert.

Neben den regulären Modellen gibt es das Fire 7 und das Fire HD 8 zudem als „Kinds Edition“ mit rosafarbenem oder hellblauem Gehäuseschutz, einjähriger „Free Time Unlimited“-Mitgliedschaft für kostenlose kindgerechte Inhalte sowie zwei Jahren „Ersatz-Garantie“. Letztere bedeutet, dass Amazon das Gerät während dieser beiden Jahre kostenlos ersetzt, egal, wie der Schaden entstanden ist. Die Kids Edition ist dementsprechend 50 respektive 30 Euro teurer als die Standardausführung der Tablets.

Amazon-Tablets
Vergrößern Amazon-Tablets

E-Book-Reader: Da ist was für jeden Anspruch (und Geldbeutel) dabei

Amazon hat seine E-Book-Reader der Kindle-Reihe seit knapp 10 Jahren im Sortiment, damals noch mit Tastatur und SD-Kartenslot. In der dritten Generation kam das Gerät schließlich 2010 nach Deutschland, immer noch mit Tastatur sowie mit 6-Zoll-Display und WLAN.

Mittlerweile sind einige der Kindle- Reader von Amazon auch im schicken weißen Gehäuse erhältlich.
Vergrößern Mittlerweile sind einige der Kindle- Reader von Amazon auch im schicken weißen Gehäuse erhältlich.
© Amazon

Die aktuelle Generation mit E-Ink-Display umfasst vier Modelle, die alle über einen Touchscreen verfügen: Das kleinste Modell, der Amazon Kindle , bietet für knapp 70 Euro ein 6-Zoll-Display und WLAN zum Beladen mit Büchern. Über den Micro-USB-Port laden Sie den Akku auf, der mehrere Wochen hält. Eine Tastatur hat dieses Gerät nicht mehr, und auch auf andere physische Tasten verzichtet Amazon hier.

Der deutlich höher auflösende Kindle Paperwhite kommt mit Hintergrundbeleuchtung und ist optional mit WLAN und 3G erhältlich, wobei Amazon hier sämtliche Übertragungskosten übernimmt. Allerdings kostet die 3G-Version auch 60 Euro mehr als die Ausführung nur mit WLAN.

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Die nächste Stufe ist der Kindle Voyage , dessen Hintergrundbeleuchtung um ein smartes Frontlicht ergänzt wurde. Zudem kommt hier eine neue Blättertechnik namens „Pagepress“ zum Einsatz, die über zwei sensitive Druckpunkte rechts und links vom Rahmen funktioniert. Ursprünglich war der Voyage auch als 3G-Version verfügbar – diese ist auf der Amazon-Website jedoch nicht mehr erhältlich.

Das aktuelle Topgerät ist der Kindle Oasis , der als einziger Kindle über ein 7-Zoll-Display und Bluetooth verfügt. Über die Bluetooth-Schnittstelle können Sie in Verbindung mit einem Kopfhörer Audible-Hörbücher abspielen.

Wie bei den Fire-Tablets zeigen auch die beiden günstigeren Kindle-Reader im ausgeschalteten Zustand Amazon-Werbung. Diese „Spezialangebote“ können Sie für einen Aufpreis von 10 Euro beim Kindle beziehungsweise 20 Euro beim Kindle Paperwhite entfernen lassen.

Noch eine Übereinstimmung mit den Amazon-Tablets ist die Ausgrenzung anderer Anbieter: Lassen die Fire-Tablets den Play Store außen vor, sind die Kindle-Leser vor allem für Bücher ausgelegt, die Sie direkt von Amazon beziehen. PC-Programme wie Calibre können hier zwar helfen, allerdings nicht ohne größere Umstände. Wer sich seine Bücher also auch bei anderen Onlinebibliotheken besorgen möchte, sollte eventuell einen anderen Anbieter suchen. Andererseits gibt es bei Amazon unzählige kostenlose Bücher, vor allem Klassiker, sodass Sie auf nichts verzichten müssen, wenn Sie sich auf das Ökosystem von Amazon einlassen.

Amazon-E-Book-Reader
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Smarte Assistenten: Alexa immer an Bord, Display optional

Derzeit ist Amazon mit seinen Echo-Lautsprechern der eindeutige Platzhirsch im Markt der smarten Assistenten. Marktzahlen bescheinigen dem Anbieter im dritten Quartal 2017 einen weltweiten Marktanteil von knapp 67 Prozent, gefolgt von Google mit 25,3 Prozent.

Mit dem Echo Show lassen sich dank Bildschirm auch Sprachanrufe tätigen.
Vergrößern Mit dem Echo Show lassen sich dank Bildschirm auch Sprachanrufe tätigen.
© Amazon

Wer sich ein Gerät des Marktführers besorgen möchte, darf derzeit gleich zwischen fünf Modellen wählen, wobei jedes Modell eine Besonderheit mitbringt.

Das Basisgerät stellt dabei der Echo dar. Das zylinderförmige Gerät basiert auf einem 63-mm-Woofer, einem 16-mm-Hochtöner und sieben Mikrofonen, die Ihre Sprachbefehle für Alexa aufnehmen. Das Gerät selbst hat vier Tasten für die Lautstärkeregelung, das Auswählen einer Aktion sowie das Deaktivieren des Mikrofons. Der smarte Lautsprecher lässt sich per WLAN und Bluetooth ansprechen und ist darüber hinaus mit einem Audioausgang bestückt. Passend zur Wohnzimmereinrichtung ist der Echo in verschiedenen Designs erhältlich.

Deutlich kleiner und für den Anschluss an eine Stereoanlage gedacht, ist der Echo Dot . Er hat lediglich einen 15-mm-Hochtöner integriert und bietet neben WLAN, Bluetooth und Audioausgang auch einen Micro-USB-Anschluss. Wie den Echo steuern Sie auch ihn per Alexa-Sprachbefehl oder vier Tasten direkt am Gerät.

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Der Amazon Echo Plus ähnelt dem klassischen Echo, hat jedoch einen etwas größeren Hochtöner und lässt sich nur über zwei Tasten steuern. Der Hauptunterschied ist allerdings der eingebaute Zigbee-Hub, über den Sie entsprechende Smart-Home-Geräte steuern.

Ganz neu im Sortiment sind der Amazon Echo Spot und der Echo Show . Spot ist eine Art Radiowecker mit rundem 2,5-Zoll-Display, vier Mikrofonen und integrierter Kamera. Sound spielt er über einen 36-mm-Hochtöner ab. WLAN, Bluetooth und Audioausgang sind auch hier vertreten. Der große Bruder Echo Show kommt dagegen mit 7-Zoll-Display und 55-mm-Stereolautsprecher. Außerdem treibt ihn ein Intel-Prozessor vom Typ Atom x5-Z8350 an.

Grundsätzlich müssen Sie sich beim Kauf eines Echo-Geräts natürlich im Klaren sein, dass Amazon ständig mithört, wenn Sie das Mikrofon der smarten Assistenten nicht ausschalten. Und die Modelle mit Kamera werfen sogar ein wachsames Auge auf Sie. Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Privatsphäre sind hier also angebracht.

Amazons Smarte Assistenten
Vergrößern Amazons Smarte Assistenten

Fazit: Empfehlenswerte Geräte für das Amazon-Ökosystem

Amazon beschränkt seine hauseigene Hardware derzeit auf vier Produktgruppen: Streaminggeräte, Tablets, E-Book-Reader und smarte Lautsprecher mit Sprachsteuerung. Der Hauptunterschied bei den Streaminggeräten ist die Auflösung. Die Tablets bieten verschiedene Displaygrößen, Lautsprecher und unterschiedlich viel Speicher. Bei den E-Readern hat nur das Luxusmodell einen größeren Bildschirm und Bluetooth für den Anschluss von Kopfhörern oder einem Lautsprecher. Ansonsten gibt’s bei allen Geräten noch Differenzen bei der Beleuchtung des Bildschirms. Zu guter Letzt haben Sie bei den Echo-Lautsprechern die Wahl zwischen mit und ohne Bildschirm, Kamera und Smart-Home-Hub. Die Sprachsteuerung per Alexa ist immer vorhanden.

Allen genannten Produkten ist jedoch eines eigen: die Ausrichtung auf die Verkaufsplattform Amazon. So arbeiten die Kindle-Reader (offiziell) nur mit Büchern von Amazon, die Tablets lassen sich (offiziell) nur über den Amazon-Appstore mit Apps befüllen, die Fire-TVs sperren (derzeit) Inhalte vom Konkurrenten Google aus, und das Einkaufen bei Amazon per Echo ist so einfach, dass es Kindern gelingt.

Entscheiden Sie sich also für ein Amazon-Gerät, bekommen Sie hervorragende Hardware mit tollen und praktischen Features. Sie sollten Sie jedoch darüber im Klaren sein, dass Sie Amazon unter Umständen mehr Einblicke gewähen, als Ihnen lieb ist.

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