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Alles über den neuen Standard HDMI 2.1

29.03.2018 | 16:55 Uhr |

Der aktuelle HDMI-Standard mit der Versionsnummer 2.1 überträgt nicht nur mit hohen Bandbreiten, sondern er bringt auch einige neue Funktionen mit. So ist in diesem Zusammenhang nicht nur von einer Verbesserung bei der Darstellung von Filmen und Spielen die Rede, sondern auch in puncto Virtual Reality (VR) und mehr.

Die wohl größte Neuerung bei HDMI 2.1 ist die enorm gestiegene Übertragungsrate von Inhalten. Sie klettert von 18 auf 48 Gigabit pro Sekunde. Die Bandbreite ermöglicht die Übertragung von extrem hochaufgelöstem Material wie beispielsweise 8K oder 10K – dazu kommt die Wiedergabe von 4K-Inhalten in rasanten 240 Hertz Bildwiederholrate. Hierfür ist allerdings auch ein neues HDMI-Kabel erforderlich, das die Bezeichnung „Ultra High Speed HDMI“ trägt. Überdies wird die VESA-Technik „Display Stream Compression“ (DSC) unterstützt, die noch höhere Bandbreiten zulässt. Unterstützt wird zudem der Standard „High Refresh Rate“ (HFR). Dadurch lassen sich hohe Bildwiederholraten wiedergeben. So lassen sich zum Beispiel einzelne Regentropfen im Sturm erkennen, die ohne HFR lediglich als verschwommene Schlieren sichtbar wären. Das ist insbesondere für Hollywood und Kinos interessant, für den Privatgebrauch ist eine Kompatibilität noch nicht absehbar.

Wie schon erwähnt, unterstützt HDMI 2.1 die Wiedergabe von 8K und 10K. Damit ist der Standard vorbereitet auf die ersten 8K-Übertragungen wie zum Beispiel bei den Olympischen Spielen im Jahr 2020, die teils in 8K ausgestrahlt werden sollen. Ob bis dahin jedoch entsprechende Endgeräte weit verbreitet sein werden, ist fraglich. Klar ist, dass solche Pixel-Unmengen eine massive Rechenleistung und viel Speicherplatz voraussetzen, um sie zu verarbeiten. Parallel dazu steigt natürlich auch der Stromverbrauch. Zum aktuellen Zeitpunkt klingt 8K also noch wie weit entfernte Zukunftsmusik. Im Übrigen beherrscht HDMI 2.1 Farbtiefen mit bis zu 16 Bit: Das sind unglaubliche 281 Billionen Farbabstufungen, die das menschliche Auge kaum alle erkennen kann.

Gefreut werden darf sich auch über ein besseres „High Dynamic Range“ (HDR). Der weiterentwickelte Hochkontrast soll sogar noch besser funktionieren als das aktuelle Referenzverfahren Dolby Vision. Letztere Technik schreibt dem Fernseher kontinuierlich vor, wie die Farbeinstellungen erfolgen sollen, um die Szene ins perfekte Licht zu rücken – sogenannte „dynamische Meta-Daten“. Bei HDMI 2.1 ist nun dynamisches HDR im Standard enthalten.

In Version 2.1 wird es auch Neuerungen für Gamer und VR-Benutzer geben. Da wäre zum einen die „Auto Low Latency“, die die Verzögerung zwischen der Eingabe des Benutzers und der Umsetzung auf dem Bildschirm verringern soll. Zum anderen werden noch variable Bildwiederholfrequenzen unterstützt, die es VR-Headsets und Spielekonsolen erlauben, sich besser mit der Bildwiedergabe auf dem TV zu synchronisieren.

Nicht vergessen haben die Ingenieure den Ton: Neu ist der sogenannte „Enhanced Audio Return Channel“ (eARC), der die direkte Übertragung von Audiosignalen vom Fernseher zu den Boxen oder dem A/V-Receiver ermöglicht – und dies im Übrigen wieder mit einer stark erhöhten Bandbreite von 37 anstelle von mageren 1 Megabit pro Sekunde. Aus diesem Grund sind auch aufwendige Klang-Codecs wie etwa Dolby Atmos möglich, die einen objektbasierten Raumklang ermöglichen.

Alles in allem hat HDMI 2.1 also einiges zu bieten, was den Genuss von Multimedia-Inhalten deutlich verbessern kann. Doch bis alle angesprochenen Neuerungen tatsächlich beim Verbraucher ankommen und weit verbreitet sein werden, gehen noch einige Jahre ins Land.

Tipp: Monitore gibt es in Auflösungen bis 8K. Fürs Arbeiten im Büro oder zum Filmeschauen, für Gamer, Fotografen oder Designer. Mit unseren Kauftipps finden Sie trotz der Fülle das passende Display.

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