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Alles sicher: So bleiben Ihre Daten geheim

14.09.2019 | 08:44 Uhr | Arne Arnold

Ganz gleich, ob Ihre persönlichen Daten auf dem Desktop-PC, Ihrem Notebook, diversen USB-Sticks oder online in der Cloud gespeichert sind – die Gefahr, dass Unbefugte an diese Daten kommen, ist stets präsent.

Um einem Datendiebstahl vorzubeugen, ist Eigeninitiative gefragt. Eine sehr hohe Sicherheit für sensible Daten schafft im Grunde genommen nur die Verschlüsselung. Wesentlich einfacher ist es hingegen, seine Identität im Web zu verschleiern.

Anonym surfen

Beim Surfen im Web hinterlassen Sie eine riesengroße Datenspur, die nicht nur Aufschluss über Ihre Vorlieben und Hobbies gibt, sondern auch handfeste Informationen umfasst. Und über die IP-Adresse, die Ihnen von Ihrem Provider zugeteilt wird, lässt sich sogar Ihre Identität ermitteln.

PROBLEM: Beim Surfen im Internet hinterlässt man verräterische Spuren. Das wollen Sie nicht, um es Werbenetzwerken zu erschweren, ein detailliertes Bewegungsprofil von Ihnen anzulegen.

LÖSUNG: Der Browser Tor verschleiert Ihre IP-Adresse und ist auf Datensparsamkeit hin getrimmt. Allerdings ist das Surfen über das Tor-Netzwerk oft langsam. Eine flotte Alternative dazu bietet der noch recht neue Browser Cliqz aus Deutschland. Der Browser soll ganz auf Datenarmut hin getrimmt sein. Die IP-Adresse ist jedoch nicht verschleiert. Dies lässt sich aber über ein VPN-Tool erledigen. Für den Fall, dass Sie bei Ihrem bewährten Browser bleiben wollen, können Sie zumindest Ihre Surfspuren beseitigen. Dabei hilft das Gratis-Tool Glary Tracks Eraser . So können andere Benutzer an Ihrem PC Ihr Surfverhalten nicht ausspionieren. Des Weiteren erschweren Sie es durch das Löschen von Cookies auch den Werbenetzwerken, Ihre Datenspur aufzuzeichnen.

Datenschutz: Mehr Rechte für Bürger, mehr Pflichten für Unternehmen

PROBLEM: Über echte IP-Adressen ist ein Rückschluss auf die Nutzeridentität möglich. Sie wollen nicht, dass Ihre tatsächliche IP-Adresse in den Serverlogs der von Ihnen besuchten Webseiten gespeichert wird.

LÖSUNG: Wenn Sie Ihre IP-Adresse verschleiern, dann sind Sie schwerer identifizierbar. Für das Surfen allein lässt sich die IP-Adresse komfortabel mit Zenmate ,  einer Browser-Erweiterung, verschleiern. In der Gratis-Version wird Werbung angezeigt. Die Browser-Erweiterung gibt es für Chrome, Firefox und Opera. Sie besticht durch ihre sehr einfache Handhabung. Das Tool baut nach der Installation und Anmeldung eine verschlüsselte Verbindung zum VPN-Server von Zenmate auf. Wenn Sie Ihre IP-Adresse nicht nur beim Surfen, sondern auch bei der Benutzung von anderen Onlineprogrammen verschleiern wollen, benötigen Sie den kostenpflichtigen Zenmate VPN-Client für Windows. Aber auch andere kostenpflichtige VPN-Anbieter liefern ausgezeichnete Dienste, darunter Cyberghost , Vyprvpn und F-Secure Freedome VPN . Sehr gut: Diese Anbieter stellen auch Apps für Mobilgeräte zur Verfügung.

Schutz der eigenen Daten

Wer einen VPN-Client installiert, verhindert, dass seine IP-Adresse auf dem Server gespeichert wird.
Vergrößern Wer einen VPN-Client installiert, verhindert, dass seine IP-Adresse auf dem Server gespeichert wird.

Um zu verhindern, dass auf dem eigenen Windows-PC gespeicherte Dateien von Dritten eingesehen oder gestohlen werden können, müssen Sie zu härteren Maßnahmen greifen: der Verschlüsselung.

PROBLEM: An einem PC haben auch andere Personen Zugriff auf Dateien. Sie wollen verhindern, dass sie einen Blick auf Ihre Dateien werfen können.

LÖSUNG: In diesem Fall helfen Ihnen Windows-Bordmittel weiter, mit deren Hilfe Sie Dateien und Ordner verschlüsseln. Um unter Windows 10 die EFS-Verschlüsselung (Encrypting File System) nutzen zu können, ist die Pro-Version erforderlich, in der Home-Version ist EFS nicht vorhanden. Um einen Ordner zusammen mit allen enthaltenen Unterverzeichnissen zu verschlüsseln, klicken Sie den Ordner mit der rechten Maustaste an, wählen Sie „Eigenschaften“ und klicken Sie im Register „Allgemein“ auf „Erweitert“. Im folgenden Dialog aktivieren Sie die Option „Inhalt verschlüsseln, um Daten zu schützen“ und bestätigen mit zwei Klicks auf „OK“. Anschließend legen Sie im Dialog „Änderungen der Attribute bestätigen“ fest, ob die Verschlüsselung nur für diesen Ordner oder auch alle enthaltenen Unterverzeichnisse gelten soll und beenden den Vorgang mit „OK“. Eine Betriebssystemmeldung macht Sie darauf aufmerksam, dass Sie das Datenverschlüsselungszertifikat und den Schlüssel sichern sollten. Da der Zugriff auf die verschlüsselten Dateien nicht mehr möglich ist, wenn Zertifikat oder Schlüssel beschädigt werden, sollten Sie diesen Rat unbedingt befolgen. Klicken Sie auf „Jetzt sichern (empfohlen)“ und folgen Sie den Anweisungen, um die Sicherheitsinformationen zu speichern.

Mit Bitlocker verschlüsseln Sie einzelne Partitionen und komplette Laufwerke.
Vergrößern Mit Bitlocker verschlüsseln Sie einzelne Partitionen und komplette Laufwerke.

PROBLEM: Wichtige Daten auf dem Notebook schützen. Sie nutzen ein Notebook, das Sie überallhin mitnehmen, und wollen sicherstellen, dass die darauf gespeicherten Daten keinesfalls in die Hände Dritter gelangen können.

LÖSUNG: Neben der Ordner- beziehungsweise Dateiverschlüsselung bieten die Pro-Versionen von Windows 7, 8/8.1 und 10 zusätzlich auch die Bitlocker genannte Verschlüsselung kompletter Laufwerke und Partitionen. Auf internen und externen Laufwerken sorgt Bitlocker dafür, dass Nutzer Daten nur dann lesen oder schreiben können, wenn sie über das erforderliche Kennwort respektive die entsprechenden Smartcard-Anmeldeinformationen verfügen oder das Datenlaufwerk auf einem mit Bitlocker geschützten PCs verwenden, der über die entsprechenden Schlüssel verfügt. Standardmäßig ist diese Funktion ausgeschaltet. Sind in Ihrem PC mehrere Partitionen und Laufwerke vorhanden, klicken Sie nach dem Start des Assistenten neben dem Laufwerk, das durch Bitlocker geschützt werden soll, auf den Link „BitLocker aktivieren“. Im daraufhin angezeigten Dialog „Wie soll der Wiederherstellungsschlüssel gespeichert werden?“ stehen Ihnen drei Optionen zur Auswahl. Hier sollten Sie sich zunächst für „In Datei speichern“ entscheiden und den Wiederherstellungsschlüssel lokal sichern. Anschließend kopieren Sie die Datei zusätzlich noch auf einen USB-Stick. Um auf Nummer sicher zu gehen, raten wir, den Schlüssel auch noch auszudrucken. Fahren Sie dann mit einem Klick auf „Weiter“ fort. Wählen Sie dann aus, ob der gesamte oder nur der bereits verwendete Speicherplatz verschlüsselt werden soll. Wir empfehlen, sich für „Gesamtes Laufwerk verschlüsseln“ zu entscheiden und mit „Weiter“ zu bestätigen. Welcher Verschlüsselungsmodus zum Einsatz kommt, hängt davon ab, es sich um ein internes oder externes Laufwerk handelt. Möchten sie ein internes Laufwerk verschlüsseln, wählen Sie „Neuer Verschlüsselungsmodus“ und klicken auf „Weiter“. Auch wenn das den folgenden Vorgang wesentlich verlängert, sollten Sie die Option „BitLocker-Systemprüfung ausführen“ aktivieren, bevor Sie den Dialog mit „Verschlüsselung starten“ schließen. Denn während dieses Checks wird ermittelt, ob Bitlocker einwandfrei funktioniert. Klicken Sie auf „Jetzt neu starten“, um den Windows- 10-Rechner zu booten und die Verschlüsselung zu aktivieren. Wollen Sie die Verschlüsselung ausschalten, klicken Sie im Dialog „BitLocker-Laufwerkverschlüsselung“ auf den Link „BitLocker deaktivieren“ und bestätigen dann mit „BitLocker deaktivieren“.

Mit Veracrypt legen Sie wichtige Daten in verschlüsselten Containern auf lokalen Datenträgern ab.
Vergrößern Mit Veracrypt legen Sie wichtige Daten in verschlüsselten Containern auf lokalen Datenträgern ab.

PROBLEM: Nur Ordner mit vertraulichen Inhalten verschlüsseln. Sie wollen nicht die komplette Festplatte respektive Partition, sondern nur ausgewählte Ordner knacksicher verschlüsseln.

LÖSUNG: Möchten Sie nicht den kompletten USB-Stick verschlüsseln oder trauen Sie Microsoft in Sachen Verschlüsselung nicht über den Weg, so sind Sie ein Fall für das Open-Source-Tool Veracrypt . Die Verschlüsselungssoftware basiert auf dem einst sehr beliebten Tool Truecrypt, dessen Entwicklung im Mai 2014 eingestellt wurde. Mit dem inoffiziellen Nachfolger Veracrypt können Sie einzelne Dateien sowie komplette Verzeichnisse vor Missbrauch schützen, indem Sie diese Elemente in Datentresoren ablegen, die verschlüsselt sind. Sehr gut: Unter Windows lassen sich diese Container wie normale Laufwerke ansprechen. Während der Installation von Veracrypt besteht die Möglichkeit, eine mobile Version des Programmes zu erstellen. Bei diesem Vorgang wird keine Installation durchgeführt, Stattdessen werden die Programmdateien lediglich auf der Festplatte extrahiert. Der Vorteil dabei ist, dass Sie auf diesem Weg das Tool auch auf mobilen Festplatten oder USB-Sticks nutzen können.

Tipp: Löschen von Daten auf PC, Laptop, Tablet und Smartphone

PROBLEM: Angst, einen USB-Stick mit wichtigen Daten zu verlieren. Sie haben all Ihre wichtigen Daten auf einem USB-Stick gespeichert und wollen verhindern, dass Dritte darauf zugreifen können.

LÖSUNG: Möchten Sie nicht mit Bitlocker to Go arbeiten oder nutzen Sie die Home-Version von Windows, sollten Sie einen Blick auf fertige Sicherheits-Sticks werfen. Diese haben gegenüber selbst gemachten USB-Sticks mit Bitlocker und Co. einen Vorteil: Sie arbeiten mit einem Kryptochip, in dem ein wichtiger Teil der Verschlüsselungstechnik steckt. Das macht die Sticks gegenüber reiner Softwareverschlüsselung zum einen deutlich schneller, zum anderen sind die geschützten Dateien zumindest in manchen Fällen schwerer zu knacken. Für dieses Plus an Tempo und Sicherheit zahlt man bei fertigen Sticks allerdings auch den höheren Preis. Interessant, weil mit integrierter Tastatur ausgestattet, ist etwa der Kingston Datatraveler 2000 . Auf diese Weise ist sichergestellt, dass nicht einmal auf PCs, auf denen ein Keylogger die Tastatureingaben aufzeichnet, das Kennwort ermittelt werden kann. Geht es hingegen um den Schutz von Log-in-Informationen, bietet sich der USBStick Phrase-Lock (www.ipoxo.com) an. Für rund 50 Euro erhalten Sie ein besonders gut geschütztes System für die Passwortverwaltung und einfache Log-ins am PC. Die Log-in-Daten für Ihre Webdienste, aber auch für viele andere Zugangsdaten, etwa die Anmeldung in Ihr Windows-Benutzerkonto, speichern Sie auf Ihrem Smartphone in der Phrase-Lock-App. Verschlüsselt werden die Daten mit einem Key, der auf dem USB-Stick gespeichert ist. Das Smartphone verbindet sich per Bluetooth mit dem Stick, wenn dieser am PC angesteckt ist.

Das Programm Cryptomator verschlüsselt Ihre Dateien auf dem lokal Rechner.
Vergrößern Das Programm Cryptomator verschlüsselt Ihre Dateien auf dem lokal Rechner.

PROBLEM: Kein Vertrauen in die Cloud. Sie haben Daten in die Cloud ausgelagert und wollen sicherstellen, dass keine Person außer Ihnen Zugriff darauf hat.

LÖSUNG: Das Open-Source-Tool Cryptsync synchronisiert und verschlüsselt Verzeichnisse unter Windows. Damit eignet es sich bestens für Sicherungskopien sensibler Daten in der Cloud wie Dropbox. Denn Cryptsync nimmt die Ausgangsdateien, verschlüsselt jede Datei einzeln und kopiert sie in den von Ihnen gewählten Zielordner, etwa den Dropbox-Ordner. Wenn Sie also nur eine Datei ändern, dann muss auch nur eine Datei in die Cloud geladen werden. Gut: Die Dateien werden mittels Cryptsync im Format 7z gepackt und lassen sich auch ohne das Tool wieder entschlüsseln. Cryptomator verschlüsselt Ihre Dateien, bevor sie in einen Onlinespeicher wie Dropbox wandern. Apps für Android und iOS stehen ebenso bereit wie Tools für Linux und MacOS. Das Programm funktioniert wie das bekannte, ebenfalls aus Deutschland stammende Tool Boxcryptor , ist jedoch deutlich günstiger. Die Windows-Software von Cryptomator ist Donationware. Der Hersteller bittet um eine Spende in beliebiger Höhe, erlaubt allerdings auch die unentgeltliche Nutzung. Die Apps für Android und iOS kosten rund 5 Euro.

Die Themen in Tech-up Weekly #111: +++ Amtlich: Die meisten Internetzugänge sind zu langsam +++ Neue Youtube-Regeln erschweren Monetarisierung +++ GPD Win 2: Mobilkonsole mit Windows 10 angekündigt +++ Quick-News der Woche +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche: Familienfotos mit Photoshop verhunzt

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► Amtlich: Die meisten Internetzugänge sind zu langsam (0:20):
www.pcwelt.de/2324642

► Neue Youtube-Regeln erschweren Monetarisierung (2:19):
www.pcwelt.de/2324766

► GPD Win 2: Mobilkonsole mit Windows 10 angekündigt (4:34):
www.pcwelt.de/2324472

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Quick-News (6:55):

► Nintendo Labo: Bastelspaß mit der Nintendo Switch:
www.pcwelt.de/2324712

► Samsung hat faltbares Smartphone auf der CES gezeigt:
www.pcwelt.de/2323761

► Bitcoin & Co. im freien Fall, aber Analyst sieht es gelassen:
www.pcwelt.de/2324376

► 16-Jährige beklaut Mutter und beschenkt Streaming-Stars:
www.pcwelt.de/2323875

► Windows-10-Gerücht: Cortana erhält neuen Desktop-Platz:
www.pcwelt.de/2324071

► GronkhTV: Kommission stimmt Rundfunklizenz zu:
www.pcwelt.de/2323857

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Kommentar der Woche (8:27)

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Fail der Woche (9:11):

► Familienfotos mit Photoshop verhunzt:
www.pcwelt.de/2321902

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