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Alexa-Datenschutz: US-Senat befragt Amazon

18.06.2018 | 12:20 Uhr |

Wegen eines von Alexa aufgezeichneten und verschickten Privatgesprächs muss Amazon sich nun vor dem US-Senat erklären und wohl tiefere Einblicke in die Vorgehensweise zur Speicherung von Daten bei Echo-Geräten gewähren.

Update vom 18.06.2018: Laut Bloomberg muss Amazon sich zu dem jüngsten Vorfall, bei dem Alexa das Privatgespräch eines Ehepaars aus den USA aufgezeichnet und an einen Kontakt verschickt hat, vor dem US-Senat äußern.

Der US-Senator Jeff Flake und der Demokrat Chris Coons haben Amazon-Boss Jeff Bezos kontaktiert. Sie fordern tiefere Einblicke in das technische Design und die Datenschutzfunktionen von Echo-Geräten und des Alexa-Assistenten. Jeff Flake ist Vorsitzender des Unterausschusses für Privacy, Technology and the Law (Datenschutz, Technologie und Recht) in dem auch Chris Coons ein Mitglied ist.

"Jüngste Berichte haben ernsthafte Fragen aufgeworfen, wie Amazon Sprachdaten sammelt und speichert und welche Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, dass diese Informationen nicht ohne die Zustimmung der Verbraucher weitergegeben werden" , sagte Coons in einer Erklärung.

Amazon hat sich in der Öffentlichkeit dazu noch nicht geäußert. Update Ende

Originalmeldung vom 25.05.2018: Alexa hat selbstständig ein Gespräch eines Ehepaars im US-Bundesstaat Oregon aufgezeichnet und an einen zufälligen Kontakt verschickt. Wissen erlangte das Ehepaar erst, als die beiden von dem Kontakt darauf hingewiesen wurde. Der zufällige Kontakt ist ein Angestellter des Ehepaars, dieser vermutete zunächst einen Hack.

Amazon habe den Fall gegenüber "Bloomberg" bereits bestätigt. Amazon untersuchte den Fall bereits und kam zu dem Schluss, dass eine Verkettung von mehreren Ereignissen zu der ungewollten Aufzeichnung und dem Versand des Gesprächs geführt haben. Aus dem Gespräch des Ehepaares soll Alexa versehentlich das Aktivierungswort verstanden haben. Auch solle Alexa aus dem Gespräch die Worte „send message“ (sende Nachricht) verstanden haben und hat daraufhin nachgefragt, an wen die Nachricht verschickt werden solle. Im weiteren Gespräch habe Amazons Alexa einen Namen verstanden, der sich tatsächlich in der Kontaktliste des Paares befand. Und auf Alexas Nachfrage, ob die Nachricht versendet werden soll, hat sich die Sprachassistentin das nötige „right“ (richtig) herausgepickt und schließlich die Nachricht versendet.

Amazon hat sich bei dem Ehepaar entschuldigt und möchte Möglichkeiten prüfen, um derartige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Die Frau des Ehepaares gab einem lokalen Fernsehsender ein Interview, in dem sie mitteilte, dass sie Alexa nicht mehr benutzen wolle, weil es sich wie ein Angriff auf ihre Privatsphäre angefühlt habe.

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