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Alexa im Auto: Das bieten Audi, BMW, Mercedes, Seat, Skoda, Toyota...

21.02.2019 | 16:45 Uhr |

Audi, BMW, Seat, Toyota – einige Automobil-Hersteller arbeiten daran, Alexa ins Auto zu bringen. Wir geben einen Überblick über den Stand der Alexa-Integration in Autos, die in Deutschland erhältlich sind. Update: Porsche.

Amazon hatte schon im August 2018 das Alexa Auto SDK veröffentlicht, mit dem Entwickler Alexa in Incar-Infotainmentsysteme integrieren können . Alexa Auto bietet Unterstützung beim Streaming von Multimedia-Dateien, bei der Steuerung von Smart-Home-Bedienelementen, beim Empfang von Wetterberichten und bei der Integration von Alexa-Skills. Alexa Auto unterstützt darüber hinaus Telefonate und GPS-basierte Navigation sowie die Suche nach Restaurants, Kinos und Geschäften vor Ort. Mit Alexa Auto kann man Musik und Hörbücher von Amazon Music, Audible und iHeart-Radio streamen.

Doch die Integration von Alexa in moderne Autos kommt nur sehr langsam in Gang. Wir geben einen Überblick über den Stand der Alexa-Integration in Autos, die in Deutschland erhältlich sind. Dieser Artikel wird fortlaufend erweitert.

Audi: Alexa kommt im E-tron

Das erste Audi-Modell mit voll integrierter Alexa ist der kommende Audi E-tron, Audis neues, rein elektrisch betriebenes SUV. Audi integriert Alexa direkt in sein Infotainmentsystem MMI. Der Audi-Fahrer kann sich damit über Nachrichten, das Wetter und aktuelle Spielstände von Sportveranstaltungen informieren, Lebensmittelbestellungen aufgeben oder Dinge auf seine Aufgabenliste setzen. Alexa streamt Musik und Hörbücher über Amazon Music und Audible. Mit der Smart-Home-Steuerung können Sie aus dem Auto heraus Türen im Haus verriegeln oder die Beleuchtung regeln. Das alles soll ohne App oder Smartphone funktionieren. Es genügt, das Auto mit seinem Amazon-Account zu verbinden, danach lässt sich der Service über die Onboard-Sprachbedienung starten. Sobald er Fahrer den Schlüsselbegriff „Alexa“ ausgesprochen hat, gelangen seine Anfragen an die Server von Amazon und das LTE-Modul im MMI-System stellt über ein Audi-Backend eine Verbindung her. Die angeforderten Informationen werden über die Audioanlage des Autos ausgegeben.

So soll Alexa im Audi e-tron aussehen.
Vergrößern So soll Alexa im Audi e-tron aussehen.
© Audi

In der zweiten Hälfte 2019 will Audi dann nach und nach auch konventionelle Audi-Modelle mit Alexa-Support anbieten, wie uns Michael Crusius, Pressesprecher von Audi, erklärte. Derzeit sind aber noch keine konventionellen Audis mit Alexa erhältlich.

Audi bietet mit Audi MMI und den Audi-Connect-Diensten ein ziemlich leistungsfähiges Infotainmentsystem mit guter Sprachsteuerung an. Somit dürfte einerseits der Leidensdruck der Audi-Fahrer gering sein und die Nachfrage nach Alexa als einer Alternative zur Audi-eigenen Sprachsteuerung überschaubar sein. Andererseits sind gerade im Premiumsegment die Ansprüche der Kunden hoch: Audi darf also keine unausgereifte Lösung für die Alexa-Integration vorstellen. Dementsprechend lässt sich Audi lieber etwas mehr Zeit mit der Alexa-Integration und liefert dann aber eine hoffentlich gelungene Lösung ab.

BMW: Alexa-Support soll im Frühjahr 2019 kommen

BMW bietet derzeit (Stand: Februar 2019) keinen Alexa-Support in seinen Fahrzeugen. Der bayerische Auto-Hersteller will den Alexa-Support aber noch im Frühjahr 2019 einführen, vielleicht zeitgleich mit seinem neuen BMW Intelligent Personal Assistant. Ursprünglich wollte BMW den Alexa-Support bereits im Sommer 2018 in seinen Fahrzeugen anbieten, doch diesen Termin konnte BMW nicht halten. So soll Alexa im BMW aussehen und funktionieren.

Die Gründe für die Verschiebung des Alexa-Starts dürften die gleichen sein, die auch für Audi gelten: Eine große Erwartungshaltung bei den Kunden und ein vorhandenes ziemlich leistungsstarkes BMW Connected Drive+ mit einer guten Sprachsteuerung. BMW darf genauso wenig wie Audi seine Kunden enttäuschen und lässt sich deshalb besser etwas mehr Zeit, um dann eine gelungene Alexa-Integration abzuliefern.

BMW stellt derzeit nur den BMW-Connected-Skill für die BMW Connected Mobile App zur Verfügung, mit dem Sie von einem Alexa-fähigen Gerät – Smartphone mit Alexa-App, Echo etc. – einige wenige Funktionen in Zusammenhang mit einem BMW (mit Connected-Drive Konto) nutzen können. Sie können dann Alexa zum Beispiel zu Hause fragen, ob die Türen Ihres BMW geschlossen sind oder Termine aus Ihrem Terminkalender abfragen; auch in Verbindung mit Ihrer Reiseplanung: „Alexa, frag BMW wann sollte ich für meine nächste Reise aufbrechen?“. Sie können Alexa auch fragen, wie der Ladezustand der Batterie ist – im Winter nicht unwichtig. Und die Klimaanlage können Sie ebenfalls per Alexa-Sprachbefehl einschalten. BMW nennt das „Home-to-vehicle“-Anbindung, weil es darum geht, Fahrzeugfunktionen von zu Hause per Sprachsteuerung zu bedienen. Mit Alexa im Auto hat das aber noch nichts zu tun.

Fiat: Nur in den USA

Wie die deutsche Pressestelle von Fiat-Chrysler (FCA) auf unsere Nachfrage erklärte, steht derzeit Alexa in Fiat-Modellen, die in Europa verkauft werden, nicht zur Verfügung. Nur in den in den USA verkauften Modellen ist Alexa im Rahmen des Infotainmentsystems Uconnect verfügbar.

Eine erweiterte Integration der persönlichen Assistenten (damit meint FCA Alexa, Google Assistant und Siri) befinde sich derzeit in der Entwicklung für die nächste Infotainment-Plattform. Zum jetzigen Zeitpunkt könne FCA hierzu aber keine Details bekanntgeben.   

Ford: In Deutschland noch kein Alexa

Ford hat Alexa in Europa nicht in sein Sync-System integriert und das ist auch in näherer Zukunft nicht geplant, wie uns Ford auf unsere Anfrage sagte.

In den USA bietet Ford eine app-basierte Alexa-Integration an.

Honda: Kein Alexa

Honda bietet derzeit keine Fahrzeuge mit Alexa-Support an, wie uns die Pressestelle auf Nachfrage antwortete.

Hyundai

Der südkoreanische Automobil-Hersteller plant bislang keine Integration von Alexa.

Mazda: Kein Alexa-Support

Mazda bietet derzeit in keinem seiner Fahrzeuge Alexa-Support an und plant das auch nicht für die nächste Zeit. Mazda ist traditionell zurückhaltend mit der Einführung neuer Infotainment-Technologien, bietet aber dafür mit MZD Connect zum Beispiel im Mazda 6 sowie im Mazda 3 ein Infotainmentsystem mit einem fast schon konkurrenzlos guten Preis-Leistungsverhältnis an.

Mercedes-Benz: Kein Alexa-Support geplant

Anders als Audi oder BMW plant Daimler keine Integration von Alexa in seine Fahrzeuge. Denn dazu müsste Daimler „die Alexa-Engine in unsere Fahrzeuge verbauen“, wie uns Benjamin Oberkersch, Pressesprecher von Daimler erklärte. Das wolle Daimler aber explizit nicht. Daimler will Alexa und Amazon keine Zugriffe auf den Fahrzeugbus in den Mercedes-Benz-Fahrzeugen genehmigen. Auch aus Datenschutzgründen wäre eine Integration der Alexa-Engine nicht unkritisch, wie Oberkersch betont. Daimler entwickelt stattdessen die Sprachsteuerung seines neuen Infotainmentsystems Mbux weiter. Dessen Sprachsteuerung ist in der Tat sehr leistungsfähig und macht es dem Fahrer leicht, Funktionen wie Navigation, Radiosenderwahl, Heizung und Sitzheizung, Telefonie, Wetterberichtabfrage etc. bequem und komplett mit der Sprache zu steuern. Zudem ist Tidal als Musik-Streamingdienst integriert.

Bei Daimler können Sie derzeit nur einen Mercedes-me-Account mit Amazon-Echo-Geräten verbinden und dann Alexa zum Beispiel fragen: „Hey Alexa, frage meinen Mercedes, wie der Kilometerstand ist“. Auch hier läuft die Alexa-Abfrage entweder über die Alexa-App oder über ein anderes Gerät mit Alexa-Support, beispielsweise ein Echo – das entspricht vom Prinzip her also der Connected-App bei BMW. Die Infotainmentsysteme im Mercedes, also entweder das ältere Comand Online oder das neuere Mbux unterstützen Alexa jedoch nicht: Sie können sich also nicht in den Mercedes setzen und einen Alexa-Befehl sagen.

Nissan: Kein Alexa

Bei Nissan ist die Alexa-Integration aktuell nicht vorgesehen, wie uns die Pressestelle mitgeteilt hat.

Opel: Kein Alexa

Opel hat keine Alexa-Integration im Angebot. Opel bietet in seinen Fahrzeugen entweder eine integrierte Sprachsteuerung für die Funktionen Audio, Telefon und Navigation an oder die Möglichkeit der Smartphone-Integration via Apple Carplay und Android Auto.

Porsche: Kein Alexa

Alexa ist in die aktuellen Infotainmentsysteme-Systeme PCM ( Porsche Communication Management ) nicht integriert. Hermann-Josef Stappen, Pressesprecher Technik, empfiehlt diesen Workaround, der natürlich auch bei anderen Fahrzeugen möglich ist (Voraussetzung ist ein PCM der neuesten Generation wie im neuen Macan, aktuellen Cayenne oder im neuen 911 992 und ein Android-Smartphone):

  • Standard-Assistent unter Einstellungen im Smartphone auf Alexa einstellen

  • Koppeln des Smartphones mit dem PCM per Bluetooth

  • Langes Drücken (ca. 2 Sekunden) des Sprachdialogsystems/Voice Pilots (Lenkerhebel)

  • So kann Alexa über die Funktion des externen Sprachassistenten genutzt werden

Lese-Tipp: Porsche 911 - Alle 8 Sportwagen-Generationen in Wort und Bild

Renault: Keine Pläne mit Alexa

Renault Deutschland antwortete auf unsere Anfrage nach der Alexa-Integration folgendermaßen: "Zum Thema 'Alexa' gibt es von unserer Seite aus nichts zu sagen." Renault konzentriere sich demnach ganz auf die Integration von Android in seine Fahrzeuge.

Seat: Alexa via Smartphone-App

Seat hat Alexa bereits in seine Fahrzeuge integriert. Der Fahrer drückt hierzu die Sprachsteuerungstaste am Lenkrad und kann dann Alexa-Sprachbefehle absenden. Damit können Sie per Sprachbefehl an Alexa mit der Seat-Media-Control-App eine Reihe von Funktionen nutzen: Termine planen, bei Amazon einkaufen, Musik abspielen, zu „Points of Interest“ navigieren, News in Echtzeit abrufen oder den nächstgelegenen Seat-Händler finden.

Allerdings integriert Seat den Alexa-Support nicht direkt in das Infotainmentsystem seiner Fahrzeuge, sondern benutzt dafür die bereits erwähnte Seat-Media-Control-App. Diese müssen Sie auf Ihrem Android-Smartphone installieren und mit dem Seat verbinden. Die iOS-Variante der Seat-Media-Control-App soll demnächst ebenfalls Alexa unterstützen.

Skoda: Skill für Alexa vorhanden

Im Rahmen von Skoda Connect bietet Skoda die Möglichkeit an, über Alexa von außen auf verschiedene Daten aus dem Fahrzeug zuzugreifen. Dieser Vorgehensweise entspricht von der Zielsetzung her den Lösungen von BMW Connected oder Mercedes Me: Sie müssen den Skoda-Connect-Skill in Alexa installieren. Danach können Sie beispielsweise zuhause via Echo oder der Alexa-App auf dem Smartphone den Standort des Fahrzeugs oder dessen Reichweite erfragen oder abfragen, ob das Fahrzeug verschlossen ist.

In den Skoda-Fahrzeugen selbst steht Alexa dagegen nicht zur Verfügung.

Skoda Connect Skill
Vergrößern Skoda Connect Skill
© Skoda

Subaru: Vermutlich erst mal kein Alexa

Beim deutschen Subaru-Importeur ist zum heutigen Zeitpunkt nichts bekannt von einer Alexa-Integration. Dort rechnet man auch nicht damit, dass Alexa in absehbarer Zeit in Subaru-Modelle einziehen wird, wie man uns auf Nachfrage erklärte.

Tesla: Alexa nur über Drittanbieter-Apps

Tesla unterstützt derzeit Alexa nicht im Auto. Ähnlich wie BMW oder Daimler gibt es aber auch für Tesla einen Skill, um bestimmte Funktionen von zu Hause aus abfragen zu können. Dieser Skill für Tesla Model S und Model X stammt aber nicht von Tesla selbst, sondern von einem Drittanbieter, ebenso wie dieser Skill.

Toyota: Alexa startet in den USA

Der japanische Auto-Gigant Toyota führt aktuell den Alexa-Support auf dem amerikanischen Markt ein. Und zwar in ausgewählten Modellen mit der Infotainmentlösung Entune 3.0. Wann auch in Europa und speziell in Deutschland Toyota-Neuwagen mit integriertem Alexa verfügbar sein werden, lässt sich laut Thomas Heidbrink, Pressesprecher von Toyota, im Augenblick noch nicht sagen. Derzeit können Sie also keinen Toyota in Deutschland mit Alexa-Support kaufen.

Volkswagen: Hält sich bedeckt

Volkswagen will sich derzeit nicht zu einer kommenden Alexa-Integration in seinen Fahrzeugen äußern. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass der gesamte Volkswagenkonzern den Modular-Infotainment-Baukasten MIB verwendet. VW, Audi, Seat, Skoda und Porsche sowie Volkswagen Nutzfahrzeuge nutzen also die gleiche Basis für ihr Infotainment, nur halt in unterschiedlichen Ausbaustufen. Siehe hierzu auch unseren Hintergrundartikel VW: Mit 40.000 Entwicklern gegen Apple und Google. Wenn also sowohl Audi als auch Seat bereits an der Alexa-Integration arbeiten beziehungsweise diese bereits realisiert haben, dann kann man sicher davon ausgehen, dass auch VW an der Alexa-Integration dran ist. Nur reden will man darüber in Wolfsburg eben nicht.

Lese-Tipp: Alle Golf-Generationen im Überblick

Volvo: Alexa kommt erst mit der nächsten Plattform

Volvos Infotainmentsystem kann derzeit weder mit noch über Alexa kommunizieren. Volvo will den Alexa-Support aber mit Einführung der neuen Google-Plattform, die auf Android basiert, möglich machen. Der Polestar 2, ein rein elektrisch angetriebener Volvo, der derzeit noch nicht erhältlich ist, soll diese Plattform als erstes nutzen.

Später bekommen auch die kommenden Volvo-Modelle nach und nach diese neue Plattform für die Infotainment-Schnittstelle. Damit sollte dann Alexa möglich sein. Das ist aber alles noch Zukunftsmusik.

Nachrüstlösungen: Alexa-Integration von Drittanbietern

Sie können natürlich vor Fahrtbeginn im Auto die Alexa-App auf dem Smartphone starten und dann Alexa über die App nutzen. In diesem Fall sollte das Smartphone aber unbedingt in einer soliden Smartphone-Halterung im Auto befestigt sein.

Sie können aber auch Alexa im Auto über Drittanbieter-Lösungen nachrüsten. So verkauft zum Beispiel Garmin in den USA Garmin Speak als einfache Alexa-basierte Navigationslösung in Verbindung mit einem gekoppelten Smartphone. Ebenfalls nur in den USA verkauft Amazon auch die Nachrüstlösung Echo Auto.

Garmin Speak bringt Amazon Alexa in jedes Auto

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